NachrichtenAktienNetflix-Aktie steigt, nachdem Bill Ackmans Pershing Square 4,9 %-Beteiligung eingegangen ist

Netflix-Aktie steigt, nachdem Bill Ackmans Pershing Square 4,9 %-Beteiligung eingegangen ist

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • Pershing Square offenbarte eine Position von 3,15 Millionen Aktien an Netflix, was 4,9 % des Hedgefonds-Portfolios entspricht.
  • Die Netflix-Aktie stieg nach der Offenlegung um bis zu 4,7 % und übertraf damit alle drei großen US-Aktienindizes deutlich.
  • Netflix wird mit dem 24-Fachen seines Gewinns gehandelt – weit unter dem Dreijahresdurchschnitt von 43, was Pershing Square als erheblichen Abschlag betrachtet.
  • Pershing Square hatte Anfang 2022 bereits über 1 Milliarde USD in Netflix investiert und war Monate später mit einem Verlust von über 400 Millionen USD ausgestiegen.
  • Das werbefinanzierte Abo-Modell von Netflix soll in diesem Jahr mehr als 3 Milliarden USD Umsatz erwirtschaften, wobei sich die US-Upfront-Werbeverpflichtungen für 2026 im Jahresvergleich nahezu verdoppeln.
Netflix-Aktie steigt, nachdem Bill Ackmans Pershing Square 4,9 %-Beteiligung eingegangen ist

Die Aktien von Netflix (NFLX) stiegen am Donnerstagvormittag um bis zu 4,7 %, nachdem Bill Ackmans Pershing Square Capital Management eine neue Position von 3,15 Millionen Aktien an dem Streamingunternehmen offenbart hatte. Bis zum späten Vormittag notierte die Aktie noch immer etwa 3,5 % im Plus bei einem Kurs von rund 76,91 USD.

Die Offenlegung erfolgte im Halbjahresbericht von Pershing Square, der am Mittwochabend veröffentlicht wurde. Die Beteiligung entspricht 4,9 % des Portfolios des Hedgefonds.

Pershing Square ist dafür bekannt, konzentrierte Positionen in einer vergleichsweise kleinen Anzahl von Unternehmen zu halten – in der Regel weniger als ein Dutzend gleichzeitig – und dabei aktivistische Positionen einzunehmen oder mit hoher Überzeugung in etablierte, profitable Unternehmen zu investieren. Dieser Ansatz macht die Netflix-Beteiligung zu einer bemerkenswerten Befürwortung.

In seinem Brief an die Aktionäre erklärte der Fonds: „Netflix hat mittlerweile die Streamingkriege de facto gewonnen“ und erklärte, er erwarte, dass das Unternehmen „den Umsatz mit einer zweistelligen Wachstumsrate steigern wird, wobei die Inhaltekosten langsamer wachsen als der Umsatz, was zu einer anhaltenden Margenausweitung führt.“ Pershing bezeichnete die Bewertung von Netflix zudem als „erheblichen Abschlag“ und nannte sie „hochgradig attraktiv hinsichtlich Unternehmensqualität und prospektivem Gewinnwachstum.“ Die Charakterisierung der „Streamingkriege“ kommt zu einem Zeitpunkt, da Konkurrenten wie Disney+, Amazon Prime Video, Max und Apple TV+ stark in Inhalte investiert haben – mit gemischtem Profitabilitätsergebnis –, während Netflix die weltweit größte Abonnentenbasis gehalten hat.

Das Investment ist angesichts der bisherigen Geschichte von Pershing Square mit der Aktie besonders bemerkenswert. Das Unternehmen hatte Anfang 2022 mehr als 1 Milliarde USD in Netflix investiert und dann Monate später mit einem Verlust von mehr als 400 Millionen USD ausgestiegen.

Die Netflix-Aktie ist seit ihren Höchstständen vom Juni 2025 um rund 42 % bis 50 % gefallen, belastet durch einen gescheiterten Versuch, Warner Bros. Discovery zu übernehmen, Berichte über weitere erfolglose Verhandlungsgespräche sowie Bedenken hinsichtlich der Nutzerbindung.

Trotz des Kursrückgangs hat Netflix sein Geschäftsmodell weiterhin ausgebaut. Das werbefinanzierte Abo-Modell gewinnt an Zugkraft, wobei sich die US-Upfront-Werbeverpflichtungen für 2026 im Jahresvergleich fast verdoppeln. Werbefinanzierte Tarife sind zu einem Standardangebot auf allen großen Streaming-Plattformen geworden, da die Branche sich hin zu einem dualen Erlösmodell aus Abonnements und Werbung entwickelt. Netflix strebt für 2026 rund 3 Milliarden USD an Werbeeinnahmen an, und dieser Tarif wird zunehmend als zweites Erlösstandbein betrachtet.

Netflix hat sich zudem im Bereich Live-Sport engagiert, was dem Unternehmen hilft, Zuschauer zu erreichen, die es bisher historisch nicht anzog. Das Unternehmen erklärte, dies erweitere seine Zielgruppe, ohne dass die Inhaltekosten stark steigen müssen.

Die Bewertung bleibt ein zentraler Bestandteil von Pershings Argumentation. Netflix wird derzeit mit dem 24-Fachen seines Gewinns gehandelt – deutlich unter dem Dreijahresdurchschnitt von 43. Für ein Unternehmen, das weiterhin zweistelliges Umsatzwachstum und sich ausweitende Margen verzeichnet, bezeichnete Pershing diese Lücke als erheblich.

Der Gesamtmarkt veränderte sich am Donnerstag kaum: Der S&P 500 stieg um 0,2 %, der Dow um 0,2 % und der Nasdaq um 0,1 %. Netflix übertraf alle drei Indizes nach der unternehmensspezifischen Offenlegung deutlich.

Ein verbleibender Belastungsfaktor ist, dass sowohl der CEO als auch der CFO von Netflix Anfang August Aktien verkauft haben. Analysten wiesen zudem auf ein leicht verlangsamtes Umsatzwachstum in der Q3-Prognose im Anschluss an den Q2-Geschäftsbericht hin.

Dennoch bleibt das werbefinanzierte Abo-Modell von Netflix auf Kurs, in diesem Jahr mehr als 3 Milliarden USD an Umsatz zu erwirtschaften, wobei sich die US-Upfront-Verpflichtungen im Jahresvergleich nahezu verdoppeln.