RBA-Geldpolitikentscheidung unmittelbar bevorstehend: Leitzins voraussichtlich bei 4,35 % unverändert
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Markt preist eine Wahrscheinlichkeit von etwa 97 %, dass die RBA den Leitzins bei der heutigen Sitzung bei 4,35 % belässt.
- •Die schwächeren australischen Inflationsdaten vom Ende Juli haben die Erwartungen gestärkt, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt.
- •Die RBA hält den Leinzins seit November 2023 bei 4,35 %, nach ihrer letzten Anhebung in einem Straffungszyklus, der im Mai 2022 begann.
- •Anleger werden auf die geldpolitische Erklärung achten, ob sie restriktive Formulierungen oder Anzeichen für Meinungsverschiedenheiten unter den Vorstandsmitgliedern enthält.
- •Händler preisen eine Wahrscheinlichkeit von etwa 82 % für eine unveränderte Zinsentscheidung auf der Septembersitzung ein, wobei bis Jahresende nur eine begrenzte zusätzliche Straffung erwartet wird.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) steht kurz vor der Verkündung ihrer jüngsten geldpolitischen Entscheidung, wobei der Markt allgemein keine Änderung des Leitzinses erwartet.
Die schwächeren australischen Inflationsdaten, die Ende Juli veröffentlicht wurden, haben die Erwartungen an eine Zinspause faktisch zementiert und jeden verbleibenden Grund für eine kurzfristige Anpassung entkräftet. Händler preisen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 97 % ein, dass die RBA den Leitzins auf der heutigen Sitzung unverändert lässt, wobei der Zinssatz voraussichtlich bei 4,35 % stabil bleibt. Der Leitzins befindet sich seit November 2023 auf diesem Niveau, als die RBA ihre letzte Anhebung in einem Straffungszyklus vornahm, der im Mai 2022 begann. Australiens Position steht im Gegensatz zu mehreren Notenbanken in vergleichbaren Ländern – die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und die Bank of England haben entweder bereits mit Zinssenkungen begonnen oder sich diesen angenähert, während die RBA einen Straffungs-Bias beibehalten hat, da die Sorge besteht, dass die Inflation weiterhin über ihrem Zielkorridor von 2–3 % liegt.
Über die eigentliche Entscheidung hinaus wird sich die Marktaufmerksamkeit voll auf die begleitende geldpolitische Erklärung richten. Zu den zentralen Fragen gehört, ob die RBA eine restriktive Sprache beibehält oder ob es Anzeichen für interne Meinungsverschiedenheiten unter den Vorstandsmitgliedern gibt. Die Schwelle für restriktive Überraschungen gilt als relativ niedrig, was bedeutet, dass selbst subtile Tonverschiebungen den Markt bewegen könnten.
Mit Blick auf die weitere Zukunft preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von etwa 82 % für eine unveränderte Entscheidung auch auf der Septembersitzung ein. Die Sitzungen im November und Dezember werden eher als fast 50:50 eingestuft, wobei bis Jahresende nur etwa 14 Basispunkte zusätzlicher Zinserhöhungen eingepreist sind. Jedes restriktive Signal der RBA müsste durch nachfolgende Wirtschaftsdaten bestätigt werden, um die Marktüberzeugung aufrechtzuerhalten.
Es wird erwartet, dass ein Großteil der bestehenden Forward Guidance unverändert bleibt. In ihrer vorherigen geldpolitischen Erklärung formulierte die RBA:
"Nach den drei Erhöhungen des Leitzinsziels seit Jahresbeginn sind die finanziellen Bedingungen nun restriktiver als zuvor, und es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft wie erwartet verlangsamt. Die Inflation ist jedoch immer noch zu hoch, und der Vorstand kam zu dem Schluss, dass es angemessen ist, das Leitzinsziel unverändert zu belassen, während er die Reaktion auf die bisherigen Zinserhöhungen und die Auswirkungen der Störung der Ölversorgung bewertet.
Der Vorstand wird auf die Daten und die fortlaufende Bewertung des Ausblicks und der Risiken achten, um seine Entscheidungen zu leiten. Dabei wird er Entwicklungen in der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten, Trends bei der inländischen Nachfrage sowie dem Ausblick für Inflation und Arbeitsmarkt besondere Aufmerksamkeit widmen. Die Geldpolitik ist gut positioniert, um auf Entwicklungen zu reagieren, und der Vorstand konzentriert sich auf sein Mandat, Preisstabilität und Vollbeschäftigung zu gewährleisten. Er wird alles tun, was er für notwendig hält, um dieses Ziel zu erreichen, einschließlich einer weiteren Erhöhung des Leitzinsziels, falls erforderlich."
Jede Änderung dieser Formulierungen wird genauso sorgfältig geprüft wie jeder Hinweis darauf, ob die heutige Entscheidung einstimmig oder umstritten war.
Im Vorfeld der Entscheidung wurden mehrere Analystenvorschauen veröffentlicht:
- RBA-Vorschau: Analysten sehen Leitzins am Dienstag bei 4,35 % unverändert
- RBA-Vorschau – Westpac sagt, weiches Q2-CPI gibt der RBA Spielraum, bei 4,35 % zu bleiben
- Vorschau: RBA tagt am Dienstag. CBA erwartet, dass die RBA die Zinsen bis Ende 2026 belässt
- MUFG eröffnet Long-Position AUDJPY bei 111,20, Ziel 114,50, da Debatte über Yen-Intervention zunimmt
- Vorschau: RBA bleibt im Pause- und Beobachtungsmodus, sagt TD Securities vor der heutigen Entscheidung