SEC schlägt neues Krypto-Rahmenwerk zur Klärung der Regeln für Token-Finanzierungen vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Vorschlag der SEC markiert eine Abkehr von der bisherigen Praxis, Token-Verkäufe primär durch Durchsetzungsmaßnahmen zu kontrollieren – ein Ansatz, den die Branche weithin als „Regulierung durch Durchsetzung“ kritisierte.
- •Das Rahmenwerk würde gestaffelte Ausnahmeregelungen schaffen: Kleinere Emittenten könnten bis zu 5 Millionen US-Dollar über vier Jahre aufbringen, während größere Unternehmen innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums bis zu 75 Millionen US-Dollar einnehmen könnten, vorbehaltlich Offenlegungs- und Berichtspflichten.
- •Ein vorgeschlagener sicherer Hafen (Safe Harbor) könnte verhindern, dass qualifizierende Krypto-Vermögenswerte nach dem Howey-Test des Obersten Gerichtshofs von 1946 als Anlageverträge eingestuft werden.
- •Die gestaffelte Struktur ähnelt der bestehenden Ausnahmeregelung Regulation A+ der SEC, die ebenfalls Emissionen von bis zu 75 Millionen US-Dollar über 12 Monate erlaubt, würde jedoch speziell auf Token-Angebote zugeschnitten.
- •Die Frist für öffentliche Stellungnahmen beträgt 60 Tage nach Veröffentlichung im Federal Register; anschließend prüfen die Kommissionsmitglieder die Rückmeldungen, bevor sie über die Annahme endgültiger Regeln abstimmen – gleichwohl bestehen Bedenken, dass künftige Regierungen diesen Ansatz rückgängig machen könnten.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat ein Krypto-Rahmenwerk vorgeschlagen, das die Kapitalbeschaffung in der gesamten amerikanischen Branche für digitale Vermögenswerte neu gestalten könnte – ein bedeutender Politikwechsel unter der Regierung von Präsident Donald Trump. Der Vorschlag zielt darauf ab, klarere Wege für Kryptounternehmen zu schaffen, Kapital zu beschaffen, ohne traditionelle Wertpapieranforderungen auszulösen. Er markiert eine Abkehr von den vergangenen Jahren, in denen die SEC zur Kontrolle von Token-Verkäufen in erster Linie auf Durchsetzungsmaßnahmen statt auf maßgeschneiderte Regelsetzung setzte – ein Ansatz, den die Branche weithin als „Regulierung durch Durchsetzung“ kritisierte.
Neue Wege zur Kapitalbeschaffung
Im Rahmen des Rahmenwerks würde die SEC Ausnahmeregelungen für Token-Angebote unterschiedlicher Größenordnung schaffen. Kleinere Emittenten könnten eine einmalige Ausnahme erhalten, die über vier Jahre aufgebrachte Mittel von bis zu 5 Millionen US-Dollar abdeckt. Größere Unternehmen könnten während eines 12-Monats-Zeitraums bis zu 75 Millionen US-Dollar anbieten, wobei diese Emittenten weiterhin Offenlegungs- und Berichtspflichten unterlägen. Die gestaffelte Struktur ähnelt den bestehenden Ausnahmeregelungen der SEC zur Kapitalbeschaffung – auch die Verordnung A+ erlaubt Emissionen von bis zu 75 Millionen US-Dollar über 12 Monate –, würde jedoch speziell auf Token-Angebote zugeschnitten.
Safe-Harbor-Regelung
Die SEC schlug zudem einen sicheren Hafen (Safe Harbor) für bestimmte Krypto-Vermögenswerte vor. Diese Regelung könnte verhindern, dass qualifizierende Token als Anlageverträge eingestuft werden. Diese Klassifizierungsfrage steht seit langem im Mittelpunkt der US-Kryptoregulierung: Nach dem Howey-Test des Obersten Gerichtshofs von 1946 kann ein Vermögenswert, der mit der begründeten Erwartung eines Gewinns verkauft wird, der aus den Anstrengungen anderer resultiert, als Wertpapier eingestuft werden – ein Maßstab, den die SEC in früheren Durchsetzungsverfahren auf zahlreiche Token-Projekte angewandt hat.
Reaktion der Branche und nächste Schritte
Der Vorschlag folgt auf jahrelangen Druck von Kryptounternehmen, die klarere US-Regeln fordern. Das Rahmenwerk könnte mehr Blockchain-Unternehmen dazu bewegen, im Inland tätig zu werden, und die Unsicherheit rund um Token-Lancierungen und Kapitalbildung verringern.
Der Vorschlag kommt, nachdem der Kongress breiter angelegte Krypto-Gesetzgebung blockiert hatte. Gleichwohl bestehen Bedenken, dass künftige Regierungen den Ansatz der SEC rückgängig machen könnten.
Die Behörde wird nach der Veröffentlichung im Federal Register 60 Tage lang öffentliche Stellungnahmen annehmen. Gemäß dem üblichen Regelungsverfahren der SEC würden die Kommissionsmitglieder anschließend die eingereichten Rückmeldungen prüfen, bevor sie über die Annahme endgültiger Regeln abstimmen.
Quelle: CryptoNewsNet