Der „wörtliche Sklaverei“-Vorwurf hinter Trumps Wirtschaftspolitik
Wichtige Erkenntnisse
- •Jeremy Busby argumentiert, dass die US-Abhängigkeit von verpflichtender Gefängnisarbeit die Rechtfertigung der Trump-Regierung für Zölle gegen Länder, die Zwangsarbeit tolerieren, untergräbt.
- •Die Ausnahmeklausel des 13. Verfassungszusatzes, die 1865 ratifiziert wurde, bildet weiterhin die verfassungsrechtliche Grundlage für unfreiwillige Knechtschaft in US-Gefängnissen.
- •Texanische Gefängnisse erzielten 2022 zusammen rund 109 Millionen Dollar aus Industrieprodukten und Agrargütern, die durch Zwangsarbeit von Insassen erzeugt wurden.
- •Inhaftierte Arbeiter, die sich weigern zu arbeiten, sehen sich schweren Konsequenzen gegenüber, darunter Einzelhaft, der Verlust von persönlichem Eigentum und der Entzug von Privilegien wie Familienbesuchen und Good-Time-Gutschriften.
- •Ökonomen wie Dr. Robert Shapiro und Dr. Ed Gresser haben Trumps Zollpolitik separat dafür kritisiert, wirtschaftliche Unsicherheit zu erzeugen und einem großstaatlichen Handelsansatz zu entsprechen.

Die Zölle von Präsident Donald Trump sind bereits unpopulär und wurden vom Supreme Court für illegal erklärt. Nun argumentiert ein Mann, der behauptet, zu Unrecht wegen Mordes verurteilt worden zu sein, dass die Begründung der Regierung, Länder ins Visier zu nehmen, die in Zwangsarbeit verwickelt sind, grundsätzlich heuchlerisch sei, weil die Vereinigten Staaten selbst auf das zurückgreifen, was er als wörtliche Sklaverei in ihrem eigenen Gefängnissystem beschreibt.
Jeremy Busby, ein Autor und Aktivist, der in Texas seit fast drei Jahrzehnten wegen einer Mordverurteilung inhaftiert ist, die er als Selbstverteidigung bezeichnet, legte dieses Argument in einem am Sonntag veröffentlichten Essay auf MS NOW dar. Busby ist der Gründer der gemeinnützigen Organisation JoinJeremy.
"The Trump administration's claim that tariffs are needed to punish those 59 countries and the European Union, which it says are too permissive of forced labor" sei heuchlerisch, schrieb Busby. "I write this from Texas, a state that has kept me incarcerated for nearly three decades and is one of the country's biggest beneficiaries of forced labor."
Die Rechtmäßigkeit verpflichtender Gefängnisarbeit in den Vereinigten Staaten geht auf den 13. Verfassungszusatz zurück, der Sklaverei und unfreiwillige Knechtschaft abschaffte, "except as a punishment for crime whereof the party shall have been duly convicted." Diese Ausnahmeklausel, die 1865 ratifiziert wurde, ist weiterhin Teil der Verfassung und bildet die Grundlage für das von Busby beschriebene System. Mehrere Bundesstaaten — darunter Alabama, Oregon, Tennessee und Vermont — stimmten 2022 dafür, ähnliche Formulierungen aus ihren eigenen Landesverfassungen zu streichen, was auf eine wachsende, aber noch junge Reformbewegung hinweist.
Busby schilderte aus eigener Erfahrung die Bedingungen in US-Gefängnissen. "I have seen guards attack a man for his refusal to chop grass. I have seen countless others pepper sprayed for refusing to perform work details. Some of my college classmates were expelled from religious and educational programs for failing to show up for prison-mandated work," schrieb er. "On any given day, nearly 2 million people are behind bars in this country. More than half of them, approximately 1.2 million, are held in state or federal prisons, where work is compulsory."
In seinem Essay vertrat Busby die Auffassung, dass das Gefängnissystem Insassen faktisch versklavt, um billige Waren und Dienstleistungen für große Unternehmen zu produzieren.
"Those assigned to agribusiness operations harvest some of the same crops — like cotton — that enslaved people once did," argumentierte Busby. "They work under an armed guard on horseback, following the 'same marching orders as their predecessors,' the Texas Observer reported. In 2022 alone, Texas prisons raked in $58 million from sales of industrial products — such as soap and stainless steel tables — produced through forced labor. That sum was completely separate from the reported $51 million in earnings that same year from agriculture."
Er fügte hinzu: "Incarcerated workers have a long history of inhumane treatment for any type of work stoppage. In 1908, Frank Pinkard received 39 lashes after refusing to continue digging a ditch in Texas. Other incarcerated workers were killed for disobeying work orders, according to historian Robert Perkinson, author of ‘Texas Tough: The Rise of America’s Prison Empire.’"
Busby führte die Strafen auf, die Gefangenen drohen, wenn sie sich weigern zu arbeiten, darunter "long-term placement in solitary confinement, which requires confiscation of all personal property" sowie der Verlust von "privileges like family visitation, telephone calls or the good-time credits needed for release can be stripped away. Commissary, entertainment and recreational access can be suspended."
Abschließend schrieb er: "If tariffs are an appropriate response to countries looking away from forced labor, then other countries would be justified in placing tariffs on us."
Im Juli erklärte gegenüber AlterNet der Ökonom Dr. Ed Gresser, Vizepräsident und Direktor für Trade and Global Markets beim eher liberal ausgerichteten Think Tank Progressive Policy Institute, Trumps Zölle trotz dessen Anspruchs, ein Präsident der kleinen Regierung zu sein, als einen Schritt der "big-government"-Art. Der Ökonom Dr. Robert Shapiro, der als oberster wirtschaftlicher Berater von Präsident Bill Clinton diente, argumentierte, sie schadeten der US-Wirtschaft, indem sie "uncertainty. Every investment is based on an assessment of the likely future demand for whatever you're investing in, and how much it's going to cost to produce it." erzeugten.
Er fügte hinzu: "So there are assumptions about labor costs, material costs and other input costs — and again, about demand. If you have a set of arrangements that give you some confidence about the price of your inputs coming from Mexico or Canada, or about demand for goods in Canada — and don't forget, we have virtually no trade deficit with Canada; we have enormous trade, and it goes in both directions — so it's certainly right, and it's not just about investments based on these probabilities that the trade agreement can help reduce uncertainty about."