USD/JPY bleibt unter Druck zu Wochenbeginn: Wichtige technische Niveaus im Blick
Wichtige Erkenntnisse
- •Der USD/JPY fiel um 0,4 % auf rund 155,60, nachdem er in der jüngsten Sitzung zwischen 156,27 und 155,60 geschwankt hatte.
- •Die Kursentwicklung bleibt unter den 100-Tage- und 200-Tage-Durchschnitten, was auf eine bearishe technische Tendenz hindeutet, während die Unterstützung nahe 155,50 hält.
- •Ein Bruch der psychologischen Marke von 155,00 würde die Januar- und Februar-Tiefs um 152,00-25 ins Visier nehmen; ein Halten könnte Käufern bei Rückgängen eine Erholung ermöglichen.
- •Der Yen steht unter dem Druck der großen Zinslücke zwischen einer restriktiven Federal Reserve und einer Bank of Japan, die erst im März 2024 die Negativzinsen beendet und seitdem nur vorsichtig erhöht hat.
- •Japanische Behörden intervenierten zuvor 2022 und Mitte 2024 auf dem Devisenmarkt, als der USD/JPY nahe 160 notierte; der US-CPI-Bericht am Freitag ist das wichtigste Risikoereignis vor der Fed-Entscheidung der kommenden Woche.

Der USD/JPY notiert heute mit einem Minus von 0,4 % bei rund 155,60, und das Währungspaar wirkt zu Beginn der neuen Handelswoche erneut schwach.
Der scharfe Rückgang der Vorwoche ist den Händlern noch präsent, trotz einiger Käufe bei Kursrückgängen am Freitag nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahlen außerhalb der Landwirtschaft fielen stark aus und stützten den Dollar zunächst, doch dieser Impuls wurde rasch zunichtegemacht. Der USD/JPY schwankte innerhalb von etwa einer halben Stunde zwischen einem Hoch von 156,75 und einem Tief von 155,35, bevor die Woche volatil ausklang.
Die neue Woche brachte mehr vom Gleichen. Das Paar testete zunächst die Zone oberhalb von 156,00 und erreichte ein Tageshoch von 156,27, bevor ein plötzlicher Kursverfall in der vergangenen Stunde es auf ein Tief von 155,60 fallen ließ.
Wie ist der USD/JPY also derzeit einzuordnen?
Das Abwärtmomentum seit dem Rückgang der Vorwoche bleibt weitgehend intakt. Die technischen Indikatoren deuten auf eine eher bearishe Ausrichtung hin, da die Kursentwicklung deutlich unter beiden gleitenden Durchschnitten – dem 100-Tage-Durchschnitt (rote Linie) und dem 200-Tage-Durchschnitt (blaue Linie) – notiert. Allerdings haben Käufer bei Kursrückgängen noch nicht aufgegeben.
Die wichtige tägliche Unterstützung aus den Tiefs von Ende April bis Anfang Mai nahe 155,50 hält weiterhin stand. Darüber hinaus liegt die entscheidende psychologische Unterstützung nun näher an 155,00, und dort dürften gegenwärtig weitere Kaufaufträge platziert sein.
Der breitere Kontext ist hier von Bedeutung. Der USD/JPY wurde in den vergangenen beiden Jahren maßgeblich von der großen Zinslücke zwischen einer weiterhin restriktiven Federal Reserve und der Bank of Japan getrieben, die ihre Negativzinspolitik erst im März 2024 beendet und seitdem nur schrittweise erhöht hat. Dieses Gefälle hat den Yen unter anhaltenden Druck gesetzt, und die Mitte der 150er-Bereiche liegt genau in jener Zone, in der die japanischen Behörden zuvor Bedenken über übermäßige Bewegungen geäußert haben – Japan intervenierte 2022 und erneut Mitte 2024 auf dem Devisenmarkt, als der USD/JPY nahe 160 notierte.
Ob die Bewegung der Vorwoche auf eine tatsächliche Intervention oder auf das kurzzeitige Aussteigen von Yen-Shorts und Spekulanten zurückzuführen war – die Linie auf den Charts ist eindeutig.
Das größte Risiko stellt nun ein Bruch unter das Niveau von 155,00 dar. Hält diese Marke, bleiben die Käufer bei Kursrückgängen im Spiel und könnten an einer Erholung arbeiten. Ein Bruch darunter hingegen würde den Verkäufern neuen Rückenwind geben und den Abwärtstrend fortsetzen, mit dem nächsten wichtigen Abwärtsziel bei den Tiefs von Januar und Februar nahe 152,00-25.
Was die wichtigsten Risikoereignisse dieser Woche betrifft, so ist keines bedeutsamer als der US-CPI-Bericht am Freitag. Er wird der letzte große Test für die Märkte vor der Fed-Entscheidung in der kommenden Woche sein. Auf der anderen Seite des Währungspaars bleiben weitere Signale der Bank of Japan zum Tempo zusätzlicher Zinserhöhungen ein laufender Faktor für die Yen-Stimmung, wobei BOJ-Vertreter in jüngsten Äußerungen einen vorsichtigen, datenabhängigen Ansatz bekräftigt haben.
Derweil liegt der Fokus beim USD/JPY auf dem Kampf um die Marke von 155,00.