Polymarket übermittelt dem Justizministerium rund 150 Konten mit Verdacht auf Insider-Wetten des US-Militärs zum Iran-Krieg
Wichtige Erkenntnisse
- •CNN berichtete, dass rund 150 Konten auf Polymarket offenbar Insidern des US-Militärs gehören, von denen einige Zugriff auf vertrauliche militärische Informationen hatten, angesichts des Krieges gegen den Iran.
- •Die Anti-Corruption Data Collective analysierte öffentliche Polymarket-Daten und identifizierte 152 Konten, die rund 8 Millionen Dollar auf Kriegsmärkten verdienten, darunter der Iran-Krieg, und die Merkmale von Insider-Aktivitäten aufwiesen.
- •Polymarket übermittelte Dutzende der aufgefallenen Konten zur Untersuchung an das Justizministerium, wobei eine solche Übermittlung für sich genommen kein Fehlverhalten belegt.
- •Die aufgefallenen Konten erreichten über fabrikneue Wallets und gut getimte Wetten zu Außenseiter-Quoten eine Gewinnquote von 97 Prozent, obwohl die meisten Trader auf Prognosemärkten Geld verlieren.
- •Die Ergebnisse der Watchdog-Organisation beruhen auf Mustern in öffentlichen Handelsdaten und nicht auf verifizierten Identitäten, sodass das Justizministerium klären muss, wer hinter den Konten steckt.

CNN hat berichtet, dass einige Angehörige der eigenen Streitkräfte von Präsident Donald Trump offenbar während seines Krieges gegen den Iran gegen die Vereinigten Staaten gewettet haben.
Der CNN-Seniorreporter Marshall Cohen sprach am Freitag mit Moderator Wolf Blitzer über die Enthüllung, dass rund 150 Konten auf der Prognoseplattform Polymarket offenbar Insidern des US-Militärs gehören, von denen einige nachweislich Zugriff auf vertrauliche militärische Informationen hatten, wie die Berichterstattung von CNN zeigt.
Polymarket hat Dutzende Konten, die Anzeichen möglichen militärischen Insider-Handels aufwiesen, zur Untersuchung an das Justizministerium überwiesen, wie ein leitender Unternehmensvertreter CNN mitteilte. Die Übermittlungen betrafen Konten, die von einer Watchdog-Organisation in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht aufgefallen waren. Eine solche Übermittlung eskaliert verdächtige Aktivitäten an Bundesbehörden, belegt für sich genommen jedoch kein Fehlverhalten; die Ergebnisse der Watchdog-Organisation beruhen auf Mustern in öffentlich zugänglichen Handelsdaten und nicht auf verifizierten Identitäten, sodass die Frage, wer hinter den aufgefallenen Konten steckt, den Ermittlern überlassen bleibt.
„Diese überparteiliche Organisation, die Anti-Corruption Data Collective, sagte, sie habe eine enorme Menge öffentlich verfügbarer Polymarket-Daten analysiert und 152 Konten gefunden, die rund 8 Millionen Dollar auf Kriegsmärkten verdienten – darunter etwa den Iran-Krieg – und mehrere Merkmale von Insider-Aktivitäten aufwiesen“, berichtete CNN. Die Ergebnisse der Organisation sind in ihrem veröffentlichten Bericht dargelegt.
Viele der Konten wiesen Merkmale möglicher Insider-Aktivitäten auf, darunter fabrikneue Wallets, die bemerkenswert gut getimte Wetten zu Außenseiter-Quoten platzierten. Laut Polymarket-Quellen im Gespräch mit CNN erreichten die Konten eine verblüffende Gewinnquote von 97 Prozent, obwohl die meisten Trader auf Prognoseplattformen Geld verlieren. Die Preise auf diesen Plattformen spiegeln bereits öffentlich verfügbare Informationen wider, sodass eine anhaltende Outperformance zu Außenseiter-Quoten genau die Art statistischer Anomalie ist, die Forscher als prüfenswertes Signal betrachten.
Zum Hintergrund: Polymarket ist ein auf Kryptowährungen basierender Prognosemarkt, auf dem Nutzer auf die Ausgänge realer Ereignisse wetten können, darunter Wahlen, geopolitische Entwicklungen und bewaffnete Konflikte. Die konkurrierende Plattform Kalshi, eine in den USA regulierte Börse, bietet ähnliche Ereigniskontrakte an. Ein Teil der Anziehungskraft solcher Märkte besteht darin, dass von der Menge generierte Preise verstreute öffentliche Informationen in Echtzeit-Quoten bündeln – dieselbe Eigenschaft, die nichtöffentliche Informationen für ihre Inhaber wertvoll machen kann. Prognosemärkte haben zunehmend Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden und Forschern erhalten, die untersuchen, ob Personen mit nichtöffentlichen Informationen einen Vorteil bei Ereignisausgängen erlangen könnten – ein Risiko, das auch Gegenstand der Analyse der Anti-Corruption Data Collective ist. Die Prüfung der übermittelten Konten durch das Justizministerium ist der nächste zu beobachtende Schritt.