Südkorea will Polymarket landesweit blockieren und weist Dezentralisierungs-Argument zurück
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Korea Communications Standards Commission genehmigte am 18. August Maßnahmen zur Blockierung von Polymarket.
- •Die Behörde erklärte, Polymarkets Ereignismärkte und Winner-take-all-Struktur stellten nach südkoreanischem Recht ein illegales Glücksspielumfeld dar.
- •Polymarket argumentierte, sein nicht-verwahrendes Peer-to-Peer-Modell und Smart Contracts fielen nicht unter Glücksspielregeln; die Kommission wies dies zurück.
- •Die KCSC-Untersuchung begann Ende Mai, und die Provinzpolizei von Gangwon leitete Anfang Juni separat eine strafrechtliche Untersuchung wegen angeblicher Wahlwetten lokaler Nutzer ein.
- •Südkorea reiht sich damit in mehrere andere Länder ein, die den Zugang zu Polymarket aus ähnlichen Gründen eingeschränkt oder blockiert haben.

Südkoreas Medienregulierer hat Maßnahmen genehmigt, um den landesweiten Zugang zu Polymarket zu blockieren, und entschieden, dass die Prognosemarkt-Plattform für inländische Nutzer ein illegales Glücksspielumfeld schafft.
Die Korea Communications Standards Commission (KCSC), die in Südkorea darüber entscheidet, ob Online-Inhalte als illegale Informationen gelten und von inländischen Internetanbietern blockiert werden müssen, genehmigte die Blockierungsmaßnahmen am 18. August. In ihrer Entscheidung verwies die Kommission auf Polymarkets Märkte für Politik, Wahlen, Sport und andere Ereignisse sowie auf die Winner-take-all-Auszahlungsstruktur und erklärte, das Design der Plattform könne nach südkoreanischem Recht spekulatives Glücksspiel fördern.
Die Einstufung als Glücksspiel hat in Südkorea besonderes Gewicht, da die meisten Formen des Glücksspiels für Bürger illegal sind und nur über enge Ausnahmen wie die staatliche Lotterie und eine kleine Zahl lizenzierter Wettangebote erlaubt werden.
Regulierer weist Polymarkets Verteidigung zurück
Polymarket hatte argumentiert, seine nicht-verwahrende Peer-to-Peer-Struktur und die Nutzung von Smart Contracts stellten die Plattform außerhalb der traditionellen Glücksspielregeln. Das Unternehmen erklärte, es halte oder verwalte die Gelder der Nutzer nicht direkt und betreibe keine herkömmlichen Wettkonten.
Die KCSC wies dieses Argument zurück und erklärte, südkoreanisches Recht lasse sich nicht durch die technische Struktur einer Plattform umgehen. Die Behörde verwies auf Polymarkets Rolle bei der Erstellung von Märkten, der Festlegung von Handelsregeln und der Abwicklung von Krypto-Einzahlungen, Auszahlungen und Abrechnungen. Sie kam zu dem Schluss, dass die technische Architektur der Plattform sie nicht von südkoreanischem Recht befreie und dass eine Blockierung unvermeidlich sei.
Entscheidung folgt auf Untersuchung wegen Wahlwetten
Die KCSC-Untersuchung begann Ende Mai nach einer Beschwerde. Separat leitete die Provinzpolizei von Gangwon Anfang Juni eine strafrechtliche Untersuchung gegen lokale Nutzer ein, die angeblich auf regionale Wahlen gewettet hatten.
Polymarket erhielt am 6. Juli die Gelegenheit, gegenüber der Kommission Stellung zu nehmen, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wurde.
Die Fälle verdeutlichen die zunehmende Überprüfung von Prognosemärkten in Südkorea, wo Wetten auf Wahlen und andere Ereignisse straf- und aufsichtsrechtliche Beschränkungen auslösen können. Mit diesem Schritt reiht sich Südkorea in Frankreich, Deutschland, Italien, Singapur, Indonesien, Spanien, Brasilien, Indien und Argentinien unter den Jurisdiktionen ein, die den Zugang zu Polymarket aus ähnlichen Gründen eingeschränkt oder blockiert haben, und verstärkt damit ein wachsendes Muster von Regulierern, die auf Dezentralisierung gestützte Verteidigungen gegen Glücksspiel- und Wertpapiergesetze zurückweisen.
Der Won Südkoreas war 2025 laut Chainalysis die weltweit am zweithäufigsten verwendete Währung für den Kauf von Kryptowährungen, was die starke Krypto-Adoption des Landes und seine potenzielle Bedeutung als Markt für Prognosemarkt-Plattformen unterstreicht. Polymarket selbst verzeichnete seit Beginn von 2026 ein Handelsvolumen von 58.49 Milliarden US-Dollar, laut DeFiRate.
Die Entscheidung könnte auch beeinflussen, wie andere asiatische Regulierer, darunter in Japan und Australien, Prognosemärkte bewerten.