NachrichtenMakroTrump sieht nach Prahlerei über Beziehung zu Kim Jong Un scharfer Kritik entgegen

Trump sieht nach Prahlerei über Beziehung zu Kim Jong Un scharfer Kritik entgegen

Autor: Alternet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Kim Yo Jong sagte, sie wisse nichts von einer jüngsten Kommunikation zwischen Washington und Pjöngjang und wies Berichte über ein Treffen zwischen Trump und Kim zurück.
  • Sie argumentierte, dass eine Verringerung der US-südkoreanischen Manöver die Übungen nicht weniger provokativ oder aggressiv mache.
  • Nach Angaben des südkoreanischen Militärs feuerte Nordkorea Stunden nach der Erklärung rund 10 Kurzstreckenraketen ins Meer ab.
  • Trump hat große jährliche gemeinsame Übungen mit Südkorea reduziert; die Manöver sollen nun bis Freitag und damit sechs Tage früher als geplant enden.
  • Trump traf Kim Jong Un in seiner ersten Amtszeit dreimal, doch die Gipfel endeten ohne Einigung über eine Denuklearisierung.
Trump sieht nach Prahlerei über Beziehung zu Kim Jong Un scharfer Kritik entgegen

Präsident Donald Trump sieht sich nach der Reduzierung der US-Militärübungen mit Südkorea und seiner Prahlerei über seine "very good relationship" mit Nordkoreas kommunistischem Führer Kim Jong Un scharfer Kritik von links und rechts ausgesetzt. Trump sagte, er verhandle mit Jong Un und deutete an, dass er ihn 2027 treffen könnte. Doch laut Daily Beast-Reporter Will Neal erhielt Trumps "attempt to curry favor with Kim Jong Un received an embarrassing response from Pyongyang."

Neal merkte an, dass Jong Uns Schwester Kim Yo Jong in einer offiziellen Erklärung "dismissed outright any talk of correspondence." Yo Jong, eine ranghohe Funktionärin in der herrschenden Partei Nordkoreas und eine der engsten Beraterinnen ihres Bruders, ist seit langem die wichtigste öffentliche Stimme des Regimes in den Beziehungen zu Washington.

Yo Jong sagte: "As for reports coming out of Washington that there has recently been communication between the leaders of North Korea and the United States, I know absolutely nothing about it. And it would probably be the only matter related to our supreme leadership's foreign policy of which I am unaware."

Sie fügte hinzu, Berichte über ein Treffen zwischen Trump und Jong Un seien "not even worth commenting on" und argumentierte, dass die Kürzung der US-Militärübungen in Südkorea die Übungen nicht weniger "provocative and aggressive" mache.

"If the U.S. side calculates that it can portray the measures it has recently taken as some kind of 'goodwill gesture,'" sagte Yo Jong in ihrer Erklärung, "it will not get the response it wants."

Neal berichtete, dass sich die Lage Stunden später zuspitzte, als Pjöngjang nach Angaben des südkoreanischen Militärs am Donnerstag rund 10 Kurzstreckenraketen ins Meer abfeuerte. Der Abschuss war der jüngste in einer langen Reihe nordkoreanischer Waffentests, die unter Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats durchgeführt wurden, welche die ballistische Raketenaktivität des Landes verbieten. Trump versucht, die Gespräche mit Nordkorea wiederzubeleben, nachdem er Kim Jong Un während seiner ersten Amtszeit dreimal getroffen hatte, um das Land zu atomwaffenfrei zu machen. Diese Gipfeltreffen — 2018 in Singapur, Anfang 2019 in Hanoi und im Juni desselben Jahres an der innerkoreanischen Grenze — endeten ohne Einigung, und Nordkorea hat seitdem seine Waffenprogramme weiter getestet und ausgebaut.

Neal schrieb, Trumps Bedarf an einem diplomatischen Erfolg sei drängender geworden, da der Präsident auf die Zwischenwahlen zusteuere, die von seinem andauernden Krieg mit Iran über dessen Atomprogramm überschattet würden. Trump hatte versprochen, der Konflikt werde "few weeks" dauern, als er ihn im Februar begann. Fast sechs Monate später ist kein Ende in Sicht, und der Präsident hat privat eingeräumt, dass er seine Forderungen an Teherans nukleare Fähigkeiten womöglich ganz aufgeben müsse.

Neal sagte außerdem, dass Trumps jüngste Annäherungen an das Kim-Regime die Absage zweier großer jährlicher gemeinsamer Militärübungen mit Südkorea umfasst hätten. Er sagte am Montag, die Fortsetzung der Manöver, die Nordkorea seit Langem als Probeläufe für eine Invasion verurteilt, wäre "inappropriate and hostile" gewesen. Die Entscheidung erinnert an Trumps erste Amtszeit, als er nach dem Singapur-Gipfel 2018 groß angelegte gemeinsame Übungen aussetzte — ein Schritt, vor dem Kritiker damals warnten, er könne die Einsatzbereitschaft der Verbündeten untergraben. Die jährlichen Manöver sind ein seit Langem bestehender Pfeiler des US-südkoreanischen Bündnisses, und Washington und Seoul haben sie stets als defensiver Natur beschrieben.

Die Übungen laufen weiter, sollen aber nun bis Freitag enden, also sechs Tage früher als geplant.