Güterverkehr an der US-Mexiko-Grenze am Laredo-Brückenübergang um 1.000 % gestiegen – Nearshoring prägt die grenzüberschreitende Logistik neu
Wichtige Erkenntnisse
- •Die täglichen Lkw-Bewegungen an der Colombia-Solidarity International Bridge in Laredo sind von rund 800 Ladungen pro Tag im Jahr 2022 auf über 10.000 gestiegen; die Behörden erwarten eine weitere Verdopplung innerhalb von vier Jahren.
- •SONAR-Daten zeigen, dass die Vertragsfrachtmengen von den USA nach Mexiko im Juni um bis zu 700 % stiegen, während die Mengen von Mexiko in die USA im selben Zeitraum um etwa 79 % zunahmen.
- •Die Verlagerung der Fertigung nach Nordmexiko, insbesondere nach Nuevo León, gilt als wichtigster struktureller Treiber des grenzüberschreitenden Frachtbooms.
- •Agrarerzeugnisse, vor allem Frischware, und Autoteile sind die wichtigsten über die Grenze verhandelten Waren, da Verlader zunehmend von transpazifischen Routen abrücken, die von Zöllen und geopolitischer Unsicherheit belastet sind.
- •Craig Fuller bezeichnete 2026 als das Jahr mit der engsten grenzüberschreitenden Kapazität seit langer Erinnerung, mit Mengenschüben in beide Richtungen.

Die zwischen den USA und Mexiko transportierten Frachtmengen steigen steil an; an einem Grenzübergang wurde Berichten zufolge ein Anstieg der täglichen Lkw-Bewegungen um 1.000 % verzeichnet. Der Boom verdeutlicht die tiefgreifenden Auswirkungen des Nearshoring auf die Lieferkette und die grenzüberschreitende Logistik zwischen Texas und Mexiko.
Die täglichen Frachtbewegungen an der Colombia-Solidarity International Bridge in Laredo sind laut dem Gouverneur von Nuevo León, Samuel García, von rund 800 Ladungen pro Tag im Jahr 2022 auf über 10.000 heute gestiegen – ein Anstieg von 1.000 %. Die Behörden gehen davon aus, dass sich dieser Wert in den nächsten vier Jahren nochmals verdoppeln wird, was unterstreicht, wie sehr Nearshoring die Frachtströme zwischen den USA und Mexiko grundlegend verändert.
Diese Zahlen veranlassten FreightWaves-Mitgründer Craig Fuller, SONAR-Daten zu Laredo und zum breiteren US-Mexiko-Vertragsfrachtmarkt zu analysieren. Seine Erkenntnisse bestätigten den Makrotrend, auch wenn detaillierte Daten auf Brückenebene nicht verfügbar waren. „Das übergreifende Thema ist, dass 2026 das Jahr mit der engsten grenzüberschreitenden Kapazität seit langer Erinnerung war und dass es tatsächlich in beide Richtungen massive Mengenschübe gab“, so Fuller.
Relativ betrachtet zeigen die SONAR-Daten, dass die Vertragsfrachtmengen von den USA nach Mexiko vom Tiefpunkt bis zu den jüngsten Höchstständen um mehr als 200 % gestiegen sind, wobei der Anstieg im gemessenen Zeitraum bis zu 387 % erreichte und im Juni 700 % berührte. Die Mengen von Mexiko in die USA stiegen im selben Zeitraum um etwa 79 % – ein bemerkenswerter Zuwachs, der jedoch vom südwärtigen Boom in den Schatten gestellt wird.
„Die Menge von den USA nach Mexiko ist in diesem Zeitraum um 387 % gestiegen. Im Juni lag der Anstieg bei bis zu 700 %. Und von Mexiko in die USA beträgt der Anstieg 79 %. Diese Zahlen sind in Bezug auf das Wachstum absolut verblüffend.“ — Julie Van de Kamp
Van de Kamp wies darauf hin, dass Garcías brückenspezifischen Zahlen aus offiziellen Regierungsangaben stammen und sich im Laufe der Zeit etwas verschoben haben, betonte jedoch, dass das Richtungssignal mit den Berichten von Transportunternehmen und Beobachtern vor Ort übereinstimmt. Sie ergänzte, dass mexikanische Regierungsstatistiker das tatsächliche Wachstum möglicherweise unterschätzen, da sie mit der raschen Expansion der Fertigungsstandorte in der Region nicht Schritt halten können.
Zu den wichtigsten über die Grenze verkehrenden Warenströmen gehören Agrarerzeugnisse – insbesondere Frischware – sowie Autoteile, die beide gewachsen sind, da Verlader angesichts von Zöllen und geopolitischer Unsicherheit zunehmend von transpazifischen Handelsrouten abrücken. Die Verlagerung der Fertigung nach Nordmexiko, insbesondere nach Nuevo León, gilt laut Fuller und Van de Kamp als wichtigster struktureller Treiber.
Laredos Bedeutung für das übergeordnete US-Frachtnetzwerk zeigt sich auch entlang der Interstate I-35, der Nord-Süd-Achse, die den Grenzübergang mit Dallas-Fort Worth, Austin und darüber hinaus verbindet. Van de Kamp hob hervor, dass sich der Korridor seit der NAFTA-Ära in einen nahezu durchgehenden Strom von Nutzfahrzeugen verwandelt hat. Laredo galt in den letzten Jahren als der verkehrsreichste Lkw-Grenzübergang zwischen den USA und Mexiko, und Mexiko selbst ist zu einem der größten Handelspartner der USA geworden – Dynamiken, die den Übergang zu einem Gradmesser für den breiteren Nearshoring-Wandel in der nordamerikanischen Fertigungsindustrie machen.
Angesichts der politischen Belastung der USMCA-Handelsbeziehungen und der anstehenden Überprüfung des Abkommens werden die Marktteilnehmer darauf achten, ob die aktuellen Mengenniveaus halten – oder ob sie sich weiter beschleunigen.