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Steigende Ölpreise bedrohen Chinas unabhängige Raffinerien

Autor: OilPrice.com·

Wichtige Erkenntnisse

  • Unabhängige chinesische Raffinerien haben geringere Margen als staatliche Unternehmen und sind stärker steigenden Rohölkosten ausgesetzt.
  • Die Raffineriemargen der Teapots sind von etwa $10 pro Barrel Anfang Juli auf die Gewinnschwelle gefallen.
  • China importierte im August 8,93 Millionen Barrel Rohöl pro Tag – 6,2% mehr als im Juli, aber 23,4% weniger als im Vorjahresmonat.
  • Die Lieferungen aus Venezuela und Iran sind weitgehend verschwunden, wodurch Chinas Raffinerien stärker auf russisches Öl angewiesen sein dürften.
  • Weitere Produktionskürzungen bei den Teapots könnten den Druck auf die weltweite Treibstoffversorgung verstärken, während die Kämpfe im Nahen Osten die Ölpreise nach oben treiben.
Steigende Ölpreise bedrohen Chinas unabhängige Raffinerien

Chinas unabhängige Raffinerien könnten ihre Verarbeitung schon bald zurückfahren, da die internationalen Rohölpreise steigen und die Lieferungen aus wichtigen Exportländern wie Venezuela und Iran infolge von Entscheidungen der US-Außenpolitik zurückgehen.

„Teapots werden sich einen vollständigen Wechsel zu Standardqualitäten wahrscheinlich nicht leisten können“, sagte diese Woche ein Analyst von Energy Aspects, wie Bloomberg berichtete. Die sogenannten Teapots reagieren empfindlicher auf nachteilige Veränderungen am Ölmarkt, weil ihre Raffineriemargen geringer sind als die der staatlichen Großunternehmen. Der Analyst Jianan Sun merkte an, dass diese Margen bereits auf die Gewinnschwelle gefallen seien, nachdem sie Anfang Juli noch bei etwa $10 pro Barrel gelegen hätten. Wie weit die Margen unter die Gewinnschwelle fallen, dürfte maßgeblich dafür sein, wie stark die Verarbeitungsraten der Teapots letztlich gekürzt werden.

Der Engpass entsteht, obwohl sich Chinas Rohöleinkäufe insgesamt erholen. Aus den am Dienstag veröffentlichten offiziellen chinesischen Zolldaten ging hervor, dass das Land im August 37,93 Millionen Tonnen Rohöl beziehungsweise 8,93 Millionen Barrel pro Tag importierte. Das entspricht einem Anstieg von 6,2% gegenüber Juli und einer weiteren Erholung vom im Juni erreichten Zehnjahrestief. Das Importniveau im August lag weiterhin 23,4% unter dem Vorjahresmonat, stellte jedoch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Juni-Tief von lediglich 7,1 Millionen Barrel pro Tag dar. Die nächsten Zolldaten werden zeigen, ob diese Erholung anhält, während die Kosten für Rohstoffe steigen.

China senkte seine gesamten Rohölimporte im Juni auf ein Zehnjahrestief und beendete damit drei Monate sehr geringer Käufe angesichts hoher Preise und eines eingeschränkten Angebots aus dem Nahen Osten. Dies belastete die Raffinerieproduktion und trug wiederum zur weltweiten Treibstoffverknappung bei, die sich nun voraussichtlich verschärfen und länger anhalten wird, während die Kämpfe im Nahen Osten andauern und sich intensivieren. Dadurch steigen die Ölpreise, während einige Raffinerien weniger Bereitschaft zeigen, den Rohstoff zu kaufen. Weitere Produktionskürzungen bei den Teapots würden den Druck auf die Treibstoffversorgung zusätzlich erhöhen.

Da venezolanisches und iranisches Rohöl praktisch verschwunden sind, werden sich chinesische Raffinerien in den kommenden Wochen wahrscheinlich stärker auf russisches Rohöl stützen. Allerdings steigen auch die Preise für russisches Rohöl am Terminmarkt im Einklang mit allen anderen international gehandelten Sorten, was die Nachfrage voraussichtlich begrenzen wird. Wie viel russisches Rohöl chinesische Käufer tatsächlich abnehmen und welchen Preis sie im Vergleich zu Standardqualitäten dafür zahlen, wird ein wichtiger Maßstab für die Fähigkeit der Teapots sein, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten.

Von Irina Slav für Oilprice.com

Quelle: OilPrice.com