Ölpreise steigen, nachdem Trump mit neuen Angriffen auf den Iran droht
Wichtige Erkenntnisse
- •Brent wurde bei 91,48 US-Dollar je Barrel gehandelt und West Texas Intermediate bei 86,97 US-Dollar je Barrel, jeweils mehr als 1 US-Dollar über dem Stand vom Montag.
- •Präsident Trump sagte, die Vereinigten Staaten seien bereit, den Iran bei Bedarf zu "smack".
- •Kpler-Daten zeigten am Montag nur fünf Frachtschiffe in der Straße von Hormus, deutlich unter dem Zehn-Tage-Durchschnitt von 14.
- •Analysten erklärten, die Ölfrachten durch die Straße von Hormus lägen weiterhin weit unter dem Vorkriegsniveau und könnten bei weiterer Eskalation unter zusätzlichen Druck geraten.
- •Der Dieselmarkt steht unter zusätzlicher Belastung, da Russland sein Exportverbot verlängert hat und die Exporte aus dem Nahen Osten durch die Störung in Hormus und Schäden an Raffinerien eingeschränkt werden.

Die Rohölpreise bauten ihre früheren Gewinne aus, nachdem Präsident Trump nach dem ersten Feuerwechsel seit Wochen eine neue Drohung gegen den Iran ausgesprochen hatte.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Brent-Rohöl bei 91,48 US-Dollar je Barrel gehandelt, während West Texas Intermediate bei 86,97 US-Dollar je Barrel lag. Beide Referenzsorten lagen damit um mehr als 1 US-Dollar je Barrel über dem Stand vom Montag.
Bei einer Ansprache im Oval Office am Montagabend sagte Trump, die Vereinigten Staaten seien bereit, den Iran bei Bedarf zu "smack".
Versanddaten zeigen, dass der Tankerverkehr in der Straße von Hormus weiterhin nur einen Bruchteil des Vorkriegsniveaus erreicht. Reuters zitierte Angaben, denen zufolge die täglichen Ölfrachten aus dem Persischen Golf im Schnitt 6 Millionen Barrel betrugen, während Kpler-Daten zeigten, dass am Montag nur fünf Frachtschiffe die Wasserstraße passierten. Reuters verwies darauf, dass dies unter dem Zehn-Tage-Durchschnitt von 14 Schiffen liege.
Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Öltransitrouten der Welt, daher kann bereits ein geringerer Verkehr dort schnell die Aufmerksamkeit von Raffinerien, Reedereien und Händlern auf sich ziehen, die auf jede Störung der Rohöl- und Produktversorgung achten. Das ist besonders relevant, da der Markt in eine Phase eintritt, in der die saisonale Nachfrage häufig zunimmt und die verfügbaren Puffer bereits belastet sind.
"Oil producers in the region have grown more comfortable shuttling crude through the key chokepoint in recent weeks," schrieben ING-Rohstoffanalysten am Montag in einer Notiz. "Reports have 6-8m b/d transiting the strait, although we assume an average of 5m b/d. Further escalation could put these flows under renewed pressure."
"Despite satellite tracking firms suggesting oil flowing through Hormuz is around 6 million barrels per day, that is well below pre-conflict levels," sagten ANZ-Analysten in einer von Reuters zitierten Notiz.
"In the meantime, the buffers the global oil market has been relying on are becoming exhausted. U.S. inventories are nearing minimum levels, while China's ability to keep imports low will be tested as seasonal demand picks up."
Die Kommentare der Analysten spiegeln eine wachsende Unruhe an den Ölmärkten über die Versorgungssicherheit wider, während die Nachfrage aus saisonalen Gründen zunimmt. Noch ausgeprägter ist die angespannte Lage bei Diesel, wo knapperes Angebot für Transport, Landwirtschaft und industrielle Aktivität relevant sein kann.
Diesel, oft als Arbeitspferd der Wirtschaft beschrieben, ist bereits knapp, und diese Knappheit verschärft sich weiter. Russland hat sein Diesel-Exportverbot bis zum Monatsende verlängert, während die ukrainischen Angriffe auf seine Raffinerien anhalten. Auch die Dieselexporte aus dem Nahen Osten werden durch die Blockade der Straße von Hormus und durch Raffinerieausfälle in der gesamten Region beeinträchtigt.
Von Irina Slav für Oilprice.com