Volkswagen California T7 Wohnmobil-Test: Ein Kult-Wohnmobil wird erwachsen
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Volkswagen California T7 basiert auf der VW Multivan-Plattform und wird mit drei Motoroptionen angeboten, darunter ein 245hp Plug-in-Hybrid mit 52,2 Meilen rein elektrischer Reichweite und CO2-Emissionen von 70g/km.
- •Alle T7 California-Varianten verfügen über ein Aufstelldach und bieten Schlafplätze für vier Erwachsene, mit Ausstattungslinien vom Einstiegsmodell Beach Camper ab £64,432 bis zum Topmodell Ocean zum Testpreis von £91,102.
- •Der Wechsel des T7 zu einer Personenwagenbasis sorgt für mehr personenwagenähnliche Fahreigenschaften als der Vorgänger T6, und das niedrigere Dach ermöglicht die Durchfahrt unter Höhenbegrenzungen, die häufig an Supermärkten und Küstenparkplätzen zu finden sind.
- •Trotz kompakterer und einfacherer Auslegung als der Grand California, der über eine Nasszelle und einen Esstisch verfügt, erwies sich der T7 als ebenso geeignet für das Familien-Camping, mit Vorteilen wie beidseitigen Schiebetüren und vergleichbarer Verarbeitungsqualität.
- •Der California profitiert von einem starken Markenimage und geringer Wertminderung, was die Unterhaltskosten möglicherweise erschwinglicher macht als erwartet, wenn das Fahrzeug sowohl als Wohnmobil als auch als Familienwagen dient.

Großbritanniens meistverkauftes Fahrzeug im Jahr 2026 ist bisher der Ford Puma. Besucht man jedoch die Südküste während der Urlaubssaison, könnte man meinen, der Volkswagen California halte diesen Titel. Ob im Touristenverkehr festgefahren, am Strand geparkt oder auf einem Campingplatz postiert – diese Wohnmobile scheinen allgegenwärtig zu sein.
Volkswagen-Camper genießen seit den luftgekühlten T1-Ursprüngen aus der Flower-Power-Ära Kultstatus, während der Name California selbst bis ins Jahr 1988 zurückreicht. Das neueste T7-Modell basiert auf dem VW Multivan und ist ab £64,432 erhältlich. Eine größere Variante, der Grand California, ist eng mit dem VW Transporter verwandt und ab £85,408 erhältlich. Der breitere britische Markt für Freizeitfahrzeuge ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, wobei die Nachfrage nach Urlauben im eigenen Land und flexible Arbeitsmodelle mehr Käufer dazu ermutigen, den Besitz eines Wohnmobils in Betracht zu ziehen.
Das Budget von Motoring Research reichte nicht aus, um die Ambition des Autors zu verwirklichen: eine Reise nach Kalifornien in einem California. Stattdessen folgte die Reise dem ausgetretenen Pfad von scheinbar jedem anderen VW-Camper-Besitzer auf den britischen Inseln – es ging die M3 in Richtung Süden durch den New Forest nach Bournemouth und darüber hinaus. Die Frage: Wie würde sich der T7 als Urlaubstransportmittel und als Zuhause auf Rädern für eine vierköpfige Familie schlagen? Eine Woche auf der Straße lieferte die Antwort.
Beach Camper, Coast oder Ocean?
Der California wird mit drei Motorisierungen angeboten: einem 150hp TDI-Diesel, einem 204hp TSI-Benziner und einem 245hp Plug-in-Hybrid. Alle Varianten verfügen über Allradantrieb und das Doppelkupplungs-DSG-Automatikgetriebe von Volkswagen – eine manuelle Option gibt es nicht.
Die getestete PHEV-Variante kombiniert einen 1,5-Liter-Ottomotor mit einer 19,7kWh-Batterie und bietet eine rein elektrische Reichweite von 52,2 Meilen bei offiziellen CO2-Emissionen von nur 70g/km. Dies führt zu einer entsprechend günstigen Fahrzeugsteuer (VED) im ersten Jahr. Die elektrische Reichweite reicht auch für kurze städtische Pendelfahrten aus, und als aktuelles Benzinmodell erfüllt der California die Euro-6-Normen, die für die Einhaltung der ULEZ-Vorschriften in London und entsprechender Umweltzonen in anderen britischen Städten erforderlich sind.
Jeder T7 California verfügt über ein Aufstelldach und bietet Schlafplätze für vier Erwachsene in einer Zwei-oben-Zwei-unten-Konfiguration. Das Einstiegsmodell Beach Camper bietet fünf Sitze und einen einfachen, ausziehbaren Gaskocher. Die mittlere Ausstattungslinie Coast hat vier Sitze und bietet eine vollständigere Küchenausstattung mit robusten Schränken, einem Waschbecken und einem kleinen eingebauten Kühlschrank.
Das Topmodell California Ocean teilt das Innenraumkonzept mit dem Coast, fügt jedoch Annehmlichkeiten wie ein elektrisch öffnendes Dach, LED-Matrix-Scheinwerfer, beheizte Sitze und ambiente Innenraumbeleuchtung hinzu. Das Testfahrzeug kostete £91,102.
Auf der Straße
Der Wechsel von einer reinen Transporterplattform (wie beim Vorgänger T6) zur Multivan-Basis könnte für den T7 zunächst wie ein Rückschritt wirken. In der Praxis sind die Straßenmanieren des California jedoch deutlich mehr personenwagen- als transportermäßig, auch wenn die Sitzposition nicht so hoch ist, wie manche es vielleicht bevorzugen.
