NachrichtenRohstoffe & ForexFX Daily: Der Kampf gegen den Yen birgt eigene Risiken

FX Daily: Der Kampf gegen den Yen birgt eigene Risiken

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • USD/JPY fiel von über 155,0 auf 153,0, wobei dünne Liquidität am US-Feiertag einen Yen-getriebenen Abverkauf verstärkte, dem sich nach ING-Einschätzung entgegenzutreten riskant ist – angesichts des Potenzials einer Carry-Trade-Abwicklung.
  • ING sieht Abwärtsrisiken für EUR/USD in Richtung 1,150 und verweist auf Energiepreisdruck auf die Terms of Trade der Eurozone sowie Abwärtsrisiken vor der EZB-Sitzung am Donnerstag.
  • Der Sterling erhielt Unterstützung aus der ersten großen Rede von Schatzkanzler John Healey mit Betonung der Fiskaldisziplin, obwohl derzeit kein fiskalischer Risikoaufschlag eingepreist ist.
  • Die ungarische Inflation stieg im August unter den Prognosen von 1,2 % auf 1,3 %, während die NBB Berichten zufolge über eine Pause der Zinssenkungen im September vor der Euro-Einführung nachdenkt.
  • ING behält kurzfristig eine bullische Dollar-Grundhaltung bei, gestützt auf starke Beschäftigungszahlen und hohe Energiepreise, wobei die US-CPI-Veröffentlichung am Freitag ein wichtiges Risikoereignis darstellt.
FX Daily: Der Kampf gegen den Yen birgt eigene Risiken

FX Daily: Der Kampf gegen den Yen birgt eigene Risiken

Daily Currencies Ratings, 08/09/2026 — Quelle: ING

USD: Die USD/JPY-Story dominiert

Yen-Bewegungen haben den Wochenbeginn weiterhin dominiert. Die dünne Liquidität infolge des US-Feiertags hat den USD/JPY-Abverkauf vom Vortag vermutlich verstärkt und das Währungspaar unter die wichtige Marke von 155,0 gedrückt, bevor es über Nacht auf 153,0 ausgedehnt wurde. Dies wirkt weiterhin in erster Linie wie eine JPY-Story und nicht wie ein Beleg für eine breitere Verschiebung der Stimmung gegenüber dem Dollar. Das Schnellgeld konzentriert sich zunehmend auf eine Kombination aus einer restriktiven Bank of Japan und einer steigenden Inlandsquote des GPIF – eine Anspielung auf den Government Pension Investment Fund, Japans größten öffentlichen Investor, dessen Umschichtungen im Portfolio Kapitalflüsse in einer für Devisenmärkte relevanten Größenordnung bewegen können.

Auch wenn die kurzfristigen Fundamentaldaten nahelegen, dass die Bewegung übertrieben ist, bleibt es riskant, sich ihr in den Weg zu stellen – insbesondere angesichts des Spielraums für eine weitere Abwicklung von Carry Trades. Carry Trades – in niedrigverzinslichen Währungen wie dem Yen finanzierte Positionen, die in höher verzinsliche Anlagen elsewhere investiert werden – können Devisenbewegungen verstärken, wenn sie schnell abgewickelt werden, wie Episoden wie der Yen-Anstieg im August 2024 zeigten. Die nächste relevante Unterstützung findet sich erst bei 152,0, wo der Yen-Rallye im Januar und Februar zum Erliegen kam. Ein Bruch darunter könnte rasch den Weg in Richtung 150,0 öffnen. Ob eine solche Bewegung Bestand hätte, falls die Fed kommende Woche erhöht, bleibt offen, doch die aktuelle Volatilität spricht dagegen, das fallende Messer fangen zu wollen.

Der Yen-Rallye setzt sich weiterhin in einer breiteren Dollarschwäche fort, auch wenn die übergreifende USD-Narrativ ungeklärt bleibt. Starke Beschäftigungszahlen und hohe Energiepreise (Brent nahe 100 USD/Barrel) bleiben stützende Faktoren, doch preisen die Märkte nach wie vor nur rund 15bp Straffung für September ein, und die Risikostimmung hat sich gut gehalten.

Die US-Aktienindizes deuten heute auf einen schwächeren Start hin, was dem Dollar angesichts eines ansonsten leeren Terminkalenders etwas Rückenwind verschaffen könnte. ING sieht den Bullen-Fall für den Dollar kurzfristig weiterhin als stärker an, wobei die US-CPI-Veröffentlichung am Freitag ein klares Risikoereignis bleibt.

Francesco Pesole

EUR: Abwärtsrisiken bleiben bestehen

Das Eurozonen-Wachstum im zweiten Quartal wurde von 0,4 % auf 0,6 % gegenüber dem Vorquartal nach oben revidiert, angetrieben durch stärkeres irisches Wachstum auf Basis robuster Ergebnisse multinationaler Unternehmen. Breiter betrachtet bleibt Europas Widerstandsfähigkeit trotz geopolitischer Entwicklungen und höherer Rohstoffpreise ein zentrales Thema des Sommers und hat den Euro vermutlich relativ teuer gehalten.

Die kurzfristige Abwärtspräferenz bei EUR/USD bleibt hauptsächlich von der USD-Einschätzung von ING und der Erwartung einer Fed-Zinserhöhung im September getrieben. Allerdings bietet der jüngste Anstieg der Energiepreise zusätzliche Unterstützung, da die Eurozone ein Nettoenergieimporteur ist und höhere Importkosten auf die Währung drücken. Echtzeitschätzungen deuten darauf hin, dass die Rohstoffterms of Trade der Eurozone inzwischen schlechter sind als beim bisherigen Tief im März.

Im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag sieht ING angesichts der aggressiven Straffungserwartungen der Märkte gewisse Abwärtsrisiken für den Euro. In diesem Kontext bleibt eine Bewegung in Richtung 1,150 in den kommenden Wochen ihrer Ansicht nach realistisch.

Francesco Pesole

GBP: Healey hält die Märkte ruhig

Der Sterling verzeichnete gestern eine ordentliche Session, wobei marginale Unterstützung möglicherweise aus der ersten großen Rede von Schatzkanzler John Healey kam. Er vermittelte eine klare Botschaft zur Fiskaldisziplin und trug dazu bei, den Anstieg der Renditen langlaufender Gilts weitgehend mit dem globalen Anleihe-Abverkauf in Einklang zu halten. Diese Haltung dürfte darauf abzielen, die Märkte zu beruhigen, bevor in den kommenden Wochen eine stetige Folge von Schlagzeilen zum Oktoberbudget zu erwarten ist.

Wie stark diese Schlagzeilen den Markt auf die Probe stellen werden, bleibt abzuwarten. Im Sterling ist derzeit kein fiskalisches Risikoaufschlag eingepreist, sodass Raum für Marktsorgen besteht. Die Turbulenzen am Gilt-Markt im Jahr 2022, als nicht finanzierte fiskalische Pläne einen scharfen Anleiheabverkauf auslösten, mahnen, wie schnell Marktvertrauen erodieren kann. Dennoch scheint die Regierung sich der Marktsensibilitäten sehr bewusst zu sein und wird eine ernsthafte Konfrontation mit dem Anleihemarkt wohl vermeiden – zumal höhere Renditen jeden verfügbaren fiskalischen Spielraum rasch aufzehren können.

ING behält aufgrund seiner Einschätzung, dass die Erwartungen an die Bank of England deutlich zu hawkish erscheinen, eine positive Grundhaltung bei EUR/GBP bei.

Francesco Pesole

HUF: Inflation zieht an, ist für die Märkte aber kein Game-Changer

Die heutigen Daten bestätigten den erwarteten Anstieg der ungarischen Inflation von 1,2 % im Juli – dem niedrigsten Stand seit fast 10 Jahren – auf 1,3 % im August, wobei sie erneut unter den Markterwartungen blieb. Dennoch wird erwartet, dass die Inflation bis Jahresende unter dem Zielwert der Zentralbank bleibt. Die NBH hatte 1,8 % für August prognostiziert, was einer Abweichung von 0,5 Prozentpunkten entspricht, gegenüber 0,7 Prozentpunkten im Juli.

Der Inflationsausblick bleibt freundlich, doch die NBH-Story ist seit der Meldung von Bloomberg in der vergangenen Woche, wonach die Zentralbank eine Pause der Zinssenkungen im September erwägt, um den Weg für ein niedrigeres Inflationsziel vor der Euro-Einführung zu ebnen, interessanter geworden. Nachfolgende Äußerungen der NBH deuten darauf hin, dass ein Politikwechsel bis zur Sitzung im September und den neuen Prognosen warten muss. Seit vergangener Woche hat sich die Zinskurve deutlich abgeflacht und der Forint hat sich gestärkt – Entwicklungen, die die heutigen Daten wohl nicht umkehren werden.

ING erwartet eine weitere Verengung der Eurozonen-Spreads, obwohl höhere globale Energiepreise zusätzliche Forint-Gewinne begrenzen könnten. EUR/HUF ist unter 364 gefallen, doch wenn Gas- und Ölpreise weiter steigen, könnte der Kurs angesichts der Rückkehr des Forint zu seinem früheren High-Beta-Verhalten erneut über dieses Niveau steigen.

Frantisek Taborsky

Quelle: ING, via Hellenic Shipping News