NachrichtenRohstoffe & ForexUSDCHF fällt unter Dollar-Verkäufen, während wichtige technische Niveaus nachgeben

USDCHF fällt unter Dollar-Verkäufen, während wichtige technische Niveaus nachgeben

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der USDCHF fiel um rund 0,87 %, da dovish Kommentare der Fed durch Gouverneur Christopher Waller auf den US-Dollar drückten.
  • Der Kurs brach unter den 100-Stunden-Durchschnitt nahe 0,8100 und den 200-Stunden-Durchschnitt nahe 0,8070 und übergab den Verkäufern die technische Kontrolle.
  • Ein früherer Ausbruch nach oben über die Swing-Zone 0,81383–0,81513 scheiterte, als der Kurs darunter zurückfiel, und kehrte die Dynamik nach unten.
  • Das Paar testet die Untergrenze der Swing-Zone 0,8055–0,8070; ein anhaltender Bruch unter 0,8055 zielt auf 0,80178 und dann 0,8006.
  • Eine Erholung über 0,8070 würde die Kontrolle der Verkäufer schwächen und den Fokus auf den 100-Stunden-Durchschnitt nahe 0,8100 richten.
USDCHF fällt unter Dollar-Verkäufen, während wichtige technische Niveaus nachgeben

Der USDCHF ist um rund 0,87 % gefallen, da Verkäufer das Paar im Einklang mit dem breiteren Rückgang des US-Dollars nach unten drücken. Dieser folgte auf eher dovish Kommentare des Fed-Gouverneurs Christopher Waller. Das begleitende Video bietet eine Schulung und technische Analyse der Kursbewegungen des Paares in den vergangenen beiden Sitzungen, in denen der Kurs deutlich gefallen ist.

Der Franken hat – wie der Yen und Gold – historisch während Phasen der Dollarschwäche und Risikoaversion Kapitalflüsse angezogen. Kommentiert die Fed dollarnegativ, gerät der USDCHF daher unter doppelten Druck: ein weicherer Dollar und, wenn die Stimmung kippt, zugleich Nachfrage nach der Schweizer Währung selbst.

Aus technischer Sicht hat der Rückgang den Kurs unter den 100-Stunden-Durchschnitt nahe 0,8100 und den 200-Stunden-Durchschnitt nahe 0,8070 gezogen. Diese Brüche haben die Kontrolle an die Verkäufer übergeben.

Die Geschichte begann jedoch bereits gestern, als die Käufer ihre Chance hatten und einen Ausbruch nicht durchhalten konnten. Der Kurs stieg über eine Swing-Zone zwischen 0,81383 und 0,81513 und erreichte ein Hoch nahe 0,8158. Diese Zone fungierte auf dem Chart zuvor sowohl als Unterstützung als auch als Widerstand und ist damit ein wichtiger Gradmesser für Trader. Ein Überschreiten gab den Käufern die Gelegenheit, mehr Kontrolle zu übernehmen; darüber zu bleiben, war die nächste Voraussetzung.

Das geschah nicht. Der Kurs drehte rasch nach unten und rutschte zurück unter 0,81383 – der Ausbruch nach oben scheiterte. Käufer, die auf den Break nach oben eingestiegen waren, befanden sich plötzlich in Positionen, die sich gegen sie bewegten, während Verkäufer einen technischen Grund erhielten, sich an dieser Zone abzustützen.

Die lehrreiche Erkenntnis: Ein Bruch über einen Widerstand ist nur der erste Schritt. Der Kurs muss zeigen, dass er über diesem Widerstand bleiben kann. Gelingt das nicht, kann der gescheiterte Ausbruch eine Bewegung in die Gegenrichtung befeuern, wenn Käufer aussteigen und Verkäufer zuversichtlicher werden.

Diese Abwärtsdynamik verstärkte sich heute. Der Bruch unter den 100-Stunden-Durchschnitt schwächte das Bullenbild weiter, und der anschließende Fall unter den 200-Stunden-Durchschnitt bescherte den Verkäufern einen weiteren technischen Erfolg.

Wie geht es weiter?

Der Kurs testet nun die Untergrenze einer Swing-Zone zwischen 0,8055 und 0,8070 und fällt vereinzelt darunter. Trader versuchen einen Abwärtsausbruch – doch ebenso wie der gestrige Aufwärtsausbruch Bestätigung brauchte, braucht auch der heutige Abwärtsausbruch eine solche.

Bleibt der Kurs unter 0,8055, öffnet sich die Tür für eine Bewegung Richtung der nächsten Swing-Zone zwischen 0,8006 und 0,80178. Auf dem Weg nach unten würden Trader zunächst 0,80178 erreichen, gefolgt von 0,8006 – Ziele, die erreicht und überschritten werden müssen, wenn die Verkäufer ihre Kontrolle ausbauen wollen.

Nach oben wird der 200-Stunden-Durchschnitt nahe 0,8070 für Verkäufer zu einem risikodefinierenden Niveau. Er liegt zudem nahe der Oberkante der aktuellen Swing-Zone – für Trader also zwei technische Gründe, dieses Niveau zu beobachten. Eine Erholung über 0,8055 würde darauf hindeuten, dass der Abwärtsausbruch ins Stocken gerät, während ein Anstieg über 0,8070 die Kontrolle der Verkäufer schwächen und den 100-Stunden-Durchschnitt nahe 0,8100 wieder in den Fokus rücken würde.

Für Einsteiger zeigt sich hier, wozu technische Instrumente dienen: Sie garantieren nicht die nächste Bewegung; sie liefern Niveaus, an denen Kursbewegungen beurteilt und Risiken definiert werden können.

Gestern hatten die Käufer ihre Chance – und verpassten sie. Heute haben die Verkäufer die Kontrolle. Ein Bleiben unter dem 200-Stunden-Durchschnitt wahrt diesen Vorteil, und ein Fallen – und Bleiben – unter 0,8055 würde ihnen den nächsten Schub geben.