Die Hybridbatterie unterstützt die Zugkraft des Motors und liefert ein kombiniertes Drehmoment von 184lb ft ab 1.500rpm, wodurch sich die Beschleunigung auch bei voller Beladung ausreichend flott anfühlt. Die Lenkung ist leichtgängig, das DSG-Getriebe schaltet geschmeidig, und Parksensoren sowie eine Rückfahrkamera erleichtern das Einparken.
Fahrer bleiben sich der beträchtlichen Größe und des Gewichts des Fahrzeugs bewusst – mit 2.693kg ist es ein stattliches Fahrzeug, das jedoch noch komfortabel unter der maximal zulässigen Gesamtmasse von 3.500kg liegt, die die Grenze für den britischen Standard-Führerschein der Kategorie B definiert. Die flachen Seitenflächen erleichtern jedoch das Einordnen auf der Straße, und man neigt natürlich zu einer gemäßigeren Fahrweise. Wer ein Fahrzeug dieses Gewichts wie einen Hot Hatch fährt, wird schnell den Inhalt der Schränke in Unordnung vorfinden.
Leben auf dem Campingplatz
Nach der Ankunft auf dem Campingplatz und dem Beantworten der unvermeidlichen Fragen neugieriger T5- und T6-Besitzer beginnt der Routineablauf: Anschließen an die Campingplatz-Stromversorgung (die Innenbeleuchtung und Geräte betreibt, aber nicht die Hybridbatterie lädt), manuelles Ausfahren des Vorzelts und Anheben des Daches.
Beim California Ocean erfolgt das Anheben des Daches per Knopfdruck – eine zeltartige Struktur klappt auf und enthüllt ein darüber liegendes Doppelbett. Das Erklimmen erfordert eine gewisse Sportlichkeit, und der Platz zum Ausstrecken ist begrenzt. Die Federkernmatratze ist jedoch komfortabler als in jedem Zweipersonenzelt, und das per Touchscreen gesteuerte Zentralheizungssystem von Volkswagen hält das Innere warm.
Das untere Bett ist aufgrund der Küche und der Seitenschränke schmaler, bot aber Platz für zwei Kinder (15 und 12 Jahre) nebeneinander. Eine effektive Nutzung des Stauraums ist unerlässlich, damit der Raum gemütlich statt beengt wirkt.
Vergleich mit dem Grand California
Drei Jahre zuvor unternahm dieselbe Familie eine ähnliche Reise in einem auf dem T6-Transporter basierenden Volkswagen Grand California, der über zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie einen Esstisch und eine Nasszelle mit Toilette und Dusche verfügte. Obwohl der T7 ein kleineres und einfacheres Konzept darstellt, erwies er sich als ebenso geeignet.
Die Vorteile des T7 umfassen Schiebetüren auf beiden Seiten für einen leichteren Zugang sowie ein niedrigeres Dach, das die Durchfahrthöhe von Höhenbegrenzungen an Supermärkten und Küstenparkplätzen problemlos passiert. Das schlitzförmige Oberbett im Grand California ist hingegen recht klaustrophobisch, mit nicht ausreichendem Platz selbst für kleine Kinder, um aufrecht zu sitzen.
Der Esstisch wurde bei Regen vermisst, doch im Allgemeinen wurde das Essen im Freien bevorzugt, wobei die im Heckklappenbereich verstauten Campingklappstühle zum Einsatz kamen. Weitere Annehmlichkeiten im Innenraum des California umfassen drehbare Vordersitze, die einen Lounge-Bereich schaffen, sowie eine umfangreiche Ausstattung mit Stromanschlüssen und USB-Buchsen – darunter auch ein USB-C-Anschluss im oberen Schlafbereich.
Für diejenigen, die abseits ausgebauter Straßen unterwegs sind, wäre die zusätzliche Vielseitigkeit des Grand California von Vorteil. Für Camper jedoch, die Plätze mit Strom, Duschen und Toiletten bevorzugen, stellt der California die praktischere Wahl dar – gleichermaßen für Tagesausflüge nutzbar und nachts ebenso komfortabel, ohne Kompromisse bei der Qualität der Ausstattung und Anbauteile im Vergleich zu seinem teureren Pendant.
Fazit: Volkswagen California Ocean
Einen California zu besitzen ist vergleichbar mit dem Besitz eines Caravans, jedoch mit erheblich mehr Prestige verbunden. Er fördert Spontaneität, längere Urlaube und Entdeckerlust. Zwar gibt es potenziell günstigere Wohnmobilausbauten von Herstellern wie Ford und Citroen, und direkte Konkurrenten wie der Mercedes-Benz Marco Polo bieten ein vergleichbares Wohnmobil-Konzept auf Basis eines Personenwagens. Doch das starke Markenimage des California und die entsprechend geringe Wertminderung bedeuten, dass die Unterhaltskosten erschwinglicher ausfallen könnten als erwartet – insbesondere, wenn das Fahrzeug zugleich als Familienwagen dient. Und £91,102 würden eine beträchtliche Anzahl von Hotelübernachtungen finanzieren.
Mit dem Fahren eines Volkswagen-Campers geht zudem eine ausgeprägte Kameradschaft einher – ein Phänomen, das ausschließlich Kultfahrzeugen wie klassischen Land Rovern, dem originalen Mini und dem Volkswagen Käfer vorbehalten ist. Andere Besitzer kommen herbei, um hineinzuschauen, Geschichten auszutauschen und ihre Modifikationen zu präsentieren. Man wird Teil eines inoffiziellen California-Clubs – obwohl man sich von der Masse kaum abheben dürfte, insbesondere an der Südküste im Sommer.
• Tim Pitt schreibt für Motoring Research