Euro und Pfund geben von Höchstständen nach – starke US-Daten beleben den Dollar
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-PCE-Inflation zog im Jahresvergleich auf 3,7 % an, und der Kern-PCE stieg auf 3,6 % – beide Werte lagen über den Prognosen und über dem 2-%-Ziel der Federal Reserve.
- •Die persönlichen Ausgaben stiegen um 0,2 % und die persönlichen Einkommen um 0,4 % – jeweils stärker als von Ökonomen erwartet.
- •Das revidierte US-BIP-Wachstum im zweiten Quartal betrug 1,5 % und entsprach damit den Markterwartungen.
- •Der EUR/USD hat es wiederholt nicht geschafft, sich nachhaltig oberhalb von 1.1700 zu halten, während der GBP/USD ein mögliches Umkehrmuster zeigt.
- •Anleger beobachten die anstehenden US-Daten und das Jackson-Hole-Symposium auf der Suche nach Hinweisen auf den Zinsausblick der Federal Reserve.

Der Euro und das Pfund sind von ihren jüngsten Höchstständen zurückgewichen, nachdem der US-Dollar einen Teil seiner zuletzt erlittenen Verluste wettgemacht hat – ausgelöst durch eine Reihe stärker als erwarteter Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten.
Die US-Inflation überraschte nach oben. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) – der von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsindikator – stieg im Jahresvergleich mit 3,7 % gegenüber Erwartungen von 3,6 %, während das quartalsweise ausgewiesene Kern-PCE, das die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, bei 3,6 % lag und damit über der Prognose von 3,4 %. Beide Werte liegen weiterhin deutlich über dem Inflationsziel von 2 % der Fed.
Auch die Konsumaktivität gab dem Dollar zusätzlichen Rückenwind. Die persönlichen Ausgaben stiegen um 0,2 % gegenüber Erwartungen von 0,1 %, während die persönlichen Einkommen um 0,4 % zunahmen – doppelt so stark wie die projizierten 0,2 %. Das revidierte US-BIP-Wachstum im zweiten Quartal lag mit 1,5 % im Einklang mit den Markterwartungen.
In ihrer Gesamtheit deuten die Zahlen auf eine anhaltende Robustheit der US-Wirtschaft hin und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve rasch zu einer expansiveren Geldpolitik übergeht.
Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf neue US-Daten und das Jackson-Hole-Symposium, die alljährliche Konferenz der Federal Reserve Bank of Kansas City in Wyoming, die in der Vergangenheit als Plattform diente, auf der Fed-Vorsitzende und Notenbankvertreter ihre Einschätzung zu Wirtschaft und Zinsen skizziert haben. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe werden mit 208.000 erwartet, ein leichter Anstieg gegenüber 206.000 in der Vorwoche, während das Handelsdefizit gegenüber dem bisherigen Wert von 101,4 Milliarden Dollar voraussichtlich moderat auf 100,8 Milliarden Dollar sinken dürfte.
Nach den jüngsten starken US-Zahlen achten Anleger zudem genau auf Äußerungen von Fed-Vertretern zur Inflation und zum Zinenausblick. Robuste Konjunkturdaten in Kombination mit hawkischen Signalen aus Jackson Hole könnten den Dollar zusätzlich stützen, während Anzeichen für einen abkühlenden Arbeitsmarkt oder ein vorsichtigerer Ton der Fed die US-Währung erneut unter Druck setzen könnten.
EUR/USD
Der EUR/USD hat mehrfach vergeblich versucht, sich oberhalb von 1.1700 zu etablieren, und die daraus resultierende Kursentwicklung hat ein Doji-Muster hervorgebracht. Aus technischer Sicht könnte diese Formation einen korrektiven Rückgang in Richtung des Bereichs 1.1620–1.1580 signalisieren. Das bärische Szenario würde durch eine nachhaltige Bewegung und einen Schlusskurs oberhalb von 1.1700 hinfällig.
Wichtige Ereignisse für EUR/USD:
- Heute um 09:00 Uhr (GMT+3): GfK-Konsumklima in Deutschland
- Heute um 13:00 Uhr (GMT+3): Gesamtzahl der Arbeitslosen in Frankreich
- Heute um 15:00 Uhr (GMT+3): Jackson-Hole-Symposium
GBP/USD
Der GBP/USD zeigt Anzeichen einer möglichen Trendwende, wobei sich ein „Turm“-Muster herausbildet. Bestätigt sich diese Formation, könnte das Währungspaar in Richtung der Zone 1.3530–1.3560 nachgeben. Ein nachhaltiger Bruch unterhalb dieses Bereichs könnte eine tiefere Korrektur in Richtung 1