Kolumne: Trumps „königlicher“ Affront zeigt einen tödlichen Makel der Monarchie
Wichtige Erkenntnisse
- •Bouie vergleicht Trumps Bilderwelt im Weißen Haus und geplante Projekte mit den Symbolen monarchischer Herrschaft im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa.
- •Die Kolumne sagt, Trump habe Executive Orders auf eine Weise eingesetzt, die über herkömmliche politische Vorgaben hinausgeht und seine formelle Präsidialbefugnis überschreitet.
- •Trump hat Verleumdungsklagen gegen mehrere Nachrichtenorganisationen eingereicht und mit einer Klage über 5 Milliarden Dollar gegen das Center for American Progress gedroht.
- •Bouie argumentiert, dass Trumps Handelskonflikt mit Kanada den Anspruch auf Unterwerfung widerspiegelt und die Spannungen zwischen beiden Ländern verschärft hat.
- •Die Kolumne kommt zu dem Schluss, dass Monarchie anfällig für die persönlichen Schwächen des Herrschers ist und dass die Konzentration von Macht in einer Person zu Katastrophen führen kann.

Präsident Donald Trumps Ansatz zu regieren greift nach einer neuen Kolumne stark auf die absolutistischen Monarchien des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europas zurück, doch seine eigenen Persönlichkeitsdefizite haben die Schwächen dieses Systems offengelegt.
Der Kolumnist der New York Times, Jamelle Bouie, zieht die Parallele über Trumps Vorliebe für königlichen Prunk, darunter ein mit Gold geschmücktes Oval Office, vergoldete Statuen und Monumente rund um Washington, ein geplantes Triumphbogen-Monument und einen neu gebauten, überdimensionierten Präsidentenballsaal, der aus einem Teil des Weißen Hauses herausgeschnitten wurde, sowie weitere Merkmale monarchischer Herrschaft.
"To commit lèse-majesté was, and in some places still is, to commit an offense against dignity of the crown," schrieb Bouie. "To insult or denigrate or even question the monarch was to undermine the state itself. In the absolutist states of medieval and early modern Europe, lèse-majesté was a high crime, punishable by death."
Der 80-jährige Präsident hat sich außerdem stark auf Executive Orders gestützt, die Bouie als etwas beschreibt, das weniger wie herkömmliche politische Vorgaben und mehr wie königliche Dekrete funktioniert, denen ohne Widerspruch Folge zu leisten sei. Diese Anordnungen reichten von der Beendigung von Diversitätsprogrammen bis zur Neufassung von Staatsbürgerschaftsregeln und gingen damit weit über die formelle Befugnis des Präsidenten hinaus.
Trump hat mehrere Nachrichtenorganisationen, darunter ABC, das Wall Street Journal und die New York Times, wegen Verleumdung verklagt. Er hat außerdem mit einer Verleumdungsklage über 5 Milliarden Dollar gegen das Center for American Progress gedroht, nachdem ein Bericht die Frage aufgeworfen hatte, ob Einsätze der Nationalgarde in US-Städten — deren Kosten sich bis 2026 auf mehr als 1,7 Milliarden Dollar belaufen sollen — die Kriminalität tatsächlich verringert haben.
"This sense of royal injury extends beyond Trump’s relationship to his political opponents," schrieb Bouie. "You see it too in the way he deals with other countries — the way he treats anything short of total submission as an injury to him and thus an injury to the state."
Bouie sagte, diese Dynamik zeige sich in Trumps Handelskrieg mit Kanada, einem der engsten wirtschaftlichen Partner der Vereinigten Staaten. Der Streit zeige auch, wie Trumps Regierungsstil politische Fragen in Prüfsteine persönlicher Loyalität oder Unterwerfung verwandeln könne, ein Muster, das nicht nur in innenpolitischen Konflikten, sondern auch in den Beziehungen zu Verbündeten sichtbar geworden sei.
"There is no logical reason for this conflict, and it does not serve the interest of people on either side of the border," schrieb er. "It is principally a function of Trump’s boundless ego and his monomaniacal obsession with tariffs as the path to national prosperity."
Bouie argumentierte, der Streit habe beide Länder in einen zerstörerischen Handelskrieg verstrickt und das Vertrauen zwischen den beiden Nachbarverbündeten untergraben, während er zugleich die Schwächen sowohl Trumps als auch des Regierungssystems hervorhebe, das er offenbar bewundert.
"The fatal flaw of monarchy is that the strength of the state depends on the personality and capacities of the monarch," schrieb Bouie. "It subjects an entire people to the pathologies of that one man or woman: to his dysfunctions, his maladaptations and his twisted sense of self."
"Trump was democratically elected," schloss der Kolumnist. "But both his unilateral exercise of authority and his monarchical aspirations are reminders, at the very least, that putting this much power in the hands of one man — in the hands of one ego — is a reliable way to produce disaster."