USENIX-Studie verknüpft 65.340 Krypto-Adressen mit 574,8 Mio. $ Verlusten auf Ethereum und BNB Chain
Wichtige Erkenntnisse
- •Eine USENIX-Security-Studie identifizierte 65.340 missbräuchliche Kryptowährungsadressen, die mit etwa 574,8 Millionen Dollar an Verlusten auf Ethereum und BNB Chain verbunden sind.
- •Forscher extrahierten mehr als 16,3 Millionen private Schlüssel aus 63.004 öffentlichen GitHub-Repositorys, was das große Ausmaß versehentlich offengelegter Wallet-Anmeldeinformationen verdeutlicht.
- •Die dokumentierten Verluste entstanden durch Angreifer, die geleakte private Schlüssel ausnutzten, anstatt Smart-Contract- oder Protokoll-Schwachstellen.
- •Trotz der Verfügbarkeit automatisierter Secret-Scanning-Tools wie GitGuardian und TruffleHog versäumen es viele Entwickler weiterhin, ihre Repositorys zu sichern oder auf offengelegte Anmeldeinformationen zu überwachen.
- •Der Fokus der Studie auf EVM-kompatible Netzwerke legt nahe, dass ähnliche Risiken der Offenlegung privater Schlüssel auch auf andere Blockchain-Plattformen mit vergleichbaren Entwicklungsworkflows übergreifen könnten.

Eine neue USENIX-Studie hat 65.340 missbräuchliche Kryptowährungsadressen identifiziert, die mit etwa 574,8 Millionen Dollar an Verlusten auf Ethereum und BNB Chain verbunden sind. Die auf der USENIX Security – einer der bedeutendsten akademischen Cybersicherheitskonferenzen – akzeptierte Forschung beleuchtet die anhaltenden Risiken im Zusammenhang mit unsachgemäß gesicherten kryptografischen Anmeldeinformationen und öffentlich zugänglichen Quellcode-Repositorys. Während sich in der Krypto-Sicherheit viel Aufmerksamkeit auf Smart-Contract-Schwachstellen und Exploits auf Protokollebene konzentriert hat, verweisen die Ergebnisse auf ein alltäglicheres, aber ebenso schädliches Problem: Entwickler, die versehentlich die Schlüssel veröffentlichen, die Wallets steuern.
Laut der Studie konnten Angreifer offengelegte private Schlüssel ausnutzen, um unbefugten Zugriff auf Kryptowährungs-Wallets zu erlangen und die damit verbundenen Vermögenswerte abzuziehen. Die Ergebnisse unterstreichen die kritische Bedeutung sicherer Schlüsselverwaltungspraktiken im gesamten breiteren Blockchain-Ökosystem, wo ein einziger geleakter privater Schlüssel die volle, unwiderrufliche Kontrolle über On-Chain-Vermögenswerte gewähren kann.
Millionen private Schlüssel aus GitHub extrahiert
Die Forscher berichteten, dass sie mehr als 16,3 Millionen private Schlüssel aus 63.004 GitHub-Repositorys extrahiert haben, was das alarmierende Ausmaß der versehentlich online veröffentlichten sensiblen Informationen verdeutlicht. Das öffentliche Einchecken privater Schlüssel in Quellcode-Repositorys ermöglicht es Angreifern, kompromittierte Wallets schnell zu identifizieren und Guthaben unbefugt zu übertragen. GitHub hat ein automatisiertes Secret-Scanning eingeführt, um offengelegte Anmeldeinformationen zu erkennen, und Drittanbieter-Tools wie GitGuardian und TruffleHog werden für diesen Zweck weit verbreitet eingesetzt. Das Volumen der gefundenen Schlüssel zeigt jedoch, dass viele Entwickler sich der Risiken nicht bewusst sind oder nicht auf automatisierte Warnungen reagieren.
Die Studie legt nahe, dass unsichere Entwicklungspraktiken eine bedeutende Quelle von kryptobezogenen Diebstählen bleiben. Entwickler werden dringend aufgefordert, sichere Secret-Management-Tools zu verwenden und ihre Repositorys regelmäßig auf versehentlich offengelegte Anmeldeinformationen zu scannen.
UPDATE: A USENIX study found 65,340 abusive crypto addresses tied to $574.8M in losses on Ethereum and BNB Chain. Researchers extracted 16.3M+ private keys from 63,004 GitHub repositories. pic.twitter.com/Yyje5kYStb — Cointelegraph (@Cointelegraph) August 13, 2026
Sicherheit bleibt eine kritische Herausforderung
Die neuesten Erkenntnisse zu missbräuchlichen Krypto-Adressen unterstreichen den dringenden Bedarf an stärkeren Sicherheitsstandards in der gesamten Digital-Asset-Branche. Mit der weiteren Verbreitung von Blockchain-Technologie bleibt der Schutz privater Schlüssel eine der wichtigsten Verantwortungen für Entwickler, Organisationen und einzelne Nutzer gleichermaßen. Der Fokus der Studie auf Ethereum und BNB Chain – beides EVM-kompatible Netzwerke mit großen Entwicklergemeinschaften und hohen Transaktionsvolumina – lässt vermuten, dass das Problem auch auf andere Blockchains mit ähnlichen Entwicklungsworkflows übergreifen könnte.
Die Forschung dient als deutliche Erinnerung daran, dass operative Sicherheit bei der Verhinderung von Kryptowährungsdiebstahl genauso wichtig ist wie Sicherheit auf Blockchain-Protokollebene.