Wall Street pausiert, da Iran-Diplomatie stagniert und wichtige Inflationsdaten bevorstehen
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Dow Jones, der S&P 500 und der Nasdaq Composite schlossen am Dienstag alle im Minus, mit Rückgängen zwischen etwa 0,1 % und 0,3 %, da Anleger eine vorsichtige Haltung vor den wichtigen Inflationsdaten einnahmen.
- •Präsident Trump lehnte die Kompensationsforderung des Iran für vergangene militärische Konflikte ab und verwies auf Wirtschaftssanktionen, während Außenminister Araghchi erklärte, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen keine Möglichkeit besteht, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.
- •Die Rohölpreise blieben hoch – Brent nahe 87 $ pro Barrel und West Texas Intermediate stieg um 1,3 % auf 83,20 $ –, was die Inflationsbedenken einen Tag vor der CPI-Veröffentlichung verschärfte.
- •Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, deutete an, dass die Bekämpfung der Inflation möglicherweise mehr als eine einzige Zinsanpassung erfordern könnte, nach einem schwächer als erwartet ausgefallenen Beschäftigungsbericht.
- •Die nach Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen von CoreWeave und Super Micro Computer sollen Aufschluss über die Nachfrage nach KI-Hardware geben, nachdem große Technologieunternehmen in den vergangenen zwei Jahren Hunderte Milliarden Dollar für KI-Rechenkapazitäten zugesagt haben.

Die wichtigsten US-Aktienindizes gaben am Dienstag leicht nach, während Anleger die anhaltenden geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormuz — eine enge Schiffspassage, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten täglichen Ölversorgung verläuft — navigierten und sich auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes am Mittwoch einstellten. Dieser gilt als der am intensivsten beobachtete US-Inflationsindikator und ist ein direkter Einflussfaktor für die geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve.
Der Dow Jones Industrial Average verlor zwischen 43 und 49 Punkte, was einem Rückgang von etwa 0,1 % entsprach. Der S&P 500 gab ebenfalls ungefähr 0,1 % nach, während der Nasdaq Composite deutlicher fiel und rund 0,3 % verlor.
Der S&P 500 schloss am Freitag mit einem Rekordstand von 7,757.64 Punkten. Seitdem hat sich die Aufwärtsdynamik abgeschwächt, und der Index müsste über diesem Niveau schließen, um ein neues Allzeithoch zu bestätigen.
Tom Essaye von Sevens Report Research beschrieb die aktuelle Marktphase als „eine Art Ampel“, bei der Händler auf Klarheit sowohl hinsichtlich der geopolitischen Lage als auch des Inflationsausblicks warten, bevor sie entscheidende Positionen eingehen.
Diplomatische Bemühungen bleiben festgefahren
Am Wochenende lehnte Präsident Trump die Forderung des Iran nach Entschädigung für vergangene militärische Konflikte ab und erklärte, er werde stattdessen auf Wirtschaftssanktionen setzen. Gegenüber Axios bemerkte er: „Wir verhandeln nur halbherzig mit ihnen.“
Irans Außenminister Abbas Araghchi bestätigte die Pattsituation und erklärte, dass unter den gegenwärtigen Umständen „keine Möglichkeit besteht, die Verhandlungen wieder aufzunehmen“.
Die Energiemärkte erlebten einen kurzen Aufschwung, nachdem der pakistanische Verteidigungsminister andeutete, die beiden Nationen seien „einer Art Abkommen nahe“. Die Rohölpreise blieben jedoch hoch, wobei Brent nahe 87 $ pro Barrel und West Texas Intermediate um 1,3 % auf 83,20 $ stieg.
Die anhaltende Stärke der Ölpreise verschärft die Inflationsbedenken nur einen Tag vor dem CPI-Bericht, da Energiekosten direkt in den Index einfließen und sich auf Transport-, Produktions- und Konsumgüterpreise auswirken können.
Inflationsdaten und Notenbankerwartungen
Der Beschäftigungsbericht vom Freitag fiel schwächer aus als erwartet, was Spekulationen befeuerte, dass die Federal Reserve im September die Zinsen erhöhen könnte, anstatt sie unverändert zu lassen.
Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, sagte am Montag gegenüber Yahoo Finance, dass die Bekämpfung der Inflation möglicherweise mehr als eine einzige Zinsanpassung erfordern könnte.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab während der Dienstagssitzung leicht auf 4,69 % nach. Essaye warnte davor, dass eine unerwartet hohe Inflationslesung die Renditen bis zum Wochenende in Richtung 5 % treiben könnte, was eine erhebliche Belastung für Aktienbewertungen darstellen würde. Ein moderaterer Wert hingegen würde wahrscheinlich die aktuelle Haltung der Fed stützen und den Aktienkursen Rückenwind verschaffen.
KI-Infrastruktur-Gewinne im Fokus
Jüngste Kapitalerhöhungen von Intel und Nvidia haben die Aufmerksamkeit erneut auf den enormen Investitionsbedarf im Bereich der KI-Infrastruktur gelenkt.
Die nach Börsenschluss am Dienstag erwarteten Quartalszahlen von CoreWeave, einem Cloud-Anbieter, der auf GPU-Computing für KI-Workloads spezialisiert ist, und Super Micro Computer, einem Hersteller von Hochleistungsservern für Rechenzentren, sollen einen genaueren Einblick in die Nachfragetrends im KI-Hardwaresektor bieten. Anleger achten besonders genau auf diese Ergebnisse nach einer längeren Phase erheblicher Kapitalausgaben großer Technologieunternehmen, bei denen Hyperscaler in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam Hunderte Milliarden Dollar für KI-Rechenkapazitäten zugesagt haben.
Die nächste Richtung des breiteren Marktes wird voraussichtlich von den Inflationszahlen am Mittwochmorgen abhängen.