US-CPI für Juli trifft Konsens, während die Märkte auf das Jackson-Hole-Symposium blicken
Wichtige Erkenntnisse
- •Der US-CPI für Juli von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr entsprach den Konsensprognosen, blieb jedoch deutlich über dem 2 %-Inflationsziel der Federal Reserve.
- •Händler senkten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September nach der CPI-Veröffentlichung auf rund 35 %, nachdem diese zuvor bei etwa 50 % gelegen hatte.
- •Die Straße von Hormuz bleibt gesperrt, was die erhöhten Ölpreise aufrechterhält und die Anleihemärkte angesichts des anhaltenden US-iranischen Konflikts unter Druck setzt.
- •Ein nachhaltiger Anstieg der Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen über 4,70 % könnte als Katalysator für breitere Finanzmarktstörungen wirken.
- •Der für den 11. September geplante CPI-Bericht für August dürfte für die geldpolitischen Erwartungen im September ausschlaggebender sein als das Jackson-Hole-Symposium Ende dieses Monats.

Der US-CPI für Juli lag bei 3,4 % gegenüber dem Vorjahr, im Einklang mit den Markterwartungen von 3,4 %, und damit weiterhin deutlich über dem 2 %-Inflationsziel der Federal Reserve.
Der neueste US-CPI-Bericht enthielt wenige Überraschungen, da die wichtigsten Schätzungen alle mit den Konsensprognosen übereinstimmten. Die jährliche Kerninflation traf die Erwartungen, während die jährliche Gesamtinflation leicht nachließ – was der Federal Reserve zumindest vorerst etwas Erleichterung verschaffte.
Da die Inflationsdaten weitgehend moderat ausfallen, liegt die Beweislast nun bei den eingehenden Wirtschaftsdaten, um eine mögliche Zinserhöhung bei der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) im September zu rechtfertigen.
Eine anhaltende Eskalation des US-iranischen Konflikts wird weithin als Voraussetzung angesehen, um die Fed in Richtung Geldpolitikstraftung zu drängen. Ohne diesen geopolitischen Druck könnten Fed-Vorsitzender Warsh und das breitere Komitee leichter argumentieren, die Zinsen unverändert zu belassen.
Die Straße von Hormuz bleibt gesperrt, was weiterhin zu erhöhten Ölpreisen beiträgt und den Anleihemarkt unter Druck setzt. Als einer der weltweit wichtigsten Engpässe für den Öltransport – unter normalen Bedingungen passieren etwa ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdölverbrauchs diese Meerenge – hat ihre Blockade erhebliche Auswirkungen auf Energiekosten und Inflationserwartungen. Steigende Renditen bleiben ein kritischer Beobachtungsbereich, da ungebremste Anstiege auf die breiteren Finanzmärkte übergreifen könnten. Insbesondere ein nachhaltiger Anstieg der Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen über die Schwelle von 4,70 % könnte ein entscheidender Katalysator für breitere Marktstörungen sein.
Die vergleichsweise moderaten Inflationszahlen bringen die Debatte über die Septemberpolitik jedoch nicht zum Abschluss. Die Marktprämien haben sich zwar in Richtung keiner Zinsänderung verschoben, doch das Ergebnis ist noch keineswegs sicher. Händler preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 35 % für eine Zinserhöhung ein, nachdem diese vor der CPI-Veröffentlichung noch bei rund 50 % gelegen hatte.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das nächste wichtige Ereignis im Kalender: das Jackson-Hole-Symposium. Die Konferenz ist für den 27.–29. August anberaumt, das diesjährige Thema lautet „Financial Innovation: Implications for Payments and Policy".
Die offizielle Agenda ist noch nicht veröffentlicht, aber die Marktteilnehmer werden die Rede von Fed-Vorsitzendem Warsh genau verfolgen, um mögliche Hinweise auf einen Schritt im September zu erkennen. Angesichts von Warshs Bestreben nach einer Veränderung des Forward-Guidance-Kurses der Fed halten Beobachter es jedoch für unwahrscheinlich, dass er beim Treffen Ende August klare geldpolitische Aussagen treffen wird.
Wohl werden die Märkte auf Jackson Hole fixiert sein, doch der ausschlaggebendere Faktor für die Septembererwartungen ist voraussichtlich der US-CPI-Bericht für August, dessen Veröffentlichung für den 11. September geplant ist. Diese Veröffentlichung fällt nur fünf Tage vor die FOMC-Sitzung und in die kommunikationsfreie Sperrfrist der Fed vor Sitzungen.
Sollte der US-iranische Konflikt bis dahin in seinem gegenwärtigen Zustand verharren, werden die Märkte die geldpolitischen Ergebnisse für September voraussichtlich weiterhin in einer engen Mittellage einpreisen – mit einer klaren Tendenz ist erst zu rechnen, wenn die nächste Inflationslesung für grössere Klarheit sorgt.