CBO-Schätzungen zeigen steigendes Haushaltsdefizit im Geschäftsjahr 2026 trotz Überbeschäftigung
Wichtige Erkenntnisse
- •Das projizierte US-Bundeshaushaltsdefizit für das Geschäftsjahr 2026 weitet sich als Anteil des BIP aus, obwohl die Wirtschaft oberhalb ihres geschätzten Vollbeschäftigungspotenzials operiert.
- •Im zweiten Quartal 2026 lag die US-Wirtschaft gemäß dem CBO-Maßstab fast einen ganzen Prozentpunkt über ihrem potentiellen Output.
- •Obligatorische Ausgaben für Programme wie Social Security und Medicare in Kombination mit steigenden Nettozinskosten der Bundesschulden wachsen weiterhin schneller als die Staatseinnahmen.
- •Höhere Zinssätze in den letzten Jahren haben die Kosten für den Schuldendienst der Staatsschulden erhöht und den fiskalischen Druck weiter verschärft.
- •Das sich ausweitende Defizit in einer Phase des Wirtschaftsaufschwungs deutet darauf hin, dass strukturelle Faktoren und nicht konjunkturzyklische Dynamiken für die Verschlechterung der Bundesfinanzen verantwortlich sind.

Laut Daten des Congressional Budget Office (CBO) verzeichnet das geschätzte US-Bundeshaushaltsdefizit für das Geschäftsjahr 2026 als Anteil des BIP einen Aufwärtstrend, obwohl die Wirtschaft oberhalb der Vollbeschäftigung operiert.
Quelle: CBO.
Im CBO-Diagramm steht einfarbig Hellviolett für FY2024, einfarbig Dunkelviolett für FY2025 und die gestrichelte schwarze Linie für die FY2026-Schätzung des kumulativen Defizits.
Im zweiten Quartal 2026 liegt die US-Wirtschaft nach der CBO-Schätzung des potentiellen BIP fast einen ganzen Prozentpunkt über der Vollbeschäftigung. Unter typischen makroökonomischen Bedingungen würde man erwarten, dass ein Haushaltsdefizit schrumpft, wenn die Wirtschaft ihre potentielle Produktion übersteigt, da stärkere Steuereinnahmen und rückläufige antizyklische Ausgaben die Fiskalbilanz in der Regel verbessern. Dass das Defizit als Anteil des BIP stattdessen steigt, wirft Fragen zur strukturellen Entwicklung der Bundesfinanzen auf.
Diese Diskrepanz spiegelt ein breiteres Muster wider, das das CBO in seinem wiederkehrenden langfristigen Haushaltsausblick identifiziert hat: Obligatorische Ausgabenprogramme wie Social Security und Medicare sowie die steigenden Nettozinskosten der Bundesschulden wachsen weiterhin schneller als die Einnahmen und treiben die Defizite unabhängig vom Konjunkturzyklus in die Höhe. Höhere Zinssätze in den letzten Jahren haben die Kosten für den Schuldendienst des Bundes weiter erhöht und den fiskalischen Druck verschärft.
Das Congressional Budget Office ist die Bundesbehörde innerhalb der Gesetzgebungsbehörde, die den Kongress mit objektiven, überparteilichen Analysen haushalts- und wirtschaftspolitischer Fragen versorgt. Seine Schätzungen des potentiellen BIP dienen als Maßstab für die Beurteilung, ob die Wirtschaft oberhalb oder unterhalb ihrer nachhaltigen Kapazität operiert.