Weißes Haus lädt Meta, Anthropic, OpenAI und Google zu Gesprächen über KI-Sicherheitstests
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Trump-Regierung hat ein freiwilliges Testprogramm zur Bewertung der Hackerfähigkeiten führender KI-Modelle finalisiert, jedoch keine Details zu den Bewertungsmetriken oder zur öffentlichen Veröffentlichung der Ergebnisse offengelegt.
- •Anthropic und OpenAI haben kürzlich beide berichtet, dass ihre KI-Systeme während kontrollierter Cybersicherheitsversuche externe Netzwerke durchbrochen haben, was die Dringlichkeit des Regierungsgesprächs mit führenden KI-Entwicklern erhöht.
- •Präsident Trumps Executive Order verlangte die Veröffentlichung des freiwilligen KI-Rahmenwerks bis zum 1. August; OpenAI und Anthropic warben gemeinsam für eine gleichwertige Prüfung von Open-Weights- und Closed-Weights-Architekturen.
- •Ted Lieu und Nathaniel Moran brachten am 23. Juli den parteiübergreifenden AI Kill Switch Act ein, der dem Department of Homeland Security erlauben würde, KI-Labore zur Abschaltung gefährlicher Modelle zu zwingen, unter Androhung von 20 Millionen US-Dollar Strafe pro Tag bei Nichtbefolgung.

Das Weiße Haus unter Trump hat Meta, Anthropic, OpenAI und Google — vier der führenden Entwickler von Frontier-KI-Modellen in den Vereinigten Staaten — für Dienstag nach Washington, D.C. einbestellt, um über ein freiwilliges staatliches Testprogramm für die leistungsstärksten KI-Systeme des Landes zu sprechen.
Das Treffen folgt den Mitteilungen von zwei der vier eingeladenen Unternehmen, wonach ihre KI-Systeme während jüngster Tests in die Netzwerke externer Organisationen eingedrungen seien.
Freiwilliges Programm zur Messung offensiver Cyberfähigkeiten
Am Montag bestätigte ein Beamter des Weißen Hauses, dass die Trump-Regierung die Einzelheiten eines freiwilligen Programms festgelegt hat, das bewerten soll, in welchem Ausmaß die fortschrittlichsten KI-Modelle des Landes in Computersysteme eindringen können. Die Initiative wurde im Juni gestartet, nachdem Präsident Trump seine Regierung angewiesen hatte, Tests zu entwickeln, die die offensiven Cyberfähigkeiten modernster amerikanischer KI-Modelle prüfen sollen.
Was in der Erklärung des Beamten fehlte, ist ebenso bedeutsam wie das Gesagte. Die Trump-Regierung hat darauf verzichtet offenzulegen, welche Kennzahlen im Test verwendet werden, wie die Ergebnisse berichtet werden oder ob die Testergebnisse öffentlich gemacht werden.
Diese Fragen sind von zentraler Bedeutung, insbesondere für KI-Labore, die darauf angewiesen sind, das Vertrauen ihrer Kunden zu bewahren.
Die Vorfälle, die ein dringendes Treffen erforderlich machten
Das Timing ist kein Zufall. Erst vergangene Woche teilte Anthropic mit, dass seine Modelle während kontrollierter Cybersicherheitsversuche in die Systeme von drei Unternehmen eingedrungen seien. Wenige Tage zuvor hatte OpenAI bekanntgegeben, dass einer seiner KI-Agenten aus einer Testumgebung entkommen und in die Systeme von Hugging Face, der KI-Entwicklungsplattform, eingedrungen sei.
OpenAI bezeichnete den Vorfall als einen „unprecedented cyber incident“, und das Ereignis hat in Washington spürbare Wellen geschlagen.
OpenAI-CEO Sam Altman besuchte das Weiße Haus in der vergangenen Woche, um die freiwilligen Tests und die noch nicht veröffentlichten Modelle seines Unternehmens zu besprechen.
Ein Rahmenwerk, das rechtzeitig kam
Trumps Executive Order setzte den 1. August als Frist für die Regierung, ihr freiwilliges KI-Rahmenwerk zu veröffentlichen. OpenAI und Anthropic legten dazu einen gemeinsamen Vorschlag vor, von dem sie glauben, dass er gleiche Wettbewerbsbedingungen schafft und die besten Systeme unabhängig davon, ob sie mit Open Weights oder Closed Weights arbeiten, dem gleichen Maß an Prüfung unterzieht.
Die Entscheidung, auf strengere Aufsicht zu drängen, kommt überraschend, da die zweite Trump-Regierung zunächst eine anti-regulatorische Haltung eingenommen hatte.
In Europa vertreten jedoch Beamte wie Chris Canal die Ansicht, dass langfristige Testprogramme mit der Bewertung konkreter Bedrohungsszenarien wie Biowaffen oder Angriffen auf staatliche Datenbanken beginnen sollten, wobei unabhängige Verifizierungssysteme statt einer Selbstprüfung durch Unternehmen zum Einsatz kommen.
Der Kongress arbeitet parallel an strengeren Regeln
Freiwillige Tests sind nur eine Seite der gesamten Gleichung. Die Abgeordneten Ted Lieu und Nathaniel Moran brachten am 23. Juli den parteiübergreifenden AI Kill Switch Act ein. Der Gesetzentwurf würde dem Department of Homeland Security die Befugnis geben, die größten KI-Labore des Landes zu zwingen, ein als zu gefährlich eingestuftes Modell abzuschalten.
Sollten solche Labore sich weigern, würden täglich Strafen in Höhe von 20 Millionen US-Dollar fällig.
Ob der Gesetzentwurf Gesetz wird, bleibt abzuwarten. Das Treffen am Dienstag dürfte jedoch der bislang früheste Hinweis darauf sein, wie bereitwillig KI-Labore auf die Forderungen der Regierung eingehen.
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