US-Rohöllagerbestände steigen laut EIA um 4,4 Millionen Barrel in der Vorwoche
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Rohölvorräte der USA stiegen in der Woche zum 14. August um 4,4 Millionen Barrel auf 428,8 Millionen Barrel.
- •Die Benzinvorräte erhöhten sich im selben Zeitraum um 0,7 Millionen Barrel auf 209,4 Millionen Barrel.
- •Die Destillatbestände sanken um 1,5 Millionen Barrel auf 105,6 Millionen Barrel.
- •Die Rohölbestände am Lieferzentrum Cushing im Bundesstaat Oklahoma gingen um 1,3 Millionen Barrel zurück.
- •Die Rohöldurchsätze der Raffinerien nahmen um 216.000 Barrel pro Tag zu, die Auslastung stieg um einen Prozentpunkt.

Die Rohölvorräte der USA erhöhten sich in der Woche zum 14. August um 4,4 Millionen Barrel auf 428,8 Millionen Barrel, wie die US-Energieinformationsbehörde (Energy Information Administration, EIA) am Mittwoch mitteilte.
Die Zahlen stammen aus den wöchentlichen Erdöllagerdaten der EIA, der wichtigsten statistischen Quelle der US-Regierung für kommerzielle Rohölbestände und Bestände raffinierter Produkte. Die EIA, die statistische und analytische Behörde innerhalb des US-Energieministeriums, veröffentlicht den Bericht wöchentlich, in der Regel mittwochs; fällt ein Bundesfeiertag in die betreffende Woche, verschiebt sich die Veröffentlichung auf den Donnerstag. Er wird weithin als Indikator für die Angebots- und Nachfragesituation in den Vereinigten Staaten verfolgt, dem größten ölverbrauchenden Land der Welt. Die im Bericht erfassten Bestände sind kommerzielle Lagerbestände von Raffinerien, Terminals und Pipelines; die strategische Ölreserve (Strategic Petroleum Reserve), der staatliche Notfall-Rohölvorrat, ist darin nicht enthalten und wird von der EIA separat ausgewiesen.
Die Benzinvorräte stiegen im selben Zeitraum laut EIA-Daten um 0,7 Millionen Barrel auf 209,4 Millionen Barrel. Die Woche fällt in die US-Sommersaison, den Zeitraum zwischen den Feiertagen Memorial Day und Labor Day, in dem der Benzinverbrauch üblicherweise seinen jährlichen Höchststand erreicht; in dieser Phase verfolgen Kraftstoffhändler und Raffinerien die Benzinlagerstände besonders genau.
Die Destillatbestände, zu denen Diesel und Heizöl zählen, verringerten sich um 1,5 Millionen Barrel auf 105,6 Millionen Barrel. Destillatbestände werden typischerweise in den Sommer- und Herbstmonaten vor der Heizsaison auf der Nordhalbkugel aufgebaut, wenn die Nachfrage nach Heizöl steigt; Bewegungen in dieser Kategorie werden daher von Analysten und Politikern schon lange vor dem Winter beobachtet.
Die Rohölbestände am Lieferzentrum Cushing im Bundesstaat Oklahoma sanken in der Woche um 1,3 Millionen Barrel. Cushing ist der Lieferort für die am New York Mercantile Exchange (NYMEX) gehandelten Futures auf West Texas Intermediate (WTI), weshalb die Lagerstände am Hub eine genau beobachtete Referenz für die US-Ölmärkte darstellen. Da WTI-Preise in Verträgen und Benchmarks des globalen Ölhandels als Referenz dienen, kommt den Lagerständen in Cushing eine Bedeutung zu, die über den physischen Hub hinausreicht.
Die Rohöldurchsätze der Raffinerien stiegen um 216.000 Barrel pro Tag, während die Auslastung um einen Prozentpunkt zunahm, wie die EIA mitteilte. Die Auslastung wird als Anteil der genutzten betriebsbereiten Raffineriekapazität des Landes gemessen. Da Raffinerien Rohöl als Einsatzstoff aus den Lagern entnehmen und dabei Benzin, Diesel und andere Produkte herstellen, wirken sich Veränderungen bei Durchsätzen und Auslastung auf die Bestandsbewegungen in den Produktkategorien des Berichts aus.
Marktteilnehmer vergleichen die EIA-Zahlen routinemäßig mit der wöchentlichen Industrieerhebung des American Petroleum Institute, die einen Tag zuvor erscheint, sowie mit den im Vorfeld jeder Veröffentlichung zusammengetragenen Analystenerwartungen. Die kommenden Wochenberichte der EIA werden zeigen, ob der Rohölaufbau und der Destillatrückgang einen sich abzeichnenden Trend oder eine einmalige Wochenbewegung darstellen.
Quelle: Investing.com