US-Verbraucherpreise steigen im Juli moderat und könnten Fed-Zinserhöhung erschweren
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Verbraucherpreisindex stieg im Juli um 0,1 Prozent, nachdem er im Juni um 0,4 Prozent gefallen war — der erste monatliche Rückgang dieser Art seit sechs Jahren.
- •Die jährliche Gesamtinflation verlangsamte sich bis Juli auf 3,4 Prozent, während die Kerninflation ohne Nahrung und Energie im Jahresvergleich um 2,5 Prozent zulegte.
- •Die Kerninflation liegt trotz der anhaltenden Abschwächung gegenüber den Mehrjahreshöchstständen von 2022 weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der Federal Reserve.
- •Vor der Veröffentlichung des CPI hatten die Finanzmärkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 46 Prozent für eine Zinserhöhung bei der September-Sitzung der Fed eingepreist.
- •Die Entscheidungsträger der Federal Reserve erhalten vor ihrer September-Sitzung noch die CPI- und Beschäftigungsdaten für August; Ökonomen erwarten sowohl bei der Inflation als auch beim Beschäftigungswachstum einen Anstieg.

WASHINGTON — Die US-Verbraucherpreise sind im Juli leicht gestiegen und könnten damit das Argument für eine Zinserhöhung der Federal Reserve auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung schwächen.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Juli um 0,1 Prozent, nachdem er im Juni um 0,4 Prozent gefallen war — der erste derartige Rückgang seit sechs Jahren —, wie das Bureau of Labor Statistics des Arbeitsministeriums am Mittwoch mitteilte.
Im Zeitraum von zwölf Monaten bis Juli legte der CPI um 3,4 Prozent zu, nach einer jährlichen Rate von 3,5 Prozent im Juni. Ohne die volatilen Komponenten Nahrung und Energie stieg der sogenannte Kern-CPI im vergangenen Monat um 0,2 Prozent, nachdem er im Juni unverändert geblieben war. Der Kern-CPI erhöhte sich im Jahresvergleich bis Juli um 2,5 Prozent, verglichen mit einem Anstieg von 2,6 Prozent im Juni. Zwar zeigt die Abschwächung weitere Fortschritte gegenüber den im Jahr 2022 erreichten Mehrjahreshöchstständen, doch liegt die Kerninflation weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der Federal Reserve, was darauf hindeutet, dass der zugrunde liegende Preisdruck noch nicht vollständig nachgelassen hat.
Von Reuters befragte Ökonomen hatten sowohl für den Gesamt-CPI als auch für die Kerninflation einen monatlichen Anstieg von 0,1 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent erwartet, womit der Bericht die Markterwartungen weitgehend erfüllte.
Die Federal Reserve, die US-Notenbank, verfolgt für ihr 2-Prozent-Inflationsziel die Preisindizes der persönlichen Konsumausgaben (PCE) — und nicht den CPI. Die Fed beließ ihren wichtigsten Tagesgeldsatz im vergangenen Monat in einer Spanne von 3,5 Prozent bis 3,75 Prozent. Die Fed arbeitet auf Grundlage eines vom Kongress vorgegebenen Doppelmandats, Preisstabilität und maximale Beschäftigung zu sichern, weshalb sowohl Inflations- als auch Arbeitsmarktdaten in ihre geldpolitischen Entscheidungen einfließen.
Dem CPI-Bericht waren vergangene Woche Nachrichten über überraschende Arbeitsplatzverluste im Juli vorausgegangen. Die Kombination aus nachlassender Inflation und schwächerem Beschäftigungsumfeld erschwert die geldpolitische Abwägung der Fed, da eine zu aggressive Straffung den Arbeitsmarkt weiter belasten könnte, während anhaltende Inflation über dem Ziel weitere Zurückhaltung erfordern könnte. Vor der Veröffentlichung der Inflationsdaten hatten die Finanzmärkte laut dem FedWatch-Tool von CME für die Sitzung der Fed am 15. und 16. September eine Wahrscheinlichkeit von rund 46 Prozent für eine Zinserhöhung eingepreist.
Die Entscheidungsträger der Federal Reserve werden vor der September-Sitzung noch die CPI- und Beschäftigungsberichte für August erhalten. Ökonomen erwarten, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise im August beschleunigt, was den jüngsten Ölpreisanstieg widerspiegelt. Auch beim Beschäftigungswachstum wird ein Wiederanstieg erwartet, da saisonale Verzerrungen nachlassen.
Quelle: The Korea Times