NachrichtenMakroUSD/CAD rutscht leicht ab, da Kanada hastig einen Handelsdeal vor der Frist am 19. August anstrebt

USD/CAD rutscht leicht ab, da Kanada hastig einen Handelsdeal vor der Frist am 19. August anstrebt

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Kanada und die Vereinigten Staaten haben ihre Handelsgespräche vor der Zollfrist am 19. August intensiviert.
  • Dominic LeBlanc traf in Washington Jamieson Greer zu ihrem dritten persönlichen Treffen.
  • Kanada versucht, 50% Zölle auf Hunderte von Exporten zu vermeiden und niedrigere Abgaben auf Stahl, Aluminium, Holz und Autos zu erreichen.
  • Die Verhandlungen könnten die Zukunft des USMCA vor seiner geplanten Überprüfung im Jahr 2026 beeinflussen.
  • USD/CAD geriet unter Verkaufsdruck, und ein Handelsdeal könnte den kanadischen Dollar stützen, falls eine Einigung erzielt wird.
USD/CAD rutscht leicht ab, da Kanada hastig einen Handelsdeal vor der Frist am 19. August anstrebt

Der US-Dollar setzte am Montag seine Verluste gegenüber dem kanadischen Dollar fort, da die Spitzenunterhändler beider Länder die Gespräche über ein Handelsabkommen vor einer Zollfrist am 19. August intensivierten.

Laut CBC wollen Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc und sein amerikanischer Amtskollege „U.S. President Donald Trump a path to a potential trade deal as early as Monday“ vorlegen, unter Berufung auf nicht namentlich genannte mit den Gesprächen vertraute Quellen.

LeBlanc trifft sich heute in Washington mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer. Es ist das dritte persönliche Treffen der beiden Beamten, während die Frist näher rückt.

Am 19. August sollen 50% Zölle auf Hunderte kanadische Importe in Kraft treten, während die Vereinigten Staaten ebenfalls ähnliche Abgaben auf andere Handelspartner erheben wollen. Das Vermeiden dieser Zölle bildet die Grundlage für jede mögliche Vereinbarung. Für Kanada steht besonders viel auf dem Spiel, da das Land rund drei Viertel seiner Exporte in die USA liefert und die Vereinigten Staaten damit mit Abstand sein größter Handelspartner sind.

Über das bloße Vermeiden von Zöllen hinaus strebt Kanada niedrigere Abgaben auf Stahl, Aluminium, Holz und Autos an. Bemerkenswert ist, dass der jüngste CBC-Bericht Holz in die Verhandlungsliste aufnimmt, während frühere Berichte dies nicht taten. Weitere Berichte deuten darauf hin, dass Kanada möglicherweise eine Kombination aus niedrigeren Zollsatzn und Kontingenten speziell für Stahl und Aluminium anstrebt. Das derzeitige Zöllniveau von 50% hat insbesondere die kanadische Stahlindustrie stark getroffen.

Die breiteren Verhandlungen haben auch Auswirkungen auf das United States–Mexico–Canada Agreement (USMCA), das trilaterale Handelsabkommen, das NAFTA ersetzt hat und den Großteil der nordamerikanischen Handelsbeziehungen regelt. Das USMCA selbst nähert sich einer geplanten gemeinsamen Überprüfung im Jahr 2026, was bedeutet, dass bilaterale Nebenabkommen oder in den kommenden Tagen geschaffene Präzedenzfälle die breitere Neuverhandlung beeinflussen könnten.

An den Devisenmärkten stand USD/CAD nach einer deutlichen Rallye im Mai und Juni unter anhaltendem Verkaufsdruck; das Paar nähert sich nun dem 50%-Fibonacci-Retracement-Niveau dieser Bewegung. Ein substanzieller Handelsdeal, der sowohl für die bilaterale Zollsituation als auch für die Zukunft des USMCA-Rahmens Klarheit schafft, dürfte den kanadischen Dollar deutlich stützen, auch wenn ein solches Ergebnis innerhalb der gegenwärtigen Verhandlungsweise der US-Regierung schwierig bleibt.