NachrichtenRohstoffe & ForexEuropäische Gaspreise steigen auf Mehrjahreshoch anhaltender Golf-LNG-Lieferstörungen

Europäische Gaspreise steigen auf Mehrjahreshoch anhaltender Golf-LNG-Lieferstörungen

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die europäischen Erdgaspreise erreichten 73,7 €/MWh, den höchsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren.
  • Katar hat die LNG-Ausfuhren weitgehend eingestellt und die Höhere Gewalt für Frachten nach Europa und Asien bis in den Herbst verlängert.
  • Iran warnte, dass regionale Energieinfrastruktur, darunter US-Öl- und Gasanlagen, weitere Angriffe erleben könnte.
  • Die EU-Gasspeicher sind zu etwa 66 % gefüllt – unter dem saisonalen Durchschnitt und dem 90-%-Ziel vor dem Winter.
  • Die Erholung der Speicher hängt von alternativen Lieferanten wie den USA und Norwegen sowie von besseren Schifffahrtsbedingungen am Strait of Hormuz ab.
Europäische Gaspreise steigen auf Mehrjahreshoch anhaltender Golf-LNG-Lieferstörungen

Die europäischen Erdgaspreise stiegen am Dienstag auf 73,7 €/MWh und verharrten damit auf ihrem höchsten Niveau seit mehr als dreieinhalb Jahren, da die LNG-Lieferungen aus dem Persischen Gulf infolge verschärfter Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran weiterhin stark beeinträchtigt blieben.

Die Eskalation der Kämpfe zwischen beiden Ländern verdeutlichte, wie schwierig eine Konfliktlösung ist, die die Wiederöffnung des Strait of Hormuz ermöglichen könnte – eine enge Engstelle zwischen Oman und Iran, durch die normalerweise ein erheblicher Teil des weltweiten Seehandels mit Öl und LNG verläuft. Am Montag warnte Iran, dass Energieinfrastruktur in der gesamten Region, darunter auch US-Öl- und Gasanlagen, weiteren Angriffen ausgesetzt sein könnte.

Katar, einer der weltweit größten LNG-Exporteure, hat die LNG-Ausfuhren weitgehend eingestellt und die Höhere Gewalt für Frachten bestimmt für europäische und asiatische Märkte bis in den Herbst verlängert, da die Schiffsstörungen an der kritischen Wasserstraße anhalten. Der Stopp ist für Europa besonders bedeutsam, da der Kontinent nach dem Verlust russischer Pipeline-Lieferungen infolge der Invasion der Ukraine 2022 stärker auf LNG-Importe auf dem Seeweg angewiesen ist und die Tankerrouten am Golf somit eine kritische Säule der Energieversorgung darstellen.

Der verringerte Zufluss hat das Tempo der Gaseinspeisung in europäische Speicher verlangsamt. Die EU-Speicher sind zu rund 66 % gefüllt und damit unter dem saisonalen Durchschnitt, was den Gasmarkt mit Blick auf die herannahende Heizsaison zunehmend verwundbar macht. Nach EU-Recht streben die Mitgliedstaaten vor dem Winter üblicherweise eine Füllung der Speicher auf 90 % der Kapazität an, wodurch die aktuelle Lücke ein Grund zur Sorge für die Energiesicherheit des Bündnisses darstellt. Ob sich die Speicherstände erholen können, hängt unter anderem davon ab, ob Frachten alternativer Lieferanten wie der Vereinigten Staaten, Norwegens und anderer atlantischer Exporteure die fehlenden katarischen Mengen ausgleichen können sowie davon, ob sich die Schifffahrtsbedingungen durch den Strait of Hormuz entspannen.

Quelle: Trading Economics via Hellenic Shipping News