NachrichtenRohstoffe & ForexRussland importiert fast 270.000 Tonnen Kraftstoff aus Asien – Knappheiten kehren die Tanker-Handelsströme um

Russland importiert fast 270.000 Tonnen Kraftstoff aus Asien – Knappheiten kehren die Tanker-Handelsströme um

Autor: Splash247·

Wichtige Erkenntnisse

  • Nach vorläufigen, von Reuters zitierten Schifffahrtsdaten werden in diesem Monat rund 270.000 Tonnen raffinierter Kraftstoffe aus Asien nach Russland importiert.
  • Etwa ein Drittel des Augustfrachtvolumens stammte aus Indien, während andere Lieferungen vor Südkorea und Malaysia umgeschlagen wurden.
  • Die Ukraine greift seit Anfang 2024 mit Langstrecken-Drohnen russische Raffinerien an, beschädigt Verarbeitungsanlagen und trägt so zu Kraftstoffknappheiten bei.
  • Russland hat vom 1. August bis zum 31. Januar ein vorübergehendes Verbot der Ausfuhr von Benzin, Diesel, Schiffskraftstoff und Gasöl verhängt, wobei ab September Ausnahmen für einige Produzentenausfuhren gelten.
  • Der Kraftstoffverkauf wurde in mindestens 10 russischen Regionen eingeschränkt, und Benzin ist an einigen Tankstellen in der Nähe von Moskau verschwunden.
Russland importiert fast 270.000 Tonnen Kraftstoff aus Asien – Knappheiten kehren die Tanker-Handelsströme um

Russland importiert in diesem Monat fast 270.000 Tonnen raffinierter Kraftstoffe aus Asien – eine außergewöhnliche Umkehrung der Tanker-Handelsströme, die zeigt, wie wiederholte ukrainische Angriffe auf die Raffinerien des Landes einen der größten Energieproduzenten der Welt in einen Kraftstoffmangel gestürzt haben, während Bilder langer Schlangen an russischen Tankstellen zum alltäglichen Bild geworden sind.

Vorläufige, von Reuters zitierte Schifffahrtsdaten zeigen, dass rund ein Drittel des Augustvolumens aus Indien stammte, während andere Ladungen über Schiff-zu-Schiff-Transfers vor Südkorea und Malaysia umgeschlagen wurden. Im Juli kamen keine vergleichbaren asiatischen Lieferungen in Russland an.

Diese Ströme sind die jüngste Folge der anhaltenden Kampagne der Ukraine gegen Russlands nachgelagerte Energieinfrastruktur. Kiew begann Anfang 2024, Raffinerien systematisch mit Langstrecken-Drohnen anzugreifen, und beschädigte Verarbeitungsanlagen mussten wiederholt über Wochen oder Monate repariert werden. Russland ist normalerweise ein großer Exporteur raffinierter Erdölprodukte, doch Raffinerieabschaltungen haben im ganzen Land erneute Kraftstoffknappheiten ausgelöst. Die Behörden in mindestens 10 Regionen haben in diesem Monat die Kontrollen des Kraftstoffverkaufs verschärft, und an einigen Tankstellen rund um Moskau ist Benzin erneut verschwunden.

Moskau hat mit einer Reihe von Maßnahmen reagiert, die darauf abzielen, mehr Kraftstoff im Land zu halten. Seit dem 1. August gilt in Russland ein vorübergehendes Verbot der Ausfuhr von Benzin, Diesel, Schiffskraftstoff und Gasöl; die Beschränkungen laufen bis zum 31. Januar des nächsten Jahres, wobei ab September Ausnahmen für einige Produzentenausfuhren gelten. Das Instrumentarium ist bekannt: Bereits im Oktober 2023 verbot Moskau angesichts einer früheren Phase inländischer Knappheiten für sechs Monate die Benzinexporte, und Exportkontrollen wurden seither als Hebel zur Stabilisierung des Binnenmarkts wiederholt eingesetzt.

Die Tankerbewegungen verdeutlichen, wie verzerrt Russlands Energiehandel inzwischen ist. Seit der Invasion der Ukraine ist Indien zu einem der größten Abnehmer verbilligten russischen Rohöls geworden, sodass russisches Öl nun nach Osten zu asiatischen Raffinerien verschifft werden kann, bevor ein Teil der dort produzierten Erdölprodukte die lange Rückreise Richtung Russland antritt. Gleichzeitig ist Moskau durch die Schäden an russischen Raffinerien zeitweise mit mehr exportfähigem Rohöl dagestanden, gerade weil es dieses nicht im Inland verarbeiten kann.

Die nächsten Meilensteine stehen bereits im Kalender: der Beginn der Produzentenausnahmen im September, die Frage, ob die Lieferungen von Asien nach Russland auch im September anhalten, während beschädigte Raffinerien repariert werden, und der geplante Ablauf des Exportverbots am 31. Januar – jeder davon ein Indikator dafür, wie gut Russlands inländische Kraftstoffbilanz hält.

The fuel crisis is back with a vengeance. Russians are brawling in queues at gas stations while the black market laughs at 150-200 rubles per liter. Moscow and big cities get first dibs, the regions get scraps and closed pumps. It's a deliberate shortage. Ukrainian strikes on… pic.twitter.com/26lLlyGWPz

— medoyid_ua (@LetsArmUKR) August 18, 2026

Quelle: Splash247