USA weisen Korea, Japan, EU und weitere Länder auf Transshipment-Risiken im Zusammenhang mit China-bezogenen Waren hin
Wichtige Erkenntnisse
- •Der White-House-Bericht benennt etwa 40 Volkswirtschaften mit erhöhten Transshipment-Risiken und ordnet sie in drei Kategorien nach Handelsumfang und Tiefe der Lieferkettenverflechtung mit China ein.
- •Chinesische Exporteure sollen US-Zölle umgehen, indem sie Waren über Drittländer umleiten und dabei unter anderem umetikettieren, neu verpacken und falsche Ursprungsangaben machen.
- •Die Regierung will ein KI-gestütztes "detective border"-System entwickeln, das Sendungsdaten und Routenhistorien integriert, um Customs and Border Protection bei der Identifizierung verdächtiger Lieferungen zu unterstützen.
- •Wichtige US-Handelspartner wie Südkorea, Japan, Taiwan, die EU, Indien, Kanada und Mexiko werden im Bericht als "diversified scale leaders" eingestuft, bei denen Transshipment-Risiken in breiten legitimen Handelsströmen enthalten sind.
- •Vietnam, Brasilien, Indonesien, Malaysia, Thailand und die Türkei werden als Volkswirtschaften mit tieferer Einbindung in China-bezogene Lieferketten über Vorleistungsbeschaffung, Fertigungsplattformen und regionale Umleitungswege beschrieben.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Südkorea, Japan, Taiwan und die Europäische Union unter Dutzenden von Volkswirtschaften genannt, die laut einem am Donnerstag veröffentlichten White-House-Bericht Transshipment-Risiken im Zusammenhang mit China-bezogenen Produkten ausgesetzt sind. Dies ist Teil einer umfassenderen Anstrengung, Strategien zur Umgehung von US-Zöllen und anderen handelsrechtlichen Maßnahmen zu bekämpfen.
Das White House Office of Trade and Manufacturing Policy veröffentlichte den Bericht mit dem Titel "The Great Transshipment Scam", in dem etwa 40 Länder mit "erhöhten" Transshipment-Risiken genannt werden. Dem Dokument zufolge leiten chinesische Exporteure Waren über Drittländer weiter und nutzen dabei Methoden wie Umetikettierung, Neuverpackung und falsche Ursprungsangaben. Solche Praktiken sind seit Langem ein Thema für die US-Handelsdurchsetzung, insbesondere da Zölle auf Waren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar aus China im Rahmen von Section 301 starke Anreize für Manipulationen des Ursprungs geschaffen haben.
Der Bericht beschreibt außerdem den Plan der Regierung, eine von künstlicher Intelligenz (AI) gestützte "detective border" zu entwickeln. Dieses System soll U.S. Customs and Border Protection unterstützen, indem es Sendungsdaten, Routenhistorien und weitere Informationen integriert, um risikoreiche Lieferungen zu identifizieren und die Erhebung von Zöllen zu erleichtern. Der Vorschlag baut auf bestehenden Durchsetzungsinstrumenten von CBP auf, darunter Antidumping- und Ausgleichszollanordnungen sowie der Enforce and Protect Act, der der Behörde Ermittlungen zu Vorwürfen der Zollumgehung erlaubt.
Der Bericht ordnet die hervorgehobenen Volkswirtschaften in drei Kategorien ein. Die erste Gruppe – als "diversified scale leaders" bezeichnet – umfasst Südkorea, Japan, Taiwan, die EU, Indien, Kanada, Mexiko und Israel. Diese Volkswirtschaften sind durch diversifizierte industrielle Basen und große Exportplattformen für die USA gekennzeichnet, in denen "transshipment risk is embedded within broad legitimate trade flows."
Die zweite Kategorie, beschrieben als "scale leaders with significant economic integration", umfasst Brasilien, Indonesien, Malaysia, Thailand, die Türkei und Vietnam. Laut Bericht verbinden diese Länder illegale Transshipment-Volumina mit einer tieferen Einbindung in China-bezogene Lieferketten über die Beschaffung von Vorleistungen, Fertigungsplattformen, Logistiksysteme oder regionale Umleitungswege. Mehrere dieser Volkswirtschaften, insbesondere Vietnam, stehen in den vergangenen Jahren verstärkt unter US-Beobachtung hinsichtlich der Ursprungsprüfung, da Unternehmen Produktions- und Montageaktivitäten aus China verlagert haben.
Die dritte Kategorie, bezeichnet als "small, opportunistic Chinese targets", umfasst kleinere Volkswirtschaften mit geringeren Transshipment-Volumina, aber spezifischen "weak-link advantages", darunter kostengünstige Arbeitskräfte, Hafen- oder Grenzzugang, spezialisierte Montagekapazitäten und bevorzugter Zugang zum US-Markt. Zu dieser Gruppe gehören die Schweiz, Singapur, die Philippinen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Chile und Kolumbien.
"By routing around the tariffs, China and its state-supported manufacturers and trading firms could push goods into jurisdictions with cheap labor, weak customs oversight, permissive free zones, or preferential U.S. trade access," heißt es in dem Bericht.
"Over time, these lower-tariff countries, which number more than 40 today, became the launchpads and hubs of a new evasion architecture: products made largely in China, lightly touched abroad, and exported to America under new identities," heißt es weiter.