S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital starten fundamentaldatenbasierten Krypto-Benchmark
Wichtige Erkenntnisse
- •Der S&P Pantera Digital Asset Index startete mit 18 Bestandteilen und wählt Vermögenswerte anhand von Protokollumsätzen statt nach Marktkapitalisierung aus.
- •Artemis Analytics liefert die Protokollumsatzdaten, während Lukka die Preisdaten für die Indexmethodik bereitstellt.
- •SPPDA ist ein für institutionelle Nutzung konzipierter Benchmark-Index und kein ETF oder direkt kaufbares Anlageprodukt für Privatanleger.
- •Der Index unterscheidet sich von herkömmlichen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Krypto-Körben, indem er messbare wirtschaftliche Aktivität gegenüber Token-Größe betont.
- •Vermögensverwalter könnten künftig Fonds, strukturierte Produkte oder Modellportfolios auf Basis des Benchmarks schaffen, abhängig von regulatorischer und marktseitiger Nachfrage.

S&P Dow Jones Indices und Pantera Capital haben einen neuen Benchmark für digitale Vermögenswerte vorgestellt, der Kryptowährungsnetzwerke über einen stärker an Fundamentaldaten orientierten Rahmen abbilden soll, statt allein über die Marktkapitalisierung.
Der S&P Pantera Digital Asset Index (SPPDA) startete mit 18 Bestandteilen und verwendet eine regelbasierte Methodik. Den Indexmaterialien zufolge ist die Auswahl der Vermögenswerte an Protokollumsätze gekoppelt, wobei Artemis Analytics Umsatzdaten liefert und Lukka Preisdaten bereitstellt.
Dieser Ansatz unterscheidet den Index von einem herkömmlichen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Korb. Zwar bleibt die Marktkapitalisierung im Kryptosektor eine wichtige Kennzahl, sie zeigt jedoch nicht immer, ob ein Netzwerk Gebühren, Umsätze oder nachhaltige Nutzung generiert. Der SPPDA soll diese Lücke schließen, indem er einen institutionellen Benchmark schafft, der Krypto-Assets anhand wirtschaftlicher Aktivität und nicht anhand der Token-Größe misst.
Bemerkenswert ist, dass SPPDA ein Benchmark-Index ist, kein ETF oder börsengehandeltes Produkt.
Warum ein Fundamentaldaten-Index wichtig ist
Krypto-Assets stellen seit Langem eine Herausforderung für die Bewertung dar. Bei Aktien können Anleger Umsätze, Gewinne, Margen, Cashflow, Dividenden, Aktienrückkäufe und Bilanzen analysieren. Krypto-Netzwerke lassen sich nicht sauber auf diese Kennzahlen übertragen — einige erzeugen Gebühren, einige vereinnahmen Umsätze, einige subventionieren Aktivität über Anreize, und einige weisen trotz begrenzter wirtschaftlicher Durchleitung hohe Marktkapitalisierungen auf.
Ein auf Fundamentaldaten fokussierter Index versucht, einen Teil dieses Problems zu adressieren, indem er eine direkte Frage stellt: Welche Netzwerke erzeugen messbare wirtschaftliche Aktivität? Protokollumsatz ist keine perfekte Kennzahl — er kann volatil sein und durch einmalige Handelsschübe, Anreizprogramme, Gebührenanpassungen oder Marktzyklen beeinflusst werden. Dennoch bietet er Anlegern eine fundiertere Grundlage als Narrative allein.
Die Zusammenarbeit stützt sich auf die Stärken der jeweiligen Beteiligten. S&P bringt Indexinfrastruktur und institutionelle Glaubwürdigkeit ein — die Muttergesellschaft S&P Global zählt zu den größten Anbietern von Finanzmarktindizes, mit Benchmarks für Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Pantera, 2003 gegründet und seit 2013 einer der frühesten institutionellen Investoren in digitale Vermögenswerte, steuert kryptospezifische Investmenterfahrung bei. Artemis und Lukka liefern die Datengrundlagen, die erforderlich sind, um komplexe On-Chain-Aktivitäten in eine nutzbare Indexmethodik zu übersetzen.
Umsatz als differenzierende Perspektive
Eine umsatzbasierte Perspektive kann verändern, wie Anleger den Markt bewerten. Einige große Vermögenswerte können über hohe Liquidität und starke Markenbekanntheit verfügen, aber schwächere direkte Protokollumsätze aufweisen. Andere können relevante Gebühren generieren, bleiben aber nach Marktkapitalisierung kleiner. Ein Fundamentaldaten-Index kann diesen Unterschied sichtbar machen.
Das ist wichtig, weil institutionelle Anleger in der Regel Benchmarks benötigen, bevor sie größere Allokationen vornehmen. Benchmarks ermöglichen es Fonds, Wertentwicklung zu vergleichen, Produkte aufzubauen, Engagements zu messen und Strategien zu kommunizieren. Ein Marktkapitalisierungsindex sagt im Kern: „Halte die größten Token“, während ein fundamentaldatenorientierter Index sagt: „Halte Vermögenswerte, die Kriterien wirtschaftlicher Aktivität erfüllen.“ Das sind grundlegend unterschiedliche Ansätze, und letzterer könnte Anleger ansprechen, die Krypto als Entwicklung von Spekulation hin zu Netzwerkökonomie betrachten.
Die Einführung erfolgt zudem vor dem Hintergrund eines breiteren Ausbaus institutioneller Krypto-Infrastruktur. Die Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs in den USA im Januar 2024 und von Spot-Ethereum-ETFs später im selben Jahr brachte regulierte Krypto-Exposure-Produkte in traditionelle Portfolios. Ein fundamentaldatenbasierter Benchmark ergänzt diese Infrastruktur um eine andere Ebene — kein handelbares Produkt, sondern einen Rahmen zur Bewertung der Netzwerke, die den von Institutionen zunehmend gehaltenen Vermögenswerten zugrunde liegen.
Ein Benchmark, kein Produkt für Privatanleger
Ein wichtiger Vorbehalt ist, dass SPPDA ein Index ist, kein ETF. Ein Index kann als Benchmark oder als Grundlage für künftige Produkte dienen, ist aber für die meisten Privatanleger nicht direkt kaufbar. Vermögensverwalter könnten möglicherweise künftig Fonds, strukturierte Produkte oder Modellportfolios darauf aufbauen, abhängig von Nachfrage, Regulierung und Produktgestaltung.
Die Einführung bedeutet nicht, dass ein neuer ETF gehandelt wird, und auch nicht, dass Pantera und S&P ein Anlageprodukt für Privatanleger vorgestellt haben. Sie bedeutet, dass ein Benchmark geschaffen wurde. Dennoch haben Benchmarks erhebliches Gewicht — das traditionelle Finanzsystem basiert auf ihnen. Indizes prägen passive Kapitalflüsse, institutionelles Reporting, Risikomodelle und Produktentwicklung. Wenn Krypto als Anlageklasse reift, ist eine bessere Indexierung Teil der notwendigen Infrastruktur.
Datenqualität als institutionelle Infrastruktur
Die Einführung hebt außerdem einen breiteren Trend hervor: Kryptodaten werden zu institutioneller Infrastruktur. On-Chain-Daten sind öffentlich, aber nicht immer einfach zu interpretieren. Umsatz kann je nach Protokoll unterschiedlich definiert werden, Token-Anreize können Aktivität verzerren, und Faktoren wie Wash Trading, MEV, Sequencer-Gebühren, Staking-Belohnungen, Bridge-Flows und Umsätze auf App-Ebene können die Messung erschweren.
Die Nutzung von Artemis für Protokollumsätze und Lukka für Preisdaten gibt dem Index einen definierten Datenrahmen. Anleger können die Methodik weiterhin diskutieren, doch der Benchmark folgt einer offengelegten Logik — ein Schritt hin zu einer besseren Verständlichkeit von Krypto für Institutionen.
Die Nachfrage des Marktes nach besseren Benchmarks
Der Kryptomarkt ist inzwischen so groß geworden, dass breite Kategorien nicht mehr ausreichen. „Altcoins“ ist zu weit gefasst, „Layer 1s“ bildet wirtschaftliche Aspekte nicht ab, „DeFi“ umfasst sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle, und „Infrastruktur“ kann alles von Oracles über Bridges bis hin zu Skalierungsnetzwerken bezeichnen.
Ein fundamentaldatenbasierter Index bietet eine Möglichkeit, diese Komplexität zu reduzieren, indem er Anlegern einen Rahmen für den Vergleich von Vermögenswerten auf Basis messbarer Netzwerkökonomie gibt. Er ersetzt möglicherweise keine Marktkapitalisierungsindizes, ergänzt aber das analytische Instrumentarium. Für Pantera unterstreicht der Index die Vorstellung, dass Krypto-Investing analytischer wird. Für S&P erweitert er Benchmarks für digitale Vermögenswerte in eine anspruchsvollere Kategorie.
Die langfristige Frage ist, ob Anleger ihn tatsächlich übernehmen. Wenn SPPDA zu einem Bezugspunkt für Fonds, Research oder indexgebundene Produkte wird, könnte er beeinflussen, wie Institutionen an Krypto-Engagements herangehen. Wenn nicht, bleibt er ein Benchmark unter vielen. In jedem Fall signalisiert die Einführung, wohin sich der Markt bewegt — Krypto wird zunehmend anhand realer wirtschaftlicher Aktivität bewertet statt anhand von Hype-Zyklen und Token-Größe.
Dieser Artikel basiert auf Materialien von S&P Dow Jones Indices zum S&P Pantera Digital Asset Index. Verfasst vom News Desk und redigiert von Samuel Rae.