NachrichtenAktienTesla (TSLA): US-Verkäufe im August um 26 % gesunken – Cybercab-Rollout zieht Prüfung durch NHTSA nach sich

Tesla (TSLA): US-Verkäufe im August um 26 % gesunken – Cybercab-Rollout zieht Prüfung durch NHTSA nach sich

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • Teslas Aktie fiel am Tag nach der Cybercab-Launch-Veranstaltung am 3. September in Austin um 5,9 % und verlor dabei rund 88 Milliarden US-Dollar an Börsenwert.
  • Der Cybercab wird ohne Lenkrad und Pedale betrieben und nutzt ausschließlich optische Kameras, was Tesla möglicherweise einen Kostenvorteil gegenüber Lidar-basierten Konkurrenten verschafft.
  • Teslas US-Verkäufe sanken im August im Jahresvergleich um 26 % auf geschätzte 40.816 Fahrzeuge – der stärkste monatliche Rückgang 2026 –, während die Verkäufe in China um 12,4 % fielen, ebenfalls der dritte Rückgang in Folge.
  • Die NHTSA hat eine Prüfung der Selbstzertifizierung des Cybercab eingeleitet, mit Fokus auf das Fehlen manueller Bedienelemente – dies könnte die Expansion über Texas hinaus beeinflussen.
  • Die Wall Street ist zur Aktie gespalten: Es besteht ein „Moderate Buy“-Konsens mit einem durchschnittlichen Kursziel von 377,08 US-Dollar, was rund 6,5 % Kurspotenzial impliziert.
Tesla (TSLA): US-Verkäufe im August um 26 % gesunken – Cybercab-Rollout zieht Prüfung durch NHTSA nach sich

Die Tesla-Aktie (TSLA) handelte am Dienstag in der Prämarktphase bei 354,57 US-Dollar, nur 0,1 % im Plus, während Anleger weiterhin den Cybercab-Start der Vorwoche in Austin, Texas, bewerteten – ein gedämpfter Betriebsbeginn für das Robotaxi des Unternehmens ohne Lenkrad und Pedale. Die Einsätze sind hoch, da das Robotaxi-Programm weithin als Teslas nächste große Wachstumsstory gilt, während das Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen an Dynamik verliert.

Der Cybercab nahm in Texas nach einer Launch-Veranstaltung in Austin am 3. September den Betrieb auf. Das Fahrzeug verfügt über kein Lenkrad und keine Pedale und stützt sich ausschließlich auf optische Kameras – ein Ansatz, der Tesla gegenüber Konkurrenten mit teureren Sensorlösungen wie Lidar einen potenziellen Kostenvorteil verschaffen könnte.

Der Start selbst kam bei Anlegerinnen und Anlegern jedoch schlecht an. TSLA fiel am Tag nach der Veranstaltung um 5.9 % und verlor dabei rund 88 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Der Rückgang folgte auf ein Plus von 5.4 % im Vorfeld der Enthüllung – ein Zeichen dafür, wie viele Erwartungen bereits eingepreist waren.

Wall Street gespalten über den Cybercab

GLJ-Analyst Gordon Johnson fiel in seiner Einschätzung deutlich aus. Er verwies darauf, dass Tesla lediglich 45 Fahrzeugzulassungen vorweisen konnte, nicht sagen wollte, wie viele Cybercabs tatsächlich im Einsatz sind, auf einen Livestream verzichtete, CEO Elon Musk nicht auf die Bühne ließ und weder Preise noch Wirtschaftlichkeit pro Meile noch eine Bestellmöglichkeit für Verbraucher präsentierte. Johnson stuft TSLA mit einem Kursziel von 24,86 US-Dollar als „Sell“ ein.

Colin Langan von Wells Fargo bestätigte ebenfalls ein „Sell“-Rating mit einem Zielkurs von 130 US-Dollar. Seiner Ansicht nach fehlten der Präsentation ausreichend technische Details und ein klarer Rollout-Fahrplan, um die aktuelle Bewertung der Aktie zu rechtfertigen.

Nicht alle sind bearisch. George Ginarikas von Canaccord stuft TSLA als „Buy“ ein, nennt den Cybercab „elegant“ und „leuchtend“ und sagt, er sehe aus wie die Zukunft, die Musk versprochen habe. Er räumte jedoch ein, dass die geografische Dichte des Betriebs das Nächste sei, was der Markt sehen wolle – wie schnell Tesla einen begrenzten Ein-Stadt-Betrieb zu einem Netzwerk ausbauen kann, das groß genug ist, um finanziell ins Gewicht zu fallen.

Verkaufszahlen erhöhen den Druck

Die Debatte um den Cybercab findet vor einem schwierigen Verkaufsumfeld statt. Tesla verkaufte im August in den USA schätzungsweise 40.816 Fahrzeuge – ein Rückgang von 26 % gegenüber 55.500 ein Jahr zuvor. Dies ist der stärkste monatliche Jahresrückgang, den Tesla 2026 verzeichnete, schlechter als der Rückgang von 20 % im Juni und 21 % im Juli. Der Abwärtstrend fällt mit verschärftem Wettbewerb durch günstigere E-Fahrzeuge in den größten Automärkten der Welt zusammen.

China war kaum besser. Tesla setzte dort im August 50.047 Fahrzeuge ab, 12,4 % weniger als im Vorjahr – der dritte monatliche Rückgang in Folge. Das Unternehmen bot zudem Rabatte von bis zu 10.000 Yuan (1.475 US-Dollar) auf Model-Y-Bestände an, ein Zeichen für den Preisdruck durch chinesische Hersteller.

Europa bot ein gemischtes Bild. Die Zulassungen stiegen in Frankreich um 279 % und in Dänemark um 104 %, gingen jedoch in Norwegen, Spanien, Schweden, Portugal und Italien deutlich zurück.

Regulatorischer Fokus

Die NHTSA hat eine Prüfung eingeleitet, wie Tesla den Cybercab selbst als konform mit den Bundessicherheitsstandards zertifiziert hat. Die Behörde konzentriert sich darauf, dass das Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale betrieben wird und damit außerhalb der geltenden Bundessicherheitsvorschriften für Kraftfahrzeuge steht. Diese regulatorische Frage ist noch ungeklärt, und ihr Ausgang könnte bestimmen, wie schnell der Cybercab über Texas hinaus skalieren kann, da die bestehenden Bundesregeln davon ausgehen, dass menschliche Fahrer über manuelle Bedienelemente verfügen.

Was die Fundamentaldaten betrifft, stieg Teslas Q2-Umsatz im Jahresvergleich um 26 % auf 28,24 Milliarden US-Dollar, doch die Operativmarge fiel auf 1,4 % – dem Unternehmen bleibt damit wenig Spielraum, während es den Robotaxi-Ausbau finanziert.

Auf TipRanks hält TSLA eine „Moderate Buy“-Konsensbewertung aus 11 „Buy“-, 13 „Hold“- und drei „Sell“-Einstufungen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 377,08 US-Dollar, was einem Kurspotenzial von 6,5 % entspricht. Die Aktie ist seit Jahresbeginn 21 % im Minus. Für Anleger sind die wichtigsten Gradmesser künftig das Tempo der Cybercab-Expansion, die monatlichen Lieferzahlen und die Ergebnisse der NHTSA-Prüfung.