US-Ölhandelsbilanz: Dollarflüsse versus physische Rohölmengen
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Beitrag von Econbrowser analysiert die Ölhandelsbilanz der USA sowohl anhand nominaler Dollarflüsse aus den NIPA-Daten des BEA als auch anhand der Rohölvolumina in physischen Einheiten laut EIA.
- •Da die Dollarwerte des BEA nominal sind, können Bewegungen der Ölhandelsbilanz Preisveränderungen widerspiegeln statt Verschiebungen der physischen Volumina.
- •In den vergangenen Jahren waren die Vereinigten Staaten Nettoexporteur raffinierter Mineralölprodukte und blieben zugleich Nettoimporteur von Rohöl.
- •Die Rohölexporte der USA wurden zu einer regelmäßigen Position der Mineralölhandelsbilanz, nachdem die seit den 1970er-Jahren bestehenden Beschränkungen im Dezember 2015 aufgehoben worden waren.
- •Die monatlichen EIA-Daten zu den Netto-Rohölimporten der USA sind bis Mai verfügbar; Leser können die Diagramme mit den öffentlichen Datenbanken FRED und EIA nachbauen.

Ein aktueller Beitrag von Econbrowser untersucht die Ölhandelsbilanz der USA aus zwei sich ergänzenden Blickwinkeln: die Handelsflüsse in Dollar und die Rohölvolumina in physischen Einheiten. Diese Unterscheidung ist für Leser monatlicher Handelsberichte von Bedeutung, da Mineralöl historisch zu den größeren Komponenten der US-Warenhandelsbilanz zählte.
Aus den NIPA-Konten präsentiert der Beitrag Abbildung 1: die Exporte (blau) und Importe (rot) von Mineralöl und Mineralölprodukten, beide in Milliarden Dollar, zu saisonbereinigten Jahresraten (SAAR). Die Daten stammen vom Bureau of Economic Analysis (BEA), der Behörde des US-Handelsministeriums, deren National Income and Product Accounts die Wirtschaftsaktivität der USA, einschließlich der internationalen Transaktionen, in nominalen Dollar erfassen. Da die Werte nominal sind, vereinen sie Preis- und Volumeneffekte: Die Dollarbilanz kann sich selbst dann ausweiten oder verengen, wenn sich die physischen Flüsse kaum verändern.
Für die Bilanz des Rohöls in physischen Einheiten greift der Beitrag auf Daten der U.S. Energy Information Administration (EIA) zurück, der Statistikbehörde im US-Energieministerium. Die verlinkte Reihe weist die Nettoimporte der USA an Rohöl monatlich in Tausend Barrel pro Tag aus: EIA-Daten. Der Beitrag merkt an, dass die EIA-Daten bis Mai verfügbar sind; spätere monatliche Veröffentlichungen werden die Reihe erweitern.
Die beiden Maßstäbe messen Unterschiedliches: In den vergangenen Jahren waren die Vereinigten Staaten Nettoexporteur raffinierter Mineralölprodukte, blieben jedoch Nettoimporteur von Rohöl. Die Rohölexporte sind selbst ein vergleichsweise neues Element des Handelsbildes: Die seit den 1970er-Jahren bestehenden Beschränkungen für Rohölexporte wurden im Dezember 2015 aufgehoben, danach wurden Rohöllieferungen ins Ausland zu einer regelmäßigen Position in der Mineralölbilanz.
Leser, die die Diagramme nachbauen möchten, können auf öffentlich zugängliche Datenbanken zurückgreifen, darunter FRED (Federal Reserve Economic Data), betrieben von der Federal Reserve Bank of St. Louis, sowie das eigene Datenportal der EIA. Beim Vergleich der beiden Kennzahlen ist es eine nützliche Prüfung, ob Bewegungen der Dollarbilanz Veränderungen der physischen Volumina oder der Preise widerspiegeln.
Der Beitrag endet mit einer deutlichen Notiz an Bruce Hall: „For Pete's sake, figure out how to use FRED and EIA databases.“