Südkorea bestätigt lang verzögerte Krypto-Steuer ab Januar 2027
Wichtige Erkenntnisse
- •Südkorea wird ab dem 1. Januar 2027 eine Einkommensteuer von 20 Prozent auf jährliche Kryptowährungsgewinne über 2,5 Millionen Won erheben, ohne weitere Verschiebungen zu planen.
- •Die Steuer auf digitale Vermögenswerte sollte ursprünglich 2022 eingeführt werden, wurde jedoch aufgrund unzureichender Infrastruktur und Bedenken hinsichtlich der Marktbereitschaft dreimal verschoben.
- •Der Abgeordnete der Regierungspartei Kim Sang-hoon warnte, dass das Fehlen von Verlustvortragsregelungen die inländische Investitionstätigkeit reduzieren und Kapital in ausländische Börsen mit günstigerer steuerlicher Behandlung lenken könnte.
- •Finanzminister Koo Yun-cheol erklärte, dass verbleibende regulatorische Mängel erst nach Inkrafttreten der Steuer behoben werden und nicht durch weitere Verzögerungen.
- •Die Steuer folgt auf das im Juli 2024 umgesetzte südkoreanische Gesetz zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte, das als erste umfassende Gesetzgebung des Landes für digitale Vermögenswerte Anlegerschutzvorschriften festlegte.

Südkorea hat bestätigt, dass die lang verzögerte Steuer auf digitale Vermögenswerte ab dem 1. Januar 2027 umgesetzt wird. Vizeministerpräsident und Finanzminister Koo Yun-cheol kündigte während einer Sitzung des Strategie- und Finanzausschusses der Nationalversammlung am 29. Juli an, dass die Regierung keine weitere Verschiebung beantragen wird, und machte damit jahrelangen Spekulationen über das Schicksal der Abgabe ein Ende.
Nach dem geltenden Einkommensteuergesetz unterliegen jährliche Kryptowährungsgewinne von mehr als 2,5 Millionen Won (ca. 1.800 US-Dollar) einer separaten Einkommensteuer von 20 Prozent. Unter Einbeziehung lokaler Steuern steigt der effektive Steuersatz auf 22 Prozent. Die Maßnahme sollte ursprünglich am 1. Januar 2022 in Kraft treten, wurde jedoch aufgrund von Bedenken hinsichtlich unzureichender Infrastruktur und allgemeiner Marktbereitschaft dreimal verschoben.
Südkorea gehört zu den größten Einzelhandelsmärkten für Kryptowährungen weltweit, gemessen am Handelsvolumen, wobei der koreanische Won stets zu den meistgehandelten Fiat-Währungen für digitale Vermögenswerte neben dem US-Dollar zählt. Die großen Börsen des Landes — Upbit, Bithumb, Coinone und Korbit — verwalten monatliche Handelsvolumina in Milliardenhöhe, was den potenziellen Anwendungsbereich der Abgabe unterstreicht.
Koo Yun-cheol erklärte, dass verbleibende Mängel des Systems nach Inkrafttreten der Steuer überprüft und behoben werden könnten, was einen politischen Kurswechsel hin zur erstmaligen Durchsetzung des Rahmens und späteren Verfeinerung widerspiegelt. Die verlängerte Frist bis 2027 gibt Aufsichtsbehörden und Börsen zusätzliche Zeit, um die Systeme zur Anlegeridentifikation, Berichterstattung und Compliance aufzubauen, die zuvor als unvollständig eingestuft wurden — dieselben Lücken, die frühere Verschiebungen rechtfertigten.
Abgeordnete äußern Bedenken hinsichtlich Verlustvortrag und Kapitalflucht
Während der Parlamentssitzung äußerte der Abgeordnete der Regierungspartei Kim Sang-hoon deutliche Bedenken hinsichtlich der Steuerstruktur. Er wies darauf hin, dass der aktuelle Rahmen es Anlegern nicht gestattet, Verluste vorzutragen, um zukünftige Gewinne zu verrechnen — eine Einschränkung, die seiner Warnung nach die inländische Nachfrage nach Investitionen in digitale Vermögenswerte dämpfen und potenziell Kapital in ausländische Märkte mit günstigeren Steuerregelungen lenken könnte. Diese Bedenken wiegen besonders schwer angesichts der Geschichte Südkoreas mit Kapitalabflüssen in ausländische Börsen und dem sogenannten „Kimchi-Premium“, einem Phänomen, bei dem digitale Vermögenswerte auf koreanischen Plattformen zu höheren Preisen gehandelt werden als auf globalen Märkten.
Koo Yun-cheol verteidigte den Ansatz mit einem Vergleich zu Aktienmarktinvestitionen, die unter den geltenden Regeln ebenfalls keinen Verlustvortrag zulassen. Er bekräftigte, dass die Regierung notwendige Anpassungen erst nach der Umsetzung prüfen werde, anstatt die Einführung weiter zu verzögern.
Auf die Frage nach der Möglichkeit der Einführung eines umfassenden Kapitalertragsteuermodells, das mit denen in anderen Rechtsgebieten vergleichbar wäre, warnte Koo, dass eine solche Reform eine systematische Überprüfung des gesamten Kapitalmarkts erfordern würde, die weit über digitale Vermögenswerte hinausgeht.
Die Entscheidung, die Steuer durchzusetzen, erfolgt inmitten wachsenden Drucks auf einen der weltweit größten Einzelhandelsmärkte für Kryptowährungen. Der Schritt folgt auch auf die Umsetzung des südkoreanischen Gesetzes zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte im Juli 2024, das Anlegerschutzvorschriften festlegte und unlautere Handelspraktiken bestrafte und damit die erste umfassende Gesetzgebung des Landes für digitale Vermögenswerte darstellte. Analysten haben gewarnt, dass die Abgabe die Handelstätigkeit weiter dämpfen könnte, die bereits unter Verschärfungen der Regulierung und globaler Marktvolatilität leidet. Während die Regierung daran festhält, dass die Steuer ein geordneteres Investitionsumfeld schaffen wird, bleiben Branchenbeobachter hinsichtlich der kurzfristigen Auswirkungen auf die Marktliquidität und die Anlegerstimmung zurückhaltend. Es wird erwartet, dass der administrative Rahmen in den Monaten vor dem Inkrafttreten verstärkt geprüft wird.
Quelle: Metaverse Post