Trump findet neuen Weg, „das Gesetz zu umgehen“ und Rache an Amerikanern zu üben
Wichtige Erkenntnisse
- •Todd Blanche wurde nach zuvor kommissarischer Tätigkeit mit 50 zu 49 Stimmen im Senat als dauerhafter U.S. attorney general bestätigt.
- •Die US-Staatsanwältin in Washington, D.C., Jeanine Pirro ließ das Vandalisierungsverfahren gegen den ehemaligen Olympioniken David Hearn nach fehlenden Beweisen fallen und löste damit eine öffentliche Rüge von Trump aus, der eine mögliche Verfolgung nicht ausgeschlossen hat.
- •Der Rechtsanalyst Liz Dye sagte, US-Staatsanwälte würden unter Druck gesetzt, politisch motivierte Anklagen auf schlampiger oder erfundener Beweisgrundlage zu erheben, die regelmäßig scheitern, sobald sie die Gerichte erreichen.
- •Marcotte beschreibt den Hearn-Fall als Teil eines breiteren Musters von Verfahren gegen Personen, die Trump kritisiert oder zur Rechenschaft ziehen wollten, darunter James Comey und Letitia James.
- •New-York-Times-Kolumnist Jamelle Bouie argumentiert, dass Rache das Hauptziel von Trumps zweiter Amtszeit sei.

Präsident Donald Trump drängt das US-Justizministerium (DOJ) laut Salons Amanda Marcotte weiter dazu, Bundesverfahren gegen seine politischen Gegner anzustrengen, obwohl seine Bemühungen vor den unteren Bundesgerichten Rückschläge erleiden. Der Druck kommt, nachdem Todd Blanche, mit 50 zu 49 Stimmen im Senat bestätigt, von der kommissarischen Rolle des U.S. attorney general in das dauerhafte Amt gewechselt ist. Diese Entwicklung stellt langjährige post-Watergate-Normen auf die Probe, die die Anklageentscheidungen der Behörde traditionell vor direkter politischer Einflussnahme aus dem Weißen Haus geschützt haben — Schutzmechanismen, die seit Langem als zentral für die Glaubwürdigkeit des DOJ gelten.
„As the courts keeps getting in the way of Trump's desire to persecute people he doesn't like“, schreibt Marcotte bei Salon, „the pressure to find a way to cheat the laws guarding human rights is only intensifying.“
Die Rechtsanalystin Liz Dye, die den Podcast „Law and Chaos“ moderiert, sagte Salon, dass ein Mangel an Beweisen Trump nicht davon abhalten werde, auf eine Bundesanklage zu drängen, wenn er jemanden ins Visier genommen habe.
„U.S. attorneys are being pressured to bring politically motivated cases based on shoddy or even fabricated evidence, with the predictable result that the cases implode on impact with the court system, sometimes spectacularly“, sagte Dye. Die Folgen sind institutionell ebenso wie persönlich: Sobald Anklagen erhoben sind, entscheiden Bundesrichter — nicht die Staatsanwälte, die sie eingebracht haben — darüber, ob die Verfahren Bestand haben, und die von Salon dokumentierten Fälle endeten wiederholt mit einem Rückzug der Behörde.
Der Fall David Hearn
Marcotte verweist auf den Fall David Hearn als deutliches Beispiel dafür, dass Trump trotz fehlender Beweise eine Bundesanklage vorantreibt.
„The most recent high-profile example is the attempt by U.S. attorney for the District of Columbia Jeanine Pirro to prosecute David Hearn, a former Olympian who was accused of vandalizing the Reflecting Pool at the Lincoln Memorial“, beobachtet Marcotte. „As it turned out, Hearn was being used as a scapegoat to hide Trump's embarrassment over ruining the pool by hiring poorly qualified cronies to renovate it. Pirro eventually had to admit that the case was without merit and dropped it, even though doing so meant a well-publicized dressing-down from Trump at the White House.“
Pirro, eine MAGA-Hardlinerin und frühere Fox-News-Moderatorin, die als kompromisslose Trump-Loyalistin gilt, stellte fest, dass es keine Beweise gegen Hearn gab, und ließ den Fall fallen. Dass eine Staatsanwältin mit Pirros Profil dennoch keine tragfähige Beweisgrundlage für ein Vorgehen sah, unterstreicht die Lücke zwischen den Forderungen des Weißen Hauses und dem, was Berufsstaatsanwälte vor Gericht vertreten können. Trump reagierte mit einer wütenden Rüge und machte deutlich, dass er eine mögliche Verfolgung Hearns nicht aufgegeben hat.
Ein breiteres Muster
Marcotte beobachtet, dass der gescheiterte Versuch, Hearn zu verfolgen, nur der jüngste in einer Reihe hochkarätiger Verfahren gegen Menschen ist, die Trump hasst, weil sie ihn kritisieren oder versuchen, ihn zur Rechenschaft zu ziehen, darunter der frühere FBI-Direktor James Comey und die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James.
In einer jüngsten Kolumne in der New York Times schrieb Jamelle Bouie, „the principal aim of President Trump's second term is revenge.“ Marcotte ergänzt, dass die meisten Menschen, auf die Trump fixiert ist, unschuldig an Fehlverhalten seien; ihre einzige „transgression“ bestehe darin, das Gesetz eingehalten, den Präsidenten kritisiert oder in vielen Fällen einfach zu einer Rasse oder Klasse von Menschen gehört zu haben, die er nicht mag. Trump wolle Bouie zufolge zudem Rache an den Amerikanern „for rejecting him in 2020 and dealing a grievous blow to his ego.“ Mit Blanche nun dauerhaft im Amt und Trumps Signal, dass er eine mögliche Hearn-Verfolgung nicht aufgegeben hat, bleibt offen, wie die Behörde mit Fällen um Figuren wie Comey und James umgeht — und ob die unteren Gerichte weiterhin im Weg stehen —, die zentrale Frage, die beide Autoren in ihren Berichten aufwerfen.