Südkorea bestätigt Steuerplan für Kryptowährungen 2027, während Polizei Verdächtige in 19-Millionen-Dollar-XRP-Betrug festnimmt
Wichtige Erkenntnisse
- •Südkorea wird ab dem 1. Januar 2027 eine Steuer von 22 % auf Kryptowährungsgewinne über 2,5 Millionen Won pro Jahr erheben, nach drei vorherigen Verschiebungen.
- •Finanzminister Koo Yun-chel deutete an, dass die Regierung beabsichtigt, das Besteuerungssystem nach seiner Einführung zu evaluieren und zu verfeinern, anstatt es weiter zu verzögern.
- •Die Polizei in Seoul verhaftete drei Personen, die angeblich eine gefälschte XRP-Staking-Plattform betrieben, die 71 Opfer anlockte und rund 27 Milliarden Won an illegalen Einnahmen generierte.
- •Die Betrugsverdächtigen imitierten die legitimen Blockchain-Projekte Flare Network und FXRP auf mehreren Online-Plattformen, um ihrem Schema mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, bevor sie mit den Anlegergeldern verschwanden.
- •Die Durchsetzungsmaßnahmen folgen auf Südkoreas im Juli 2024 erlassene Virtual Asset User Protection Act, die die regulatorischen und Ermittlungsbefugnisse bei kryptobezogenen Finanzverbrechen erweiterte.

Südkorea hat sein Engagement für die Einführung der Kryptowährungsbesteuerung ab dem 1. Januar 2027 bekräftigt und gleichzeitig die Durchsetzungsmaßnahmen gegen Betrug mit digitalen Vermögenswerten verschärft. Der duale Ansatz spiegelt die Strategie der Regierung wider, virtuelle Vermögenswerte in einen formalen Steuerrahmen zu integrieren und gleichzeitig den Anlegerschutz durch strengere polizeiliche Maßnahmen zu stärken.
Finanzminister Koo Yun-chel bestätigte den Steuerzeitplan während einer Sitzung der Nationalversammlung, kurz nachdem die Polizei in Seoul die Festnahme von drei Personen bekannt gab, die mit einem angeblichen XRP-Investitionsbetrug in Verbindung stehen, der kriminelle Einnahmen von rund 27 Milliarden Won (19 Millionen US-Dollar) generierte.
Regierung hält am Starttermin für die Kryptowährungssteuer 2027 fest
Vor dem Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Planung der Nationalversammlung erklärte Koo, dass die Regierung die Kryptowährungssteuern am 1. Januar 2027 ohne weitere Verzögerung einführen werde. Er bemerkte, dass die Behörden bereit seien, das System nach der Implementierung zu evaluieren und zu verfeinern.
Nach dem südkoreanischen Einkommensteuergesetz sind Gewinne aus virtuellen Vermögenswerten bis zu 2,5 Millionen Won pro Jahr von der Steuer befreit. Gewinne über diesem Schwellenwert werden mit 20 % besteuert, was inklusive lokaler Steuern auf etwa 22 % ansteigt.
Die Gesetzgebung sollte ursprünglich 2022 in Kraft treten, wurde jedoch dreimal verschoben, vor allem aufgrund unzureichender Infrastruktur für Durchsetzung und Compliance.
Während der parlamentarischen Debatte argumentierte Kim Sang-hoon, dass ohne Verlustvortragsregelungen inländische Kryptowährungsinvestitionen leiden und Kapital aus dem Land abfließen würde. Koo entgegnete, dass die Einführung umfassenderer Reformen – wie etwa eines vollständigen Kapitalertragsteuersystems ähnlich dem anderer Rechtsgebiete – eine gründliche Bewertung der Finanzinfrastruktur Südkoreas erfordern würde.
Südkorea gehört zu den weltweit größten Retail-Kryptomärkten nach Handelsvolumen, was die Ausgestaltung des Steuerrahmens für Millionen von Anlegern von Bedeutung macht. Der Zeitraum folgt zudem auf die im Juli 2024 in Kraft getretene Virtual Asset User Protection Act, das erste umfassende Kryptosektorgesetz des Landes, das Anlegerschutzpflichten für Börsen und Dienstleister kodifizierte.
Polizei in Seoul nimmt drei Verdächtige im XRP-Staking-Betrug fest
In einer weiteren Entwicklung verhaftete die Cyberermittlungseinheit der Polizeibehörde von Seoul drei Verdächtige, die beschuldigt werden, eine betrügerische XRP-Staking-Plattform betrieben zu haben.
Berichten zufolge lief das Schema vom 16. bis zum 23. Oktober des Vorjahres und versprach Anlegern monatliche Renditen von 1,5 % bis 1,8 %, ausgezahlt in XRP-Token.
Die Betreiber bewarben die Plattform über mehrere Online-Kanäle, darunter Naver-Blogs, Naver Knowledge iN, Tistory, Artikel-Websites, Wikipedia und YouTube-Kanäle. Über diese Kanäle gewannen sie 71 Opfer, die insgesamt rund 3,4 Millionen XRP überwiesen, was etwa 12,3 Milliarden Koreanischen Won entspricht.
Die Polizei teilte mit, dass die Verdächtigen etablierte Blockchain-Projekte wie Flare Network und FXRP imitierten, um der Operation mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, bevor die Plattform zusammenbrach und die Betreiber mit den Anlegergeldern verschwanden.
Ermittler verfolgen und frieren illegale Wallet ein
Die Ermittler verfolgten Domainregistrierungen und IP-Adressen, die mit dem Schema in Verbindung standen. Aufgrund eines anonymen Hinweises konnten sie erfolgreich eine Kryptowährungs-Wallet einfrieren, die mit dem Betrug verknüpft war. Obwohl ein Teil der Gelder bereits transferiert worden war, schätzte die Polizei die Gesamteinnahmen aus dem Betrug auf 27 Milliarden Won (19 Millionen US-Dollar).
Die Durchsetzungsmaßnahme erfolgt vor dem Hintergrund der breiteren Bemühungen Südkoreas, die regulatorische Aufsicht über den Kryptowährungssektor auszuweiten. Nach der Virtual Asset User Protection Act fungiert die Financial Intelligence Unit unter der Financial Services Commission als Hauptregulator für Anbieter virtueller Vermögenswerte, während Ermittlungsbehörden erweiterte Befugnisse zur Verfolgung kryptobezogener Finanzverbrechen erhalten haben. Da digitale Vermögenswerte zunehmend tiefer in das Finanzsystem integriert werden, haben die Behörden die Notwendigkeit einer verschärften Regulierung betont, um der wachsenden Zahl von Kryptobetrugsfällen entgegenzuwirken.