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Tesla ruft in China fast 3 Millionen Fahrzeuge wegen Bedenken zur Türsicherheit zurück

Autor: Fox Business Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Tesla ruft in China rund 2,98 Millionen importierte und dort gefertigte Fahrzeuge der Modelle 3, Y, S und X zurück – der größte Automobilrückruf in der Geschichte des Landes.
  • Die Sicherheitsbedenken betreffen einziehbare elektronische Türgriffe, die nach einem schweren Unfall schwer zu bedienen sein könnten, wenn das Niedervoltsystem des Fahrzeugs ausfällt – was die Flucht der Insassen und Rettungsmaßnahmen von außen erschweren kann.
  • Zu Teslas Gegenmaßnahmen gehören Warnhinweise an den betroffenen Fahrzeugen sowie ein Fernupdate der Fenstersteuerungssoftware, sodass die Fenster nach einem Unfall automatisch herunterfahren; Besitzer, die keine Fernkorrekturen erhalten können, werden für Servicetermine kontaktiert.
  • Die Tesla-Maßnahme wurde zusammen mit Rückrufen acht weiterer Automobilhersteller angekündigt, darunter Xiaomi, Leapmotor, Xpeng und Geely Holding, die in China gemeinsam rund 4,3 Millionen Fahrzeuge betreffen.
  • Ein zweiter Tesla-Rückruf in China adressiert Fahrerüberwachungssysteme durch Softwareupgrades und Überwachung per Innenraumkamera; die NHTSA erklärte, die Hersteller hätten keine Pläne für ähnliche Rückrufe in den Vereinigten Staaten bekannt gegeben.
Tesla ruft in China fast 3 Millionen Fahrzeuge wegen Bedenken zur Türsicherheit zurück

Tesla kündigte am Freitag an, in China fast 3 Millionen Fahrzeuge zurückzurufen – Grund sind Bedenken, dass sich Türen im Notfall nur schwer öffnen lassen könnten. Es ist der größte Automobilrückruf in der Geschichte des Landes.

Größter Rückruf in Chinas Geschichte

Teslas Rückruf ist der größte der angekündigten Maßnahmen und betrifft rund 2,98 Millionen Fahrzeuge. Er erfolgt zeitgleich mit Rückrufen acht weiterer Automobilhersteller – darunter Xiaomi, Leapmotor, Xpeng und Geely Holding –, die in China insgesamt etwa 4,3 Millionen Fahrzeuge betreffen.

Der US-Automobilhersteller erklärte, der Rückruf umfasse importierte sowie in China gefertigte Fahrzeuge der Modelle 3, Y, S und X, wie aus Mitteilungen hervorgeht, die bei der chinesischen Marktregulierungsbehörde State Administration for Market Regulation eingereicht wurden. Das Ausmaß der Maßnahme spiegelt Teslas starke Verankerung in dem Land wider, seinem zweitgrößten Markt nach den Vereinigten Staaten: Die Gigafactory Shanghai, Teslas erstes Werk außerhalb der USA und zugleich nach Produktionsmenge sein größtes, fertigt die Modelle 3 und Y für den heimischen Verkauf und den Export, während die dort verkauften Modelle S und X importiert werden.

Einer der Rückrufmitteilungen zufolge könnten Teslas elektronisch betätigte, einziehbare Türgriffe nach einem schweren Zusammenstoß schwer zu bedienen sein, wenn das Niedervoltsystem des Fahrzeugs ausfällt. Das Unternehmen erklärte, das daraus resultierende Problem „könnte Insassen daran hindern, die Türen zur Flucht schnell zu öffnen, und Rettungsmaßnahmen von Personen außerhalb des Fahrzeugs behindern, was ein Sicherheitsrisiko darstellt“.

Die Technologie steht in China zunehmend im Fokus der Kritik. Bündige, elektronisch betätigte Türgriffe haben sich dort in neueren Elektrofahrzeugen verbreitet, und ihr Verhalten in Notfällen geriet nach einem tödlichen Unfall im Oktober 2025 mit einem Xiaomi-YU7-SUV stark in den Blickpunkt: Das Fahrzeug war nach einer Kollision auf der Schnellstraße in Brand geraten, und seine Türen ließen sich nicht öffnen. Chinesische Aufsichtsbehörden haben seither neue nationale Normen erlassen, die Notöffnungsmechanismen vorschreiben, damit sich Türen auch bei einem Ausfall elektronischer Systeme öffnen lassen.

Um das Problem zu beheben, will Tesla nach eigenen Angaben an den betroffenen Fahrzeugen „Warnhinweise anbringen“ und die Software der Fenstersteuerung per Fernupdate verbessern, sodass die Fenster nach einem Unfall automatisch herunterfahren. Sowohl nach chinesischen als auch nach US-Regeln werden Sicherheitskorrekturen, die über Over-the-Air-Softwareupdates bereitgestellt werden, formal weiterhin als Rückrufe behandelt.

Zweiter Rückruf betrifft Fahrerüberwachungssysteme

Tesla rief zudem bestimmte Fahrzeuge wegen Problemen mit Fahrerüberwachungssystemen zurück. Diese Systeme sollen dazu beitragen, dass Fahrer aufmerksam bleiben und bei Bedarf bereit sind, die Lenkung oder das Bremsen zu übernehmen. Der Hersteller erklärte, er werde ein Softwareupgrade sowie eine „Überwachung per Innenraumkamera“ bereitstellen, um Fahrer dabei zu unterstützen, wachsam zu bleiben.

Auch Fahrerüberwachungsmaßnahmen sind in den Vereinigten Staaten auf Prüfung gestoßen. Im Dezember 2023 rief Tesla dort mehr als 2 Millionen Fahrzeuge zurück, um sein Fahrerassistenzsystem Autopilot zu stärken – mit zusätzlichen Warnhinweisen und einer stärkeren Nutzung der Innenraumkamera zur Bestätigung der Aufmerksamkeit des Fahrers.

Tesla erklärte, Besitzer von Fahrzeugen, die die Korrekturen nicht per Fernsoftwareupdate erhalten können, zu kontaktieren, um Servicetermine zu vereinbaren.

Keine ähnlichen Rückrufe in den USA bekannt gegeben

Die National Highway Traffic Safety Administration erklärte am Freitag, die Automobilhersteller hätten keine Pläne für ähnliche Rückrufe in den Vereinigten Staaten bekannt gegeben.

Die Ankündigung erfolgt, nachdem Tesla im Mai zwei Rückrufe herausgegeben hatte. Der Hersteller rief rund 175 Cybertrucks zurück, weil sich Radbolzen lösen könnten, wodurch sich möglicherweise Räder lösen. Zudem rief Tesla mehr als 218.000 Fahrzeuge der Modelle 3, Y, S und X wegen verzögerter Rückfahrkamerabilder zurück, die das Unfallrisiko erhöhen könnten.

FOX Business hat Tesla um eine Stellungnahme gebeten. Reuters hat zu diesem Bericht beigetragen.

Quelle: Fox Business