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Porsche soll Taycan-EV bis 2030 wegen schwacher Nachfrage einstellen

Autor: OilPrice.com·

Wichtige Erkenntnisse

  • Porsches Management und Betriebsrat haben sich Berichten zufolge im Prinzip darauf geeinigt, die Taycan-Produktion bis 2030 einzustellen, obwohl das Unternehmen die Entscheidung nicht offiziell bestätigt hat.
  • Die Taycan-Auslieferungen sanken von 40.629 Einheiten im Jahr 2023 auf 16.339 Einheiten im Jahr 2025, was die nachlassende Verkaufsdynamik der elektrischen Limousine widerspiegelt.
  • Porsches Macan EV hat sich deutlich besser entwickelt als der Taycan und machte 2025 mehr als die Hälfte der 84.328 weltweiten Auslieferungen der Macan-Baureihe aus.
  • Porsche hat sein Ziel, bis 2030 einen Anteil von 80 % rein elektrischen Verkäufen zu erreichen, bereits zurückgenommen und setzt einen Restrukturierungsplan um, der bis 2035 rund 9.000 Stellenstreichungen vorsieht.
  • Auch andere europäische Premium-Automobilhersteller wie Mercedes-Benz und Audi haben in den vergangenen zwei Jahren ihre aggressiven Elektrifizierungszeitpläne zurückgefahren.
Porsche soll Taycan-EV bis 2030 wegen schwacher Nachfrage einstellen

Porsche bereitet Berichten zufolge die Einstellung der Produktion seines Flaggschiff-Elektrosportwagens Taycan bis 2030 vor – ein Schritt, der einen erheblichen Rückzug des deutschen Automobilherstellers von seiner einst ehrgeizigen Elektrifizierungsstrategie darstellen würde.

Einem Bericht des deutschen Wirtschaftsmagazins WirtschaftsWoche vom Donnerstag zufolge haben sich das Porsche-Management und der Betriebsrat des Unternehmens im Prinzip darauf geeinigt, die Taycan-Produktion bis 2030 zu beenden, wobei Unternehmensquellen zitiert werden. Porsche hat diesen Bericht nicht offiziell bestätigt. Das Unternehmen verwies stattdessen auf Aussagen von CEO Michael Leiters aus dem Juli, in denen er erklärte, dass es keine unmittelbaren Pläne zur Einstellung des Modells gebe.

Der 2019 als erstes vollständig elektrisches Serienfahrzeug von Porsche auf den Markt gebrachte Taycan sollte beweisen, dass hochpreisige Sportwagen erfolgreich auf batterieelektrischen Antrieb umsteigen können. Die anfängliche Nachfrage war so stark, dass Porsche die Produktionskapazitäten für den Taycan im Werk Zuffenhausen ausbaute. Seitdem hat die Verkaufsdynamik jedoch spürbar nachgelassen. Das Modell sieht sich zudem einem verschärften Wettbewerb im Segment der Hochleistungs-EVs ausgesetzt, insbesondere durch Teslas Model S, Lucids Air sowie eine wachsende Zahl chinesischer Hersteller, die Premium-Elektrolimousinen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten.

Porsche lieferte 2023 insgesamt 40.629 Taycan aus. Diese Zahl sank im Jahr 2024 fast um die Hälfte auf 20.836 und fiel 2025 um weitere 22 % auf 16.339 Einheiten. Der Abwärtstrend setzte sich 2026 fort: Porsche meldete für das erste Halbjahr einen Rückgang der Gesamtauslieferungen um 16 % auf 122.306 Fahrzeuge. In China – einem der wichtigsten Märkte für Porsche – war der Einbruch besonders deutlich: Die Auslieferungen fielen um 32 %, was den breiteren Druck auf etablierte ausländische Premiummarken durch inländische EV-Hersteller widerspiegelt, die rasch Marktanteile gewonnen haben.

Der Taycan ist derzeit eine von nur zwei vollständig elektrischen Modellreihen im Portfolio von Porsche, neben dem Macan EV. Der Macan EV hat sich deutlich besser entwickelt und machte 2025 mehr als die Hälfte der 84.328 weltweiten Auslieferungen der Macan-Baureihe aus – eine Entwicklung, die einem branchenweiten Trend entspricht, wonach elektrische Crossover und SUVs in Premiumsegmenten durchgehend besser verkauft werden als Limousinen.

Die Herausforderungen für Porsche gehen weit über den Taycan hinaus. Die operative Performance des Unternehmens hat sich verschlechtert, und der laufende Restrukturierungsplan sieht die Streichung von rund 9.000 Arbeitsplätzen bis 2035 vor. Gleichzeitig kämpft der Automobilhersteller mit schwacher Nachfrage in China, US-Zollbelastungen und einer breiteren Verlangsamung der Elektroauto-Adoption in Schlüsselmärkten. Porsche ist mit dieser Neuausrichtung nicht allein: Auch Mercedes-Benz, Audi und andere europäische Premiummarken haben in den vergangenen zwei Jahren ihre aggressiven Elektrifizierungszeitpläne zurückgefahren, da der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinter den Erwartungen zurückbleibt und sich die Verbraucherpräferenzen langsamer wandeln als prognostiziert.

Die berichtete Entscheidung, die Taycan-Produktion auslaufen zu lassen, würde eine strategische Neuausrichtung bei Porsche unterstreichen, die bereits im Gange ist. Das Unternehmen hatte sein früheres Ziel, bis 2030 einen Anteil von 80 % rein elektrischen Verkäufen zu erreichen, bereits zurückgenommen. Ein möglicher Ausstieg wirft zudem Fragen zur Zukunft von Porsches nächsten geplanten EV-Programmen auf, darunter die geplanten elektrischen Versionen des 718 Boxster und Cayman, obwohl das Unternehmen keine Änderungen an diesen Roadmaps angekündigt hat.

Von Charles Kennedy für Oilprice.com

Quelle: Reuters über WirtschaftsWoche