Ölpreise fallen den dritten Tag in Folge, da Iran-Oman-Gespräche Hoffnungen auf eine Wiederöffnung von Hormus wecken
Wichtige Erkenntnisse
- •Brent-Rohöl fiel um 2,5 % auf 86,38 US-Dollar je Barrel, West Texas Intermediate um 2,2 % auf 80,53 US-Dollar; beide Benchmarks lagen damit nahe ihren Zwei-Wochen-Tiefs.
- •Iran und Oman einigten sich in Teheran auf einen Rahmen für eine vorübergehende Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus und auf eine gemeinsame Räumung der Meerenge von Minen.
- •ING-Analysten warnten, dass selbst ein Iran-Oman-Abkommen die Ölflüsse nicht rasch wiederherstellen würde, da die USA zunächst ihre Blockade iranischer Häfen aufheben und Sanktionen lockern müssten.
- •Präsident Trump behauptete, die US Navy habe bereits alle Minen in der Meerenge entfernt oder gesprengt; diese Aussage wurde von einigen Analysten angezweifelt.
- •Russland erwägt Berichten zufolge eine Eskalation von ballistischen Raketenangriffen auf Kyiv, nachdem die Friedensgespräche ins Stocken geraten seien, was das Risiko für die globalen Öl-Lieferketten erhöht.

Die Ölpreise fielen am Dienstag den dritten Tag in Folge, nachdem Gespräche zwischen Iran und Oman Hoffnungen geweckt hatten, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet werden könnte, was die Sorgen über das globale Rohölangebot etwas verringerte.
Brent-Rohöl, die globale Benchmark, für die Lieferung im Oktober fiel um 2,5 % auf 86,38 US-Dollar je Barrel. West Texas Intermediate, die US-Benchmark, sank um 2,2 % auf 80,53 US-Dollar, nachdem der Preis im Tagesverlauf zeitweise unter die Marke von 80 US-Dollar gefallen war. Beide Kontrakte lagen damit auf Kurs für ihren niedrigsten Schlussstand seit fast zwei Wochen. Die Ölpreise liegen in dieser Woche aufgrund diplomatischer Zuversicht mehr als 6 % im Minus.
Die Rückgänge kamen, nachdem Iran und Oman mitgeteilt hatten, dass ihre Außenminister in Teheran Gespräche über einen Rahmen für eine vorübergehende Wiederöffnung der Straße von Hormus geführt hätten. Die Meerenge — die schmale Wasserstraße zwischen den beiden Ländern, die den einzigen Seeweg aus dem Persischen Golf darstellt — hatte vor der Störung der Flüsse durch den Konflikt etwa 20 % des weltweiten Rohöls transportiert, wobei der Großteil dieser Lieferungen für asiatische Raffinerien bestimmt war. Hormus gilt seit Langem als Brennpunkt in Zeiten regionaler Spannungen, weshalb selbst kleine Fortschritte in Richtung Wiederöffnung die Aufmerksamkeit von Regierungen und Schifffahrtsunternehmen auf sich ziehen.
In einer gemeinsamen Erklärung teilten die beiden Länder mit, dass der vorgeschlagene Rahmen eine vorübergehende Schifffahrtsroute durch die Wasserstraße schaffen werde. Außerdem vereinbarten sie, gemeinsam daran zu arbeiten, die Meerenge von Minen zu räumen.
Der Hormus-Deal steht weiterhin vor Hürden
Präsident Trump erklärte auf Truth Social, die US Navy habe bereits alle Minen in der Meerenge entfernt oder gesprengt. Einige Analysten haben diese Behauptung infrage gestellt.
BREAKING: President Trump says the US Navy has cleared all mines in international waters in the Strait of Hormuz. US oil prices extend losses toward $82/barrel. pic.twitter.com/mVBD5APCGr
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 25, 2026
Die Verhandlungen zwischen Oman und Iran würden fortgesetzt, hieß es in der gemeinsamen Erklärung, mit dem Ziel, sich auf einen dauerhaften Schifffahrtskorridor und die künftige Verwaltung der Meerenge zu einigen.
Analysten von ING warnten jedoch, dass selbst ein Abkommen zwischen Oman und Iran die Ölflüsse nicht schnell auf das Vorkriegsniveau zurückbringen würde. Sie sagten, die USA müssten ihre Blockade iranischer Häfen aufheben und Sanktionen lockern, bevor eine wirkliche Normalisierung möglich sei.
Die USA verhängten Anfang dieser Woche strengere Wirtschaftssanktionen gegen Iran und warnten andere Länder vor Geschäften mit Iran. Iran warf den USA seinerseits vor, die Fortschritte bei einer Hormus-Vereinbarung mit Oman zu behindern.
Trotz dieser Spannungen berichteten russische Staatsmedien, dass die USA und Iran eine neue Waffenstillstandsvereinbarung erzielt hätten, die in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden solle. Pakistan, ein regionaler Vermittler, erklärte ebenfalls, die Friedensgespräche machten Fortschritte.
Axios berichtete, dass am Wochenende rund 40 Schiffe die Meerenge passiert hätten. Berichten zufolge sollen zudem US-Diplomaten in den Nahen Osten zurückkehren.
Der Russland-Ukraine-Konflikt erhöht das weitere Angebotsrisiko
Die wöchentlichen Verluste bei Öl kamen trotz neuer Berichte über frische Angebotsstörungen an anderer Stelle. Russland erwägt Berichten zufolge, ballistische Raketenangriffe auf Kyiv und andere Infrastrukturziele zu eskalieren, nachdem die Friedensverhandlungen ins Stocken geraten seien.
Die Ukraine hat zuvor auf russische Aggression reagiert, indem sie Moskaus Energie- und Ölraffinerie-Infrastruktur angegriffen hat. Jede Eskalation könnte den Druck auf ohnehin belastete globale Lieferketten weiter erhöhen.
Der Direktor der US-CIA, John Ratcliffe, reiste Berichten zufolge in dieser Woche nach Moskau, um sich mit russischen Vertretern zu treffen. Die Tagesordnung dieses Treffens war zunächst nicht bekannt.
Schiffsdaten zeigten, dass die Flüsse durch die Straße von Hormus trotz der diplomatischen Aktivitäten weiterhin deutlich unter dem Vorkriegsniveau liegen.