US-Dollar gibt Gewinne nach NFP-Bericht ab, während AUD/USD und USD/CAD wichtige Niveaus testen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-Wirtschaft schuf im jüngsten Bericht 162.000 Arbeitsplätze und lag damit deutlich über der Prognose von 56.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 %, während frühere Beschäftigungszahlen nach oben revidiert wurden.
- •Eine Abschwächung des jährlichen Lohnwachstums verringerte die Wirkung des starken Beschäftigungsberichts, sodass die Markterwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve weitgehend unverändert blieben.
- •AUD/USD stieg auf neue jüngste Hochs nahe 0,7200. Die technische Analyse deutet bei einem Halten über 0,7200 auf weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 0,7260–0,7280 hin, während Erwartungen an eine falkenhafte Reserve Bank of Australia das Abwärtspotenzial begrenzen.
- •USD/CAD ist in Richtung seiner August-Tiefs um 1,3730 gefallen. Der kanadische Dollar wird dabei von Ölpreisen unterstützt, die weiterhin empfindlich auf geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit Iran reagieren. Ein anhaltender Bruch unter dieses Niveau könnte den Weg in Richtung 1,3520–1,3570 freimachen.
- •Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die bevorstehenden US-Inflationsdaten. Sie dürften der nächste wichtige Einflussfaktor für die Richtung des Dollars sein, da der künftige Verlauf der Fed-Zinsen stark vom Preisdruck abhängt.

Der US-Dollar gab den Großteil seiner Gewinne ab, nachdem ein US-Beschäftigungsbericht – eine der am aufmerksamsten beobachteten Veröffentlichungen im Wirtschaftskalender, da er die Zinserwartungen an die Federal Reserve unmittelbar beeinflusst – deutlich stärker als erwartet ausgefallen war. Dies ermöglichte rohstoffgebundenen Währungen, sich in einer volatilen Sitzung von wichtigen technischen Niveaus zu erholen.
Den Daten zufolge schuf die US-Wirtschaft 162.000 Arbeitsplätze und lag damit deutlich über der Prognose von 56.000, während die Arbeitslosenquote bei 4,1 % verharrte. Frühere Beschäftigungszahlen wurden ebenfalls nach oben revidiert. Der Bericht löste zunächst einen starken Anstieg des Dollars aus, doch die US-Währung gab anschließend den Großteil ihres Anstiegs wieder ab.
Eine Abschwächung des jährlichen Lohnwachstums war ein Faktor, der die Wirkung des starken Beschäftigungsberichts dämpfte und dessen Gesamteffekt etwas verringerte. Lohndaten werden wegen ihres Einflusses auf den Preisdruck genau beobachtet, da die Fed bei der Festlegung ihrer Geldpolitik sowohl Beschäftigung als auch Inflation berücksichtigt. Die Marktreaktion deutet darauf hin, dass selbst robuste Beschäftigungsdaten bislang nicht zu einer nachhaltigen Neubewertung der Erwartungen an die künftige Politik der Federal Reserve geführt haben.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die US-Inflationsdaten. Ein starker Arbeitsmarkt verringert den Bedarf an einer schnellen Lockerung durch die Fed, doch der künftige Verlauf der Zinssätze wird in erheblichem Maße davon abhängen, wie sich der Preisdruck entwickelt. Daher könnten die bevorstehenden Inflationszahlen zum nächsten wichtigen Impulsgeber für den Dollar werden.
AUD/USD
Der australische Dollar profitierte von der anschließenden Schwäche der US-Währung, wobei AUD/USD nahe 0,7200 neue jüngste Hochs erreichte. Die australische Währung wird zudem durch die Erwartungen unterstützt, dass die Reserve Bank of Australia eine relativ falkenhafte Haltung beibehalten wird, wodurch ihr Abwärtspotenzial begrenzt wird – ein Zeichen dafür, dass Zinsdifferenzen weiterhin einen anhaltenden Einfluss auf das Währungspaar haben.
Die technische Analyse von AUD/USD deutet auf die Möglichkeit weiterer Gewinne in Richtung des Bereichs von 0,7260–0,7280 hin, sofern der Kurs über 0,7200 bleibt. Eine Rückkehr unter 0,7200 und anschließend eine anhaltende Bewegung unter dieses Niveau würden das bullische Szenario schwächen und die Wahrscheinlichkeit eines korrigierenden Rückgangs erhöhen.
USD/CAD
USD/CAD setzt seinen Rückgang fort und hat sich den August-Tiefs um 1,3730 genähert. Neben dem schwächeren US-Dollar wird der kanadische Dollar durch die Ölpreise unterstützt, die weiterhin empfindlich auf geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit Iran reagieren. Kanadas Stellung als bedeutender Rohölexporteur führt dazu, dass sich seine Währung seit Langem tendenziell parallel zu den Energiemärkten bewegt.
Eine anhaltende Bewegung unter 1,3730 und eine anschließende Entwicklung dieses Niveaus zu einem Widerstand könnten den Weg für einen weiteren Rückgang in Richtung des Bereichs von 1,3520–1,3570 ebnen.
Wichtige Ereignisse für USD/CAD und AUD/USD heute (GMT+3):
- 14:00: US Mortgage Market Index
- 15:15: wöchentliche Veränderung der US-Beschäftigung laut ADP
- 23:30: wöchentliche US-Rohölbestände laut American Petroleum Institute (API)
Insgesamt konnte der Dollar nach dem starken NFP-Bericht seine anfänglichen Gewinne nicht halten. Dadurch konnten rohstoffgebundene Währungen zu wichtigen technischen Niveaus zurückkehren. AUD/USD testet den Bereich der jüngsten Hochs, während sich USD/CAD seinen August-Tiefs nähert. Angesichts eines relativ ruhigen Wirtschaftskalenders werden die weiteren Bewegungen davon abhängen, wie die Erwartungen an die Fed-Politik neu bewertet werden und wie sich die Marktpositionierung im Vorfeld der nächsten US-Inflationsdaten entwickelt.
Quelle: FXOpen Blog