NachrichtenMakroEuro und Pfund konsolidieren vor deutschen und US-Inflationsdaten sowie britischem BIP

Euro und Pfund konsolidieren vor deutschen und US-Inflationsdaten sowie britischem BIP

Autor: FXOpen Blog·

Wichtige Erkenntnisse

  • EUR/USD bewegt sich seitwärts in der Spanne von 1.1570–1.1650. Ein anhaltender Ausbruch über 1.1650 könnte den Weg zum August-Hoch nahe 1.1710 ebnen, während ein Rückgang unter 1.1570 den Bereich um 1.1500 in den Fokus rücken würde.
  • Der jährliche CPI Deutschlands dürfte heute von 2,8 % auf 2,9 % steigen. Dies könnte die Erwartungen einer weiteren geldpolitischen Straffung durch die EZB stärken und den Euro unterstützen.
  • Für den morgigen US-CPI werden eine Gesamtinflation von 3,4 % im Jahresvergleich und 0,4 % im Monatsvergleich sowie eine Kerninflation von 2,4 % beziehungsweise 0,2 % erwartet. Damit läge das Preiswachstum über dem 2-%-Ziel der Federal Reserve und der EZB.
  • Ein höher als erwarteter US-Inflationswert könnte die Erwartungen an einen weiterhin restriktiven Kurs der Federal Reserve stärken und den US-Dollar unterstützen. Anzeichen für einen nachlassenden Preisdruck könnten dagegen das Aufwärtspotenzial der Währung begrenzen.
  • Für das britische BIP im Juli wird nach dem Wachstum von 0,3 % im Vormonat kein Wachstum erwartet. Schwächere Daten könnten die Erwartungen an eine zurückhaltendere Bank of England stärken und die Erholung von GBP/USD begrenzen.
Euro und Pfund konsolidieren vor deutschen und US-Inflationsdaten sowie britischem BIP

Der Euro und das britische Pfund sind gegenüber dem US-Dollar in eine ruhige Konsolidierung übergegangen. Marktteilnehmer zögern, neue Positionen zu eröffnen, bevor eine Reihe wichtiger makroökonomischer Veröffentlichungen ansteht, die die Erwartungen an den künftigen geldpolitischen Kurs der großen Zentralbanken weltweit verändern könnte.

Die nächsten wichtigen Impulse werden von den Inflationsdaten aus Deutschland und den USA ausgehen. Der für später am heutigen Tag erwartete jährliche Verbraucherpreisindex (CPI) Deutschlands dürfte von 2,8 % auf 2,9 % steigen. Eine solche Beschleunigung könnte die Erwartungen einer weiteren geldpolitischen Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB) stärken und den Euro unterstützen. Ebenfalls heute werden US-Erzeugerpreisdaten und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Sie liefern dem Markt einen früheren Hinweis auf den Preisdruck auf Erzeugerebene und den Zustand des Arbeitsmarktes.

Das wichtigste Ereignis steht jedoch morgen mit den US-Inflationsdaten an, einer der weltweit am genauesten beobachteten monatlichen Konjunkturindikatoren. Die Gesamtinflation wird mit 3,4 % im Jahresvergleich und 0,4 % im Monatsvergleich erwartet, während die Kerninflation voraussichtlich bei 2,4 % beziehungsweise 0,2 % liegen wird. Sowohl die Federal Reserve als auch die EZB richten ihre Geldpolitik auf ein Inflationsziel von 2 % aus, sodass die prognostizierten Werte über diesem Ziel liegen würden. Nach dem starken Arbeitsmarktbericht könnte ein höher als erwarteter Wert die Erwartungen stärken, dass die Federal Reserve ihren restriktiven Kurs beibehält, und den US-Dollar stützen. Anzeichen für einen nachlassenden Preisdruck könnten dagegen das Aufwärtspotenzial der Währung begrenzen.

Für das Pfund bietet der britische Konjunkturkalender morgen einen zusätzlichen Impuls. Für das britische Bruttoinlandsprodukt im Juli wird nach einem Wachstum von 0,3 % im Vormonat kein Wachstum erwartet, obwohl mit einer Erholung der Industrieproduktion gerechnet wird. Schwächer als erwartete Daten könnten die Erwartungen an eine zurückhaltendere Bank of England stärken und das Erholungspotenzial von GBP/USD begrenzen.

EUR/USD

EUR/USD bewegte sich in den vergangenen Sitzungen seitwärts und hielt sich in der relativ engen Spanne von 1.1570–1.1650. Ein entscheidender Ausbruch und anhaltender Anstieg über 1.1650 würde den Weg für einen erneuten Test des August-Hochs nahe 1.1710 freimachen. Ein anhaltender Rückgang unter 1.1570 könnte dagegen den Weg für einen Rückgang in Richtung 1.1500 öffnen.

Wichtige Ereignisse für EUR/USD:

  • Heute um 09:00 (GMT+3): Verbraucherpreisindex (CPI) Deutschlands
  • Heute um 15:30 (GMT+3): US-Erzeugerpreisindex (PPI)
  • Heute um 15:30 (GMT+3): Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

GBP/USD

Nachdem der Tageschart einen erneuten Test der Unterstützung bei 1.3470 gezeigt hatte, hat sich bei GBP/USD ein Stick-Sandwich-Muster gebildet. Sollte sich der Kurs oberhalb von 1.3500 etablieren und dieses Niveau zur Unterstützung werden, könnte sich der Anstieg in Richtung der Zone von 1.3640–1.3680 fortsetzen. Ein anhaltender Ausbruch unter 1.3470 würde hingegen die Wahrscheinlichkeit einer tieferen Abwärtskorrektur erhöhen.

Wichtige Ereignisse für GBP/USD:

  • Morgen um 09:00 (GMT+3): Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Vereinigten Königreichs
  • Morgen um 09:00 (GMT+3): Industrieproduktion des Vereinigten Königreichs
  • Morgen um 15:30 (GMT+3): Kern-Verbraucherpreisindex (CPI) der USA

Insgesamt konsolidieren EUR/USD und GBP/USD weiterhin nahe wichtiger technischer Niveaus, bevor eine neue Reihe makroökonomischer Daten veröffentlicht wird. Die Inflationsdaten aus Deutschland werden dem Euro einen zusätzlichen Impuls geben, während das Pfund voraussichtlich sensibel auf die britischen BIP-Daten reagieren wird. Für beide Währungspaare bleiben die US-Inflationsdaten jedoch im Mittelpunkt, da sie die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve verändern und die nächste Richtung des US-Dollars bestimmen könnten.