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Turkmenistan und Afghanistan treiben TAPI-Pipeline voran, während konkrete Fortschritte spärlich bleiben

Autor: OilPrice.com·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die in den 1990er Jahren konzipierte TAPI-Pipeline, die jährlich 33 Milliarden Kubikmeter turkmenisches Gas in südasiatische Märkte transportieren soll, befindet sich noch weitgehend in der Planungsphase, wobei nur langsame Fortschritte an einem ersten 153 Kilometer langen Abschnitt zu verzeichnen sind.
  • Berdymukhamedovs Besuch in Afghanistan am 10. August brachte eine vorläufige Absichtserklärung für turkmenische Gaslieferungen in die Region Herat hervor, es wurde jedoch kein finalisiertes Lieferabkommen erreicht.
  • Zu den ungelösten Haupthindernissen für das Vorankommen von TAPI gehören Meinungsverschiedenheiten über Gaspreise und Liefermengen, Turkmenistans historische Zurückhaltung bei festen Exportpreisen sowie anhaltende Sicherheitsrisiken entlang der Pipelineroute in Afghanistan.
  • Für Turkmenistan stellt das TAPI-Projekt eine strategische Möglichkeit dar, die Gasexporte über die starke Abhängigkeit von chinesischen Käufen hinaus zu diversifizieren, die den überwiegenden Großteil der turkmenischen Gasverkäufe ausmachen.
  • Weitere während des Besuchs erörterte Vernetzungsinitiativen, darunter eine Stromübertragungsleitung, ein Glasfaserkabel und ein vorgeschlagenes einheitliches Logistikzentrum, führten nicht zu konkreten Vereinbarungen.
Turkmenistan und Afghanistan treiben TAPI-Pipeline voran, während konkrete Fortschritte spärlich bleiben

Trotz anhaltend optimistischer Rhetorik rund um den Bau einer transafghanischen Erdgaspipeline, die Turkmenistan mit Südasien verbinden soll, bleiben konkrete Beweise für einen deutlichen Fortschritt schwer fassbar.

Die Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien-Pipeline (TAPI) befindet sich seit Jahrzehnten in der Planungsphase. Das in den 1990er Jahren konzipierte Projekt soll Turkmenistans gewaltige Erdgasreserven – zu den größten der Welt zählend – erschließen und jährlich 33 Milliarden Kubikmeter Gas in energiearme südasiatische Märkte liefern. Die Bauarbeiten am ersten Abschnitt – einer 153 Kilometer langen Strecke vom turkmenischen Grenzort Serhetabat bis zur westafghanischen Stadt Herat – kommen nur langsam voran.

Am 10. August besuchte Turkmenistans oberster Führer, Gurbanguly Berdymukhamedov, für kurze Zeit Afghanistan zu Gesprächen, die darauf abzielten, den Schwung des TAPI-Projekts zu beschleunigen und die umfassenderen bilateralen Handelsbeziehungen zu vertiefen. Der Besuch hatte auch politische Bedeutung für die Taliban-Regierung Afghanistans, die auf internationales Engagement und wirtschaftliche Partnerschaften hofft, um ihre internationale Isolation zu mildern. Turkmenische staatliche Medien, die über den Besuch berichteten, lieferten kaum inhaltliche Details und betonten stattdessen, dass „die friedliebende Außenpolitik Turkmenistans zur nachhaltigen Entwicklung in der Region beiträgt.“

Sowohl turkmenische als auch afghanische Beamte bekräftigten die strategische Bedeutung des TAPI-Projekts und versicherten, dass es vorankomme. Für Turkmenistan stellt TAPI eine давно angestrebte Möglichkeit dar, die Gasexportrouten über die starke Abhängigkeit von China hinaus zu diversifizieren, das die überwältigende Mehrheit des turkmenischen Gases abnimmt. Allerdings lieferten offizielle Quellen abgesehen von einigen wenigen Zahlen kaum konkrete Angaben und stellten fest, dass der Bau „ungefähr 700 turkmenische Fachkräfte und über 300 Einheiten spezialisierter Ausrüstung“ umfasst.

Das greifbarste Ergebnis von Berdymukhamedovs Besuch war die Unterzeichnung einer Erklärung, die im Wesentlichen einer Absichtserklärung gleichkommt und angeblich vorläufige Bedingungen für die Lieferung turkmenischen Gases in die Region Herat umreißt. Das Dokument erwähnt auch eine mögliche turkmenische Beteiligung am Aufbau eines regionalen Gasverteilungsnetzes in Herat.

Dennoch ist ein finaliertes Gaslieferabkommen noch in weiter Ferne. Die schwierigsten Verhandlungspunkte – darunter Preisgestaltung und Liefermengen – sind noch zu klären. Aschgabat ist weithin dafür bekannt, sich gegen feste Verpflichtungen bei den Exportpreisen für sein Gas zu sträuben. Die geplante Route der Pipeline durch die südlichen und östlichen Provinzen Afghanistans, wo die Sicherheitslage weiterhin unsicher ist, adds eine weitere Komplexitätsebene hinzu, die in der Vergangenheit internationale Investoren und Finanziers abgeschreckt hat.

Afghanistans stellvertretender Premierminister Mullah Abdul Ghani Baradar drängte Berdymukhamedov Berichten zufolge auf den Abschluss einer Preisvereinbarung, doch es wurde kein sofortiger Durchbruch erzielt. „Ein langfristiges Abkommen sollte abgeschlossen werden, vereinfachte Bedingungen enthalten und einen flexiblen Mechanismus zur Überprüfung des Abkommens beinhalten“, erklärte eine afghanische Regierungsstellungnahme, die von der Trend-Nachrichtenagentur zitiert wurde.

Berdymukhamedov setzte sich zudem für weitere Initiativen zur regionalen Vernetzung ein, darunter eine Stromübertragungsleitung von Turkmenistan über Afghanistan nach Pakistan sowie ein begleitendes Glasfaserkabel. Während des Besuchs äußerte er ferner Interesse an der Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels und hob Turkmenistans Hafenstadt Turkmenbaschi am Kaspischen Meer als potenziellen Transitknotenpunkt für afghanische Exporte in westliche Märkte hervor. Zur Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen schlug er die Einrichtung eines „einheitlichen Logistikzentrums“ vor, das die Transitzeiten für Straßen- und Schienengüterverkehr verkürzen soll.

Es gab jedoch keine Anzeichen dafür, dass die Gespräche zu konkreten Vereinbarungen führten, um einen dieser Vorschläge voranzubringen.

Quelle: Eurasianet