NachrichtenMakroTrumps Pentagon-Chef verlässt das Schiff — und lässt Navy-Soldaten in einer „Krise“ zurück

Trumps Pentagon-Chef verlässt das Schiff — und lässt Navy-Soldaten in einer „Krise“ zurück

Autor: Alternet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die USS Abraham Lincoln ist seit über 250 aufeinanderfolgenden Tagen ohne Hafenanlauf auf See und damit auf Rekordkurs für den längsten Einsatz in der Geschichte der US-Flugzeugträger.
  • Familien der 5.000 Seeleute warnten bei einer Bürgerversammlung in San Diego den amtierenden Navy-Minister Hung Cao vor der Sorge vor Suiziden unter der Besatzung.
  • Seeleute berichten von kritischen Engpässen bei Lebensmitteln, Hygieneartikeln und ausbleibender Post sowie von schwerer körperlicher und psychischer Erschöpfung.
  • Verteidigungsminister Pete Hegseth bestritt im April Versorgungsprobleme, doch die Lage soll sich seitdem deutlich verschärft haben.
  • Laut Familienberichten musste mindestens ein Besatzungsmitglied von Kollegen körperlich daran gehindert werden, über Bord zu springen.
Trumps Pentagon-Chef verlässt das Schiff — und lässt Navy-Soldaten in einer „Krise“ zurück

Fünfeinhalb Monate nach Beginn des Kriegs mit Iran erleben Angehörige der U.S. Navy an Bord der USS Abraham Lincoln nach übereinstimmenden Schilderungen eine schwere und sich verschärfende Krise der Moral und des Wohlbefindens. Familien äußern dringende Sorgen um die mentale und körperliche Gesundheit der 5.000 Seeleute an Bord.

Nach Berichten von Simon Marks im britischen i Paper fühlen sich Besatzungsmitglieder zunehmend von Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth im Stich gelassen. „Families say the mental health of sailors is now at immediate risk“, berichtet Marks. „They reported at least one incident in which a crew member was prevented by his colleagues from jumping overboard.“ (i Paper)

Der nuklear angetriebene Flugzeugträger ist inzwischen seit mehr als 250 aufeinanderfolgenden Tagen auf See — davon über 40 Tage in Kampfoperationen mit Iran — und stellt damit einen neuen Rekord für den längsten ununterbrochenen Einsatz ohne Hafenanlauf in der Geschichte der US-Flugzeugträger auf. Dieser Meilenstein unterstreicht die außergewöhnliche Belastung einer Flotte, die im Normalfall auf regelmäßige Hafenbesuche angewiesen ist, um Vorräte aufzufüllen, Wartungsarbeiten durchzuführen und den Besatzungen wichtige Erholungsphasen fernab eines hohen operativen Tempos zu ermöglichen. Träger-Einsätze dauern typischerweise sechs bis neun Monate; planmäßige Stopps dienen als wesentlicher Ausgleich für psychische Gesundheit und Einheitszusammenhalt.

Die Bedingungen an Bord der Lincoln sollen sich bereits vor Monaten verschlechtert haben. Im April, kaum einen Monat nach Beginn des Konflikts, äußerten Seeleute in sozialen Medien Beschwerden über schrumpfende Lebensmittelvorräte. Bilder, die an Familienangehörige geschickt und später an die Presse weitergegeben wurden, schienen die Vorwürfe zu bestätigen und zeigten Mahlzeiten, die kaum mehr als gekochte Karotten und unidentifizierbares getrocknetes Fleisch enthielten. Auch Besatzungsmitglieder der nahegelegenen USS Tripoli äußerten ähnliche Beschwerden.

Damals bestritt Hegseth, dass es Versorgungsprobleme gebe, und erklärte, die Schiffe hätten mehr als 30 Tage an Vorräten für ihre Besatzungen an Bord. Vier Monate später hat sich die Lage weiter zugespitzt.

Unter Verweis auf aktuelle Berichte von Stars and Stripes weist Marks darauf hin, dass Familien von Navy-Angehörigen ihre Sorgen bei einer Bürgerversammlung in San Diego vorbrachten. (Stars and Stripes)

„Families reportedly warned Acting Secretary of the Navy Hung Cao that they were increasingly fearful of suicides among the men and women serving aboard the carrier“, schreibt Marks. „The 5,000 men and women aboard the carrier say food and basic hygiene supplies are running low, physical and mental exhaustion is setting in, and letters and care packages sent from home have failed to reach the ship for months.“

Die Krise an Bord der Lincoln lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Problem, mit dem sich die Navy über mehrere Regierungszeiten hinweg konfrontiert sah: die psychische Gesundheit der Streitkräfte während langandauernder Einsätze zu erhalten. Längere Zeiträume auf See ohne Erholung werden in militärmedizinischen Studien mit erhöhten Raten von Angstzuständen, Depressionen und Erschöpfung bei Dienstangehörigen in Verbindung gebracht.

Ein von Stars and Stripes zitierter Angehöriger der U.S. Navy richtete einen direkten Appell: „Our mental health and physical health is in danger. We need help.“