Schneider Electric und AMD stellen gemeinsames Referenzdesign für den Einsatz von KI-Fabriken vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Referenzdesign basiert auf AMDs Helios-Rackscale-Plattform und unterstützt Leistungsdichten von KI-Racks von bis zu 246kW, deutlich über dem typischen Bereich von 5–15kW traditioneller Enterprise-Rechenzentrumsracks.
- •Die Blaupause umfasst vier Infrastrukturbereiche — Stromversorgung der Anlage, Kühlung der Anlage, IT-Fläche und Lifecycle-Software — und kann modulare Umgebungen mit bis zu 10.4MW IT-Kapazität aufnehmen.
- •Die Simulationstools ETAP und EcoStruxure IT Design CFD von Schneider Electric sind in das Design integriert und ermöglichen Betreibern, die Infrastrukturleistung vor der physischen Bereitstellung zu testen und vorherzusagen.
- •Das Referenzdesign wurde für US-Bereitstellungen nach ANSI-Standards validiert; eine Erweiterung des Frameworks zur Unterstützung von IEC-Standards für globale Implementierungen ist geplant.
- •Die Blaupause ist sowohl für den Neubau von KI-Fabriken auf der grünen Wiese als auch für die Nachrüstung hochverdichteter KI-Workloads in bestehenden Rechenzentrumsanlagen vorgesehen.

Schneider Electric und AMD haben ein gemeinsam entwickeltes Referenzdesign veröffentlicht, das als Blaupause für Betreiber von Rechenzentren dienen soll, die hochverdichtete KI-Infrastruktur bereitstellen.
Das Design basiert auf AMDs Helios-Rackscale-Plattform und kann KI-Racks mit Leistungsdichten von bis zu 246kW sowie modulare Multi-Cluster-Umgebungen mit bis zu 10.4MW IT-Kapazität unterstützen. Zur Einordnung dieser Dichte: Traditionelle Enterprise-Rechenzentrumsracks arbeiten typischerweise im Bereich von 5–15kW. Die Blaupause zielt damit auf eine Steigerung der Leistungsaufnahme pro Rack um etwa eine Größenordnung ab, angetrieben durch GPU-intensive KI-Trainings- und Inferenz-Workloads. Nach Angaben der Unternehmen kann das Referenzdesign sowohl von Betreibern genutzt werden, die neue KI-Fabriken errichten, als auch von solchen, die hochverdichtete KI-Infrastruktur in bestehende Rechenzentren nachrüsten.
Rob Bunger, Global Director of Data Center Solution Architecture bei Schneider Electric, sagte, das Design komme zu einem Zeitpunkt, an dem intensivere KI-Workloads die Infrastruktur von Rechenzentren an von ihm als „beispiellose Grenzen“ bezeichnete Belastungen bringen.
„Betreiber müssen deutlich höhere Leistungsdichten, thermische Anforderungen und operative Komplexität bewältigen und zugleich das Bereitstellungsrisiko senken“, sagte Bunger gegenüber AI Business.
Simulationstools und Abdeckung der Infrastruktur
Um diese Herausforderungen zu adressieren, integriert das Design die Simulationstools ETAP und EcoStruxure IT Design CFD von Schneider Electric. Sie ermöglichen es Betreibern, die Infrastrukturleistung vor der Bereitstellung zu testen, vorherzusagen und zu steuern.
Das Referenzdesign umfasst vier Infrastrukturbereiche: Stromversorgung der Anlage, Kühlung der Anlage, IT-Fläche und Lifecycle-Software. Durch die Modellierung der physischen Infrastrukturleistung eines Rechenzentrums verkürzt die Blaupause nach Angaben der Unternehmen Planungsprozesse, indem sie klar definiert, wie Stromversorgung, Kühlung und IT-Infrastruktur organisiert werden sollten.
„Diese Fähigkeiten helfen Unternehmen, zuverlässige und skalierbare KI-Fabriken schneller, mit größerer Sicherheit, geringerem Risiko und weniger Komplexität aufzubauen“, fügte Bunger hinzu.
Das Design umfasst außerdem Echtzeitüberwachung und -analysen, KI-gestützte vorausschauende Wartung sowie eine Optimierung auf Systemebene über Stromversorgung, Kühlung und IT-Infrastruktur hinweg.
Bereitstellung von KI-Infrastruktur als technische Herausforderung
Die Veröffentlichung der Blaupause erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Schwerpunkt bei der Bereitstellung von KI-Infrastruktur verlagert — weg von der Sicherung von Rechenkapazität hin zur Integration komplexer Systeme über den gesamten Betrieb hinweg, einschließlich Stromversorgung, Kühlung, Netzwerke und laufendem Management. Dieser Wandel hat eine Welle von Anbieterkooperationen ausgelöst, die vorab validierte Referenzarchitekturen hervorbringen, da einzelne Betreiber zunehmend Schwierigkeiten haben, Rackscale-GPU-Systeme, Flüssigkeitskühlung und Hochspannungs-Stromverteilung eigenständig zu integrieren.
„Das AMD Helios-Referenzdesign schlägt durch eine gemeinsam entwickelte und validierte Blaupause die Brücke zwischen fortschrittlichen KI-Rechenplattformen, Energietechnologie und der realen Umsetzung in Rechenzentren“, sagte Bunger. „Auch wenn der Zugang zu Strom weiterhin eine wesentliche Brancheneinschränkung darstellt, ermöglichen technisch fundierte Referenzdesigns Unternehmen, schneller und mit größerer Zuversicht, Effizienz und Zuverlässigkeit von der Planung zur Bereitstellung überzugehen.“
Bungers Hinweis auf Strom als Einschränkung spiegelt eine vielfach berichtete Branchenherausforderung wider: Zeitpläne für Netzanschlüsse, begrenzte Netzkapazitäten und lokale Genehmigungsverfahren sind in mehreren Regionen zu erheblichen Engpässen für Hyperscale- und Enterprise-KI-Ausbauprojekte geworden.
Das Design soll modulare Skalierung unterstützen und KI-Cluster mit bis zu 10.4MW IT-Kapazität für Greenfield-Bereitstellungen aufnehmen können, während es zugleich Infrastruktur bereitstellt, die hochverdichtete KI-Workloads in bestehenden Anlagen bewältigen kann.
Validierung nach Standards
Das Referenzdesign wurde für US-Bereitstellungen nach ANSI-Standards validiert. Es ist geplant, das Framework zu erweitern, um Standards der International Electrotechnical Commission (IEC) für globale Implementierungen zu unterstützen.
Quelle: AI Business