Südkorea zeigt laut Finanzminister deutlichere Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung
Wichtige Erkenntnisse
- •Finanzminister Koo Yun-cheol erklärte, dass das Bruttonationaleinkommen pro Kopf in Südkorea in diesem Jahr voraussichtlich 40.000 US-Dollar überschreiten wird, während die wirtschaftliche Erholung zunehmend sichtbar wird.
- •Das nominale BIP wuchs im zweiten Quartal laut dem Finanzminister so schnell wie seit 47 Jahren nicht mehr.
- •Die Regierung will im vierten Quartal detaillierte Maßnahmen zur Neuausrichtung der Stahlindustrie vorlegen, einschließlich des Einsatzes von KI in der Produktion und einer grünen Transformation.
- •Die Behörden erörterten die Umwandlung leer stehender Flächen in Wissensindustriezentren in öffentlichen Wohnraum für junge Menschen und frisch verheiratete Paare sowie eine Ausweitung der zugelassenen Unternehmen durch den Wechsel zu einer Liste verbotener Branchen.
- •Bei dem Treffen wurden Maßnahmen gegen handelsbezogene Finanzkriminalität geprüft, darunter die Fälschung von Exportdokumenten zur Erlangung von Subventionen und die Verschleierung preisgünstiger Importe als im Inland hergestellte Waren.

Südkorea zeigt zunehmend deutlichere Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung. Das Bruttonationaleinkommen (GNI) pro Kopf dürfte in diesem Jahr 40.000 US-Dollar überschreiten, erklärte Finanzminister Koo Yun-cheol am Donnerstag.
Bei einem Treffen der Wirtschaftsminister verwies Koo darauf, dass das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens im zweiten Quartal so schnell gewachsen sei wie seit 47 Jahren nicht mehr. Das BIP misst den Wert der innerhalb eines Landes erbrachten Produktion, während das GNI das gesamte Einkommen der Einwohner eines Landes im In- und Ausland umfasst. Das nominale BIP ist nicht inflationsbereinigt. Die Wachstumsrate erfasst daher Veränderungen sowohl bei der Produktion als auch bei den Preisen. Das GNI pro Kopf wird häufig als Maßstab für den durchschnittlichen Lebensstandard und für die Position Südkoreas im Vergleich zu Volkswirtschaften mit fortgeschrittenem Entwicklungsstand verwendet.
„Die Erholung der südkoreanischen Wirtschaft wird zunehmend deutlich“, sagte Koo in seinen Eröffnungsworten. „Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bewegt sich unsere Wirtschaft klarer als je zuvor auf Erholung und Wachstum zu.“
Neuausrichtung der Stahlindustrie
Bei dem Treffen wurden außerdem Pläne zur Neuausrichtung der südkoreanischen Stahlindustrie erörtert. Dazu gehören die Integration von Technologien der künstlichen Intelligenz (KI) in Produktionsprozesse und das Anstreben einer grünen Transformation. Koo erklärte, dass detaillierte Maßnahmen im vierten Quartal bekannt gegeben werden sollen. Stahl bildet eine Grundlage der industriellen Produktion des Landes und beliefert unter anderem den Schiffbau, die Automobilindustrie und das Baugewerbe. Die für das vierte Quartal angekündigte Mitteilung ist der einzige Punkt des Treffens, für den ein konkreter Zeitrahmen genannt wurde.
Maßnahmen zu Wohnraum und Industrieflächen
Die Teilnehmer erörterten außerdem die Umwandlung leer stehender Flächen in Wissensindustriezentren – Geschäftskomplexen zur Unterstützung kleiner Unternehmen – in öffentlichen Wohnraum für junge Menschen und frisch verheiratete Paare. Darüber hinaus plant die Regierung, einem größeren Spektrum von Unternehmen den Einzug in die Zentren zu ermöglichen. Dazu soll die derzeitige Liste zugelassener Branchen durch eine Liste ersetzt werden, in der nur verbotene Branchen aufgeführt sind, ergänzte Koo. Da der Wohnungsbauplan auf bereits leer stehende Flächen abzielt, würden bestehende Gebäude wiederverwendet, anstatt neue errichten zu müssen. Bei dem Treffen wurden jedoch weder ein Zeitrahmen noch der Umfang der Umwandlung genannt.
Vorgehen gegen handelsbezogene Finanzkriminalität
Die Teilnehmer prüften zudem Möglichkeiten zur Bekämpfung handelsbezogener Finanzkriminalität. Dazu gehören etwa die Fälschung von Exportdokumenten, um sich auf betrügerische Weise staatliche Subventionen zu sichern, sowie die Verschleierung preisgünstiger Importe als im Inland hergestellte Waren, teilte das Finanzministerium mit. Beide Praktiken können die offiziellen Handels- und Subventionsdaten verfälschen, die zur Bewertung der von den Behörden beschriebenen Erholung herangezogen werden.
Dieser Bericht wurde erstmals von der Korea Herald unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Yonhap veröffentlicht. Quelle