Kann die Palantir-Aktie (PLTR) die Erwartungen am 3. August erneut übertreffen?
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Konsens erwartet für Palantir im zweiten Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,35 US-Dollar bei einem Umsatz von 1,81 Milliarden US-Dollar.
- •Oppenheimer rechnet mit einem Umsatzwachstum von etwa 85 % im Jahresvergleich und hält eine Anhebung der Gesamtjahresprognose für möglich.
- •Das US-Regierungsgeschäft bleibt der wichtigste Wachstumstreiber, gestützt durch Ausgaben des Department of Homeland Security und militärische Kunden.
- •Das internationale Regierungsgeschäft dürfte schwächer wachsen, da einige europäische Verbündete Berichten zufolge alternative Anbieter prüfen.
- •Die Bewertung von Palantir bleibt hoch; Ende Juli wurde die Aktie mit etwa dem 71-Fachen des Umsatzes und dem 113-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt.

Palantir Technologies Inc. (PLTR) wird die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 nach Börsenschluss am 3. August vorlegen, und die Wall Street blickt aufmerksam darauf. Die Aktie wurde im Jahr 2026 bislang überwiegend zwischen 115 und 150 US-Dollar gehandelt, nachdem sie im vierten Quartal 2025 nahezu 200 US-Dollar erreicht hatte.
Oppenheimer geht mit einer positiven Einschätzung in die Veröffentlichung. Das Unternehmen erwartet ein Umsatzwachstum von rund 85 % gegenüber dem Vorjahr und damit mehr als Palantirs eigene Prognose von etwa 79 %. Oppenheimer rechnet außerdem damit, dass Palantir seine Jahresprognose über das derzeitige Wachstumsziel von 71 % anhebt.
Die Konsensschätzungen gehen von einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,35 US-Dollar bei einem Umsatz von 1,81 Milliarden US-Dollar aus. Das würde verglichen mit einem bereinigten EPS von 0,16 US-Dollar und einem Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar im Vorjahresquartal stehen.
Das Segment der US-Regierung bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. Oppenheimer verweist auf steigende Ausgaben des Department of Homeland Security sowie auf eine breitere Aktivität bei den Streitkräften und den Combatant Commands. Für das internationale Regierungsgeschäft wird ein schwächeres Wachstum erwartet. Nach Angaben des Unternehmens prüfen einige europäische Verbündete Berichten zufolge alternative Anbieter, was dieses Segment belasten könnte.
Im kommerziellen Bereich wies Oppenheimer Bedenken zurück, dass große Anbieter von KI-Modellen die Position von Palantir schwächen könnten. Das Unternehmen erklärte, die Ontology-Plattform von Palantir sei darauf ausgelegt, komplexere Unternehmensabläufe zu verarbeiten als konkurrierende KI-Produkte. Das ist relevant, weil der Bericht vom 3. August einen weiteren Hinweis darauf liefern wird, ob das Unternehmen das KI-Interesse weiterhin in messbares Umsatzwachstum bei Regierungs- und Firmenkunden umwandeln kann.
Morningstar äußerte eine ähnliche Einschätzung zur Wettbewerbsposition des Unternehmens. Die Ratingagentur bewertet Palantir mit einem schmalen wirtschaftlichen Burggraben und verweist auf Wechselkosten sowie proprietäre immaterielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem Ontology-Rahmenwerk.
Bewertung bleibt die zentrale Debatte
Morningstars fairer Wert für Palantir liegt bei 153 US-Dollar und impliziert ein EV/Umsatz-Verhältnis für 2026 von 48x. Bei Kursen in der Nähe dieses Niveaus vergibt das Unternehmen für PLTR ein 3-Sterne-Rating, was bedeutet, dass die Aktie als fair bewertet und nicht als günstig gilt.
Das breitere Bewertungsbild ist noch deutlich anspruchsvoller. Ende Juli wurde PLTR mit etwa dem 71-Fachen des Umsatzes und dem 113-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Eine solche Bewertung lässt kaum Raum für Enttäuschungen und macht Anpassungen der Prognose besonders wichtig, wenn ohnehin starke Ergebnisse erwartet werden.
Die Bilanz von Palantir bleibt solide. Im März 2026 hielt das Unternehmen rund 2,2 Milliarden US-Dollar in bar und hatte keine Schulden. Zudem verzeichnete es drei aufeinanderfolgende Jahre mit GAAP-Profiten; 2025 war mehr als dreimal so profitabel wie 2024.
Die Bären sehen weiterhin Argumente
Das Bären-Szenario konzentriert sich auf Bewertung und Wettbewerbsdruck. Frontier-KI-Labore rücken weiter in den Software-Stack vor, und Berichten zufolge werben große Labore Palantirs Forward-Deployed Engineers ab.
Hinzu kommt das Risiko durch Staatsausgaben. Bundesaufträge hängen von den Haushaltszuweisungen des Kongresses ab, und Verzögerungen oder Prioritätsverschiebungen können das Timing der Umsatzrealisierung beeinflussen.
Auch der Vertrag von Palantir mit dem britischen National Health Service ist auf datenschutzrechtlichen Widerstand und juristische Prüfung gestoßen, was die ohnehin langsame Expansion in Europa zusätzlich erschwert.
Morningstar weist darauf hin, dass die Aktie deutliche Rückgänge verzeichnen könnte, falls sich eine tragfähige Alternative zum Ontology-Rahmenwerk herausbildet oder der adressierbare Gesamtmarkt kleiner ausfällt als erwartet.
Palantir hat in den vergangenen mehreren Quartalen die Erwartungen übertroffen und die Prognose angehoben. Die entscheidende Frage am 3. August ist, ob das erneut gelingt — und ob eine weitere Anhebung der Prognose ausreicht, um einen Markt zufriedenzustellen, der bereits viel Optimismus eingepreist hat.
Der Bericht von Palantir zu den Ergebnissen des zweiten Quartals 2026 ist für den 3. August 2026 nach Börsenschluss geplant.
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