NachrichtenAktienHSBC hält an bullischer Haltung zu US-Aktien fest und bezeichnet den Rückgang bei Chip-Aktien als Rotation statt Kapitulation

HSBC hält an bullischer Haltung zu US-Aktien fest und bezeichnet den Rückgang bei Chip-Aktien als Rotation statt Kapitulation

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • HSBC behielt eine leichte Übergewichtung bei US-Aktien bei und nannte als wesentliche Stützgründe ein robustes Wirtschaftswachstum, sich verbreiternde Gewinne und die anhaltende Führungsrolle im Bereich Künstliche Intelligenz.
  • Große Halbleiter- und Speicherchip-Aktien darunter Samsung, SK Hynix, Intel und Micron verloren im vergangenen Monat jeweils etwa ein Drittel ihres Wertes – eine Entwicklung, die HSBC auf Anleger-Rotation statt auf eine Aufgabe des AI-Themas zurückführt.
  • HSBC prognostiziert, dass die AI-Kapitalausgaben von unter 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf über 1 Billion US-Dollar bis 2028 steigen werden, was neue Umsatzchancen entlang der gesamten AI-Wertschöpfungskette schafft.
  • Die Bank geht davon aus, dass sich die Rechenzentrums-Kapazität in Asien bis 2030 mehr als verdoppeln und rund 40 % der weltweiten Kapazität ausmachen wird, was die Nachfrage nach Chips, Kühlsystemen, Servern, Stromerzeugung und Energiespeicherung stützt.
  • HSBC beobachtete, dass sich die Anlegerpräferenzen in China zunehmend in Richtung Biotechnologie, Internetplattformen, Hyperscaler und Elektroautohersteller verschieben.
HSBC hält an bullischer Haltung zu US-Aktien fest und bezeichnet den Rückgang bei Chip-Aktien als Rotation statt Kapitulation

HSBC bekräftigte in einer am Freitag veröffentlichten Analyse eine grundsätzlich bullische Haltung zu US-Aktien und behielt eine leichte Übergewichtung bei, gestützt auf ein robustes Wirtschaftswachstum, sich über die Sektoren verbreiternde Gewinne und die anhaltende Führungsrolle im Bereich Künstliche Intelligenz – ein Thema, das im vergangenen Jahr ein wesentlicher Treiber der Renditen bei US-Aktien war.

Die Bank nahm zu der jüngsten Schwäche bei Halbleiter- und Speicherchip-Aktien Stellung und bewertete den scharfen Rückgang als Rotation statt als echten Rückzug vom AI-Investment. Laut den Analysten von HSBC spiegelt die Bewegung eher eine Neubewertung durch Investoren wider, ob das Gewinnwachstum mit den hohen Erwartungen Schritt halten kann, als eine Entscheidung, den Sektor vollständig zu verlassen.

Das Ausmaß des Rückgangs bei Chip-Aktien war beträchtlich. Halbleiter- und Speicherchip-Werte wie Samsung, SK Hynix, Intel und Micron verloren im vergangenen Monat jeweils rund ein Drittel ihres Wertes. Gleichzeitig gerieten Software-Aktien – ein Bereich, den HSBC als zeitweise vernachlässigt beschreibt – wieder in den Fokus der Anleger. Der Morningstar Global Software-App Index erholte sich seit seinem Juni-Tiefstand um etwa 16 %, und Unternehmen wie Salesforce, Workday und ServiceNow verzeichneten in der vergangenen Woche deutliche Kurssteigerungen. Diese Erholung untermauert die Einschätzung der Bank, dass Kapital innerhalb des breiteren Technologie-Handels rotiert wird, anstatt ihn zu verlassen, was weitere Verluste bei Halbleiterwerten begrenzen könnte, sobald die Portfolio-Umschichtung abgeschlossen ist. Die Rotation verdeutlicht auch einen strukturellen Unterschied bei der AI-Monetarisierung: Hardware-Erlöse sind an zyklische Kapitalausgaben gebunden, während Softwareunternehmen AI-Funktionen in wiederkehrende Abo-Modelle integrieren können, was eine verlässlichere Umsatzprognose bietet.

HSBC erklärte, dass man das strukturelle AI-Thema weiterhin als intakt betrachte und Positionen entlang des gesamten AI-Ökosystems in Asien halte – darunter Stromversorgung, Infrastruktur und industrielle Automatisierung. Die Bank stellte fest, dass der Wettbewerb zwischen AI-Modellen intensiver wird und der Preisdruck zunimmt, während die Ära des subventionierten AI-Zugangs zu Ende geht. Dies dränge Anbieter zunehmend in Richtung von Monetarisierungsansätzen wie Model-as-a-Service – ein Übergang, der darüber entscheiden wird, welche Unternehmen es schaffen, ihre AI-Entwicklungskosten in dauerhafte Erlösströme umzuwandeln.

In China beobachtete HSBC specifically eine erneute Verschiebung der Anlegerpräferenzen zugunsten von Biotechnologie, Internetplattformen, Hyperscalern und Elektroautoherstellern.

Grundlage der breiteren Überzeugung der Bank ist ihr Ausblick auf die AI-Kapitalausgaben. HSBC prognostiziert, dass die AI-Kapex von unter 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf mehr als 1 Billion US-Dollar bis 2028 steigen werden – eine Entwicklung, von der die Bank erwartet, dass sie bedeutsame neue Umsatzchancen für Unternehmen entlang der gesamten AI-Wertschöpfungskette schafft.

HSBC verwies zudem auf die wachsende Rolle Asiens beim worldwide Aufbau von Rechenzentren und prognostizierte, dass sich die Rechenzentrums-Kapazität der Region bis 2030 mehr als verdoppeln und dann etwa 40 % der weltweiten Kapazität ausmachen wird. Diese Expansion sollte die Nachfrage entlang der gesamten Rechenzentrums-Wertschöpfungskette stützen – einschließlich Chips, Halbleiterausrüstung, Kühlsystemen, Servern, Rohstoffen, lokaler Stromerzeugung und Energiespeicherung – eine These, die die Bank als ihr High-Conviction-Statement zum Rechenzentrums-Boom in Asien formuliert hat.

Zusammengefasst deutet die anhaltende Übergewichtung von HSBC bei US-Aktien, gepaart mit selektiver Überzeugung hinsichtlich der AI-Infrastruktur in Asien, darauf hin, dass die Bank die aktuelle Volatilität als Repositionierungsphase innerhalb einer noch intakten Wachstumserzählung betrachtet – nicht als Wendepunkt.