SK-Group-Chef Chey Tae-won steht vor 944-Milliarden-Won-Scheidungsregelung; aktienbesicherte Kredite, Dividenden und Verkauf der SK-Siltron-Beteiligung als wahrscheinliche Finanzierungsquellen
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Obergericht Seoul verpflichtete Chey Tae-won zur Zahlung von 944 Milliarden Won in bar und bewahrte damit seine Beteiligung und direkte Kontrolle über die SK Group.
- •Cheys 17,9-Prozent-Beteiligung an SK Inc. gilt als essenziell für seine konzernweite Kontrolle, was eine Reduzierung trotz der finanziellen Belastung unwahrscheinlich macht.
- •Analysten erwarten, dass Chey die Regelung durch aktienbesicherte Kredite, höhere Dividenden von Tochtergesellschaften und die Monetarisierung seiner persönlichen SK-Siltron-Beteiligung finanzieren wird.
- •Die Aktien von SK Telecom stiegen aufgrund von Erwartungen an höhere Dividendenausschüttungen, während andere SK-Group-Töchter gemeinsam mit einem breiteren Marktverfall nachgaben.
- •Cheys persönliche 29,4-Prozent-Beteiligung am nicht börsennotierten Halbleiterwafer-Hersteller SK Siltron, deren Verkauf derzeit mit Doosan verhandelt wird, ist auf über 5 Billionen Won bewertet.

Die fast 1 Billion Won (685 Millionen US-Dollar) umfassende Scheidungsregelung von SK-Group-Chef Chey Tae-won hat den Fokus der Anleger auf die Aktien der SK Group gelenkt, während der Markt beurteilt, wie der Vorsitzende die Rekordzahlung finanzieren wird, ohne die Kontrolle über den Energie- bis Halbleiterkonzern zu verlieren.
Am Freitag ordnete das Obergericht Seoul an, dass Chey 944 Milliarden Won in bar an seine Ex-Frau Roh Soh-yeong zu zahlen hat – die größte Scheidungsregelung in der Geschichte Südkoreas, die einen jahrelangen Rechtsstreit beendet.
Da das Gericht eine Barzahlung statt einer Übertragung von Aktien anordnete, bleibt Cheys Kontrolle über die SK Group direkt unbeeinträchtigt. Dennoch stellt die Beschaffung von fast 1 Billion Won eine erhebliche finanzielle Verpflichtung dar, die Spekulationen darüber verstärkt, wie er seine Aktienbestände nutzen wird.
Chey hält eine 17,9-Prozent-Beteiligung an SK Inc., der Holdinggesellschaft des Konzerns, die derzeit auf etwa 8,52 Billionen Won bewertet wird. Marktbeobachter halten es für unwahrscheinlich, dass er diese Beteiligung reduzieren wird, da sie das Fundament seiner Kontrolle über die SK Group bildet. Die großen familienkontrollierten Mischkonzerne Südkoreas, bekannt als Jaebeol, nutzen typischerweise mehrstufige Holdingstrukturen, die es Gründern und ihren Angehörigen ermöglichen, die kontrolle über die gesamte Gruppe durch verhältnismäßig kleine direkte Beteiligungen auszuüben, was jede Reduzierung dieser Positionen besonders heikel macht.
SK Inc. steht an der Spitze der Eigentümerstruktur der Gruppe und hält eine 32,21-Prozent-Beteiligung an der Zwischenholding SK Square, die wiederum eine 20,5-Prozent-Beteiligung am Vorzeige-Chiphersteller SK hynix besitzt. SK hynix ist ein weltweit führender Speicherchip-Hersteller und ein wichtiger Lieferant von High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger, was seine Eigentümerstruktur zu einem Zeitpunkt strategisch bedeutsam macht, in dem die KI-gesteuerte Halbleiternachfrage die wettbewerbsdynamik in der gesamten Branche neu formt.
Anstatt Aktien zu verkaufen, gehen Marktanalysten allgemein davon aus, dass Chey auf eine Kombination aus aktienbesicherten Krediten, höheren Dividendeneinnahmen und der Monetarisierung von nicht börsennotierten Vermögenswerten zurückgreifen wird.
Aktienbesicherte Kredite
Eine Ausweitung aktienbesicherter Kredite wird weithin als die wahrscheinlichste Option angesehen. Chey hat in der Vergangenheit bereits aktienbesicherte Kredite genutzt, und der deutliche Anstieg des Aktienkurses von SK Inc. hat seine Kreditfähigkeit durch die Erhöhung des Beleihungswerts seiner Bestände spürbar verbessert.
Höhere Dividenden
Ein weiterer Ansatz wäre die Erhöhung von Mittelzuflüssen durch höhere Dividenden. In diesem Szenario würden profitable Tochtergesellschaften wie SK Telecom ihre Dividendenausschüttungen an SK Inc. erhöhen, was wiederum Cheys persönliche Dividendeneinnahmen steigern würde. SK Inc. hält eine 30,6-Prozent-Beteiligung an SK Telecom, dem nach Marktanteil größten Telekommunikationsunternehmen des Landes.
Während die Aktien der SK Group am Freitag gemeinsam mit einem Rückgang des Leitindex Kospi um 5,72 Prozent fielen, schlossen die Aktien von SK Telecom 0,5 Prozent höher – ein Reflex der Anlegererwartungen an eine verbesserte Dividendenausschüttung. Im Tagesverlauf legte die Aktie zeitweise bis zu 5 Prozent zu.
Nach dem Scheidungsurteil des Berufungsgerichts im Jahr 2024 prognostizierte die einheimische Wertpapierfirma Hana Securities, dass SK Telecom seine Aktionärsrenditen voraussichtlich erhöhen wird, wodurch mehr Dividenden aus den Cash generierenden Tochtergesellschaften der Gruppe direkt an Chey fließen könnten. Hana Securities nannte SK Telecom als seinen Top-Pick in dem Sektor.
Monetarisierung der SK-Siltron-Beteiligung
Marktspekulationen konzentrieren sich auch auf eine mögliche Monetarisierung von Cheys persönlicher Beteiligung am nicht börsennotierten Unternehmen SK Siltron. Chey besitzt einen 29,4-Prozent-Anteil an dem Halbleiterwafer-Hersteller, der auf über 5 Billionen Won bewertet wird.
Bei einem derzeit mit Doosan verhandelten Deal wird erwartet, dass der Käufer die 70,6-Prozent-Beteiligung von SK Inc. an SK Siltron erwirbt und gleichzeitig Cheys persönlichen 29,4-Prozent-Anteil separat aufkauft. Da diese Aktien ein persönlicher Vermögenswert sind, der nicht mit der Konzernsteuerung zusammenhängt, wäre ihr Verkauf wahrscheinlich der am wenigsten belastende Weg für Chey, die für die Scheidungsregelung benötigten Mittel aufzubringen. SK Siltron ist der einzige inländische Hersteller von Halbleiterwafern in Südkorea – ein kritischer Inputfaktor für die Chipproduktion, der im Zuge der Bemühungen verschiedener Länder um eine Stärkung lokaler Halbleiter-Lieferketten zunehmendes strategisches Interesse auf sich zieht.
Marktauswirkungen
Die Aktien der wichtigsten SK-Group-Töchter gaben am Freitag im Zuge eines breiten Kospi-Verkaufdrucks deutlich nach. SK Inc. verlor 3,82 Prozent, während SK hynix und SK Square um 8,34 Prozent bzw. 9,17 Prozent einbrachen.