NachrichtenMakroDie Schweizer Inflation steigt im August leicht an, da die Energiepreise zulegen

Die Schweizer Inflation steigt im August leicht an, da die Energiepreise zulegen

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Der Schweizer VPI stieg im August um 0,4% gegenüber dem Vormonat und lag damit über der Erwartung eines unveränderten Werts; gegenüber dem Vorjahr verdoppelte er sich auf 0,8% von 0,4% im Juli.
  • •Der Anstieg im August wurde vor allem durch die Benzinpreise getrieben, die 25% höher lagen als im selben Monat des Vorjahres.
  • •Die jährliche Kerninflation, auf die die SNB am stärksten achtet, stieg nur leicht von 0,3% auf 0,4%.
  • •Da die Inflation nahe dem unteren Ende des SNB-Preis-stabilitätsbands von 0% bis 2% liegt und die Zinsen bereits bei 0% neutral sind, ist die Hürde für weitere Zinsschritte hoch.
  • •Die SNB bleibt eher besorgt über eine zu starke Franken-Aufwertung und deren dämpfende Wirkung auf Importpreise; der Markt schaut auf die Sitzung im September.
Die Schweizer Inflation steigt im August leicht an, da die Energiepreise zulegen

Die Schweizer Verbraucherpreisdaten für August fielen stärker aus als erwartet:

  • August-VPI: +0,4% ggü. Vormonat statt 0,0% erwartet (zuvor -0,1%)
  • August-VPI: +0,8% ggü. Vorjahr statt +0,5% erwartet (zuvor +0,4%)
  • August-Kern-VPI: +0,4% ggü. Vorjahr (zuvor +0,3%)

Der kräftige Anstieg der Benzinpreise war der wichtigste Faktor für den Anstieg der Schweizer Inflation im August. Die Benzinpreise lagen 25% höher als im selben Monat des Vorjahres. Infolgedessen verdoppelte sich die jährliche Gesamtinflation im August gegenüber Juli.

Allerdings stieg die jährliche Kerninflation nur leicht an. Das ist die wichtigere Kennzahl, auf die die Schweizerische Nationalbank (SNB) bei der Entscheidung über ihre geldpolitische Ausrichtung näher schaut.

Der Gesamtblick bleibt vorerst, dass die Schweiz weiterhin sehr nahe am unteren Ende der SNB-Definition von Preisstabilität von 0% bis 2% liegt. Daher hat die Notenbank im Gegensatz zu den meisten großen Volkswirtschaften, in denen die Inflation länger erhöht blieb und die Zentralbanken eine restriktive Geldpolitik beibehalten haben, keinen Eile, die Politik zur Bekämpfung der Inflationslage anzupassen. Die Schweiz hat im Gegenteil jahrelang mit zu niedriger Inflation zu kämpfen gehabt; die SNB griff von 2015 bis 2022 sogar zu negativen Zinsen, um deflationären Druck und Frankenstärke einzudämmen.

Die derzeit wichtigste Komplikation für die SNB ist der Franken selbst. Als sicherer Hafen kann erneute geopolitische Spannung zu einer weiteren Aufwertung des Schweizer Frankens führen. Das wiederum senkt die Importpreise und dämpft die Inflation zusätzlich — ein Effekt, der durch die starke Abhängigkeit der Schweiz von in Euro und Dollar bepreisten Importen noch verstärkt wird. Daher könnten die Entscheidungsträger weiterhin stärker auf eine übermäßige Frankenstärke und erneute Disinflation achten als auf ein kurzfristig drohendes Inflationsproblem. Die SNB greift bei Bedarf auch am Devisenmarkt ein, ein Instrument, das sie zusammen mit der Zinspolitik wiederholt eingesetzt hat, um eine Aufwertung des Frankens zu begrenzen.

Kurz gesagt ist die Botschaft klar: Die Schweizer Inflation ist niedrig, die Geldpolitik ist mit 0% bereits neutral, und daher ist die Hürde für eine weitere Zinssenkung oder eine Zinserhöhung hoch. Als Nächstes stehen die SNB-Sitzung im September und mögliche Äußerungen zum Franken im Fokus, ebenso wie die monatlichen Inflationsdaten, um zu sehen, ob der energiegetriebene Anstieg anhält oder nach dem Auslaufen der Basiseffekte bei Benzin wieder abklingt.

Source: ForexLive