Britisches Jahreswachstum der Hauspreise verlangsamt sich im Juli auf 1,8 %, laut Nationwide
Wichtige Erkenntnisse
- •Die britischen Hauspreise stiegen im Juli 2026 monatlich um 0,1 % und entsprachen damit den Prognosen, während der durchschnittliche Immobilienwert 277.542 £ erreichte.
- •Das jährliche Hauspreiswachstum verlangsamte sich auf 1,8 % gegenüber zuvor 2,2 % und blieb damit leicht unter der Markterwartung von 1,9 %.
- •Hohe Kreditkosten und volatile, an die Zinserwartungen der Bank of England gekoppelte Hypothekenzinsen dämpfen weiterhin die Käufernachfrage.
- •Nationwide nannte geopolitische Spannungen zwischen Iran und den USA als Faktor, der die Energiepreise und Marktzinsen in den letzten Wochen in die Höhe trieb.
- •Die Verbraucherpreisinflation ging im Juni weiter zurück, und nachlassendes Lohnwachstum könnte dem Zinsausschuss mehr Flexibilität bei künftigen Zinsentscheidungen geben.

Die britischen Hauspreise stiegen im Juli 2026 moderat, wobei sich das Jahreswachstum gegenüber dem Vormonat verlangsamte, wie aus den neuesten Daten der Nationwide Building Society hervorgeht.
Kennzahlen:
- Monatsvergleich: +0,1 % (entspricht der Prognose von +0,1 %; Vorwert lag bei 0,0 %)
- Jahresvergleich: +1,8 % (leicht unter den erwarteten +1,9 %; Rückgang von zuvor +2,2 %)
- Durchschnittlicher britischer Hauspreis: 277.542 £
Die monatliche Schätzung zeigte einen marginalen Anstieg, während sich das Jahreswachstum weiter auf 1,8 % verlangsamte. Die Abwärtskorrektur von 2,2 % im Vorwert unterstreicht, wie hohe Kreditkosten weiterhin die Käufernachlast drücken, wobei Hypothekenzinsen empfindlich auf Verschiebungen der Finanzmarkterwartungen zum zukünftigen Zinspfad der Bank of England reagieren. Insgesamt weist der Markt eine gewisse Schwäche auf, was jedoch mit der breiteren wirtschaftlichen Unsicherheit der letzten Monate konsistent ist – einschließlich geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und politischer Entwicklungen im Inland.
Trotz dieser Gegenwinde hat der Wohnungsmarkt Belastbarkeit gezeigt, wobei die Preise weiterhin über dem Niveau des Vergleichszeitraums des Vorjahres liegen.
Nationwide gab folgende Einschätzung ab:
„Die Marktaktivität und die Hauspreise sind in den letzten Monaten schwach geblieben, was teilweise das unsichere wirtschaftliche Umfeld widerspiegelt. Die geopolitischen Spannungen bleiben hoch, wobei der Konflikt zwischen Iran und den USA in den letzten Wochen erneut Aufwärtsdruck auf die Energiepreise und die Marktzinsen ausübt. Die Erwartungen der Finanzmärkte an den zukünftigen Pfad des Bankzinses waren volatil, was sich verändernde Einschätzungen über die inflationären Auswirkungen von Ereignissen im In- und Ausland widerspiegelt.
Trotz der anhaltenden Risiken durch den jüngsten Energiepreisschock kann der Zinsausschuss (Monetary Policy Committee) einige Zuversicht daraus schöpfen, dass die Verbraucherpreisinflation im Juni weiter zurückgegangen ist. Anzeichen dafür, dass das Lohnwachstum weiter nachlässt, geben den Notenbankern mehr Spielraum, um zu beurteilen, in welchem Umfang eine restriktivere Geldpolitik notwendig ist, um sicherzustellen, dass die Inflation zum Zielwert zurückkehrt.“
Die Nationwide Building Society ist einer der größten Hypothekengeber Großbritanniens, und ihr monatlicher Hauspreisindex wird als wichtiges Stimmungsbarometer für den britischen Wohnungsmarkt eng beobachtet. Der Zinsausschuss (Monetary Policy Committee) der Bank of England legt den Bankzins fest, der die Hypothekarkonditionen im gesamten Land direkt beeinflusst.
Quelle: ForexLive / InvestingLive