NachrichtenMakroTrump verlängert Jones-Act-Ausnahme um weitere 90 Tage, während Analysten nur minimale Preiswirkung sehen

Trump verlängert Jones-Act-Ausnahme um weitere 90 Tage, während Analysten nur minimale Preiswirkung sehen

Autor: FreightWaves·

Wichtige Erkenntnisse

  • Präsident Trump verlängerte die Jones-Act-Ausnahme um weitere 90 Tage und erlaubt damit weiter ausländischen Schiffen, Waren zwischen US-Häfen zu Marktpreisen zu transportieren.
  • Seit März hat die Ausnahme den Transport von mehr als 54 Millionen Barrel Energieprodukten auf über 200 Fahrten zwischen amerikanischen Häfen ermöglicht.
  • Die Preisagentur Argus schätzt die Einsparung auf der Strecke Golfküste–Westküste auf nur 6,6 Cent pro Gallone gegenüber Jones-Act-konformen Tankern.
  • Inländische maritime Gewerkschaften und US-Werften lehnen die Ausnahme ab und verweisen auf einen Widerspruch zur Zielsetzung, die amerikanische Schifffahrt und den Schiffbau zu stärken.
  • Das Cato Institute sieht durch die Ausnahme Lücken in der Jones-Act-Flotte offengelegt, darunter einen Mangel an Schiffen für den Transport von Propan und Asphalt in Massengutform.
Trump verlängert Jones-Act-Ausnahme um weitere 90 Tage, während Analysten nur minimale Preiswirkung sehen

Präsident Donald Trump hat die Ausnahme vom Jones Act um weitere 90 Tage verlängert und damit internationalen Unternehmen erlaubt, weiterhin Benzin, Düngemittel und andere Waren zwischen US-Häfen zu Marktpreisen zu transportieren. Die Verlängerung erfolgt trotz Kritik, die Ausnahme habe nur einen begrenzten Einfluss auf die Einzelhandelspreise für Kraftstoff gehabt.

Der Jones Act, offiziell Section 27 des Merchant Marine Act von 1920, schreibt vor, dass Fracht zwischen US-Häfen auf Schiffen befördert werden muss, die in den USA gebaut, in US-Besitz sind und von US-Besatzungen betrieben werden. Die erste Ausnahme trat am 17. März in Kraft und wurde im Mai bereits verlängert. Historisch wurden Jones-Act-Ausnahmen nur in engen Notfällen gewährt — typischerweise als Reaktion auf Hurrikans oder andere Versorgungsstörungen —, weshalb diese anhaltende, breite Anwendung auf reguläre kommerzielle Frachtbewegungen ungewöhnlich ist.

Die Entscheidung wird weithin als Versuch gesehen, angesichts anhaltender Inflation und hoher Kraftstoffkosten vor den Zwischenwahlen positive wirtschaftliche Schlagzeilen zu erzeugen. Die US-Tankstellenpreise blieben jedoch während des gesamten Ausnahmzeitraums hoch. Am 10. August lag der nationale durchschnittliche Einzelhandelspreis für Benzin bei rund 4,01 US-Dollar pro Gallone — etwa 48 Cent unter dem Niveau von Ende Mai. Analysten führen diesen Rückgang vor allem auf andere Marktfaktoren zurück und nicht auf die Jones-Act-Ausnahme, deren direkte Wirkung sie nur auf wenige Cents pro Gallone beziffern. Der begrenzte Nutzen wird durch hohe internationale Tankerfrachtraten und die vergleichsweise geringen unter der Ausnahme transportierten Mengen eingeschränkt.

Nach Angaben der Preisagentur Argus hat die Ausnahme nur eine marginale zusätzliche Flexibilität in den Lieferketten geschaffen, insbesondere bei Transporten vom Golfküstenraum an die Westküste, wo die geschätzten Einsparungen gegenüber Jones-Act-konformen Tankern lediglich 6,6 Cent pro Gallone betrugen.

Einige Beobachter verweisen zudem auf einen politischen Widerspruch: Die Ausnahme sendet ein zwiespältiges Signal an die heimische Schifffahrtsbranche, während Trump die Wiederbelebung der Schifffahrt unter US-Flagge und des amerikanischen Schiffbaus in den Mittelpunkt seiner innenpolitischen Agenda gestellt hat. Inländische maritime Gewerkschaften und US-Werften, die den Jones Act seit Langem als wesentlich für den Erhalt einer funktionsfähigen Handelsflotte und einer Basis für die Mobilisierung der Marine unterstützen, lehnen Ausnahmen generell ab, weil sie die industrielle Kapazität untergraben, die das Gesetz stützen soll.

Prowirtschaftliche Gruppen kritisieren den Jones Act seit Langem und argumentieren, dass seine protektionistischen Vorgaben die Transportkosten und Verbraucherpreise künstlich erhöhen.

"President Trump's decision to extend Jones Act relief for another 90 days acknowledges the burden the law has long imposed on U.S. security and commerce, as well as the significant benefits the waiver has delivered," sagte Colin Grabow und Scott Lincicome, Analysten des libertären Cato Institute.

Sie wiesen darauf hin, dass die Ausnahme seit März mehr als 54 Millionen Barrel Energieprodukte auf über 200 Fahrten zwischen US-Häfen ermöglicht habe. "In most cases, these voyages took place on vessels with no connection to U.S. adversaries like China and supplied American companies with American energy products that would've otherwise been imported at a much higher cost (if at all)," sagten sie.

Die Cato-Analysten ergänzten, dass die Ausnahmefahrten erhebliche Lücken in der Jones-Act-Flotte offengelegt hätten, darunter einen Mangel an Schiffen für den Transport von Massengut wie Propan und Asphalt. Sie berichteten, dass nahezu 15 Millionen Barrel an die Westküste geliefert worden seien und die Ausnahme neue Propanströme nach Puerto Rico ermöglicht habe.

Grabow und Lincicome bezeichneten die Ausnahme als ein "band-aid" und argumentierten, dass ihre wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Vorteile nur durch eine umfassende, langfristige Reform oder eine vollständige Aufhebung des Jones Act voll zum Tragen kämen. Ob die verlängerte Ausnahme in eine dauerhafte politische Änderung übergeht oder nach Ablauf der 90 Tage wieder endet, wird sowohl die Investitionsentscheidungen im heimischen Schifffahrtssektor als auch die breitere Debatte über die Zukunft des Gesetzes prägen.

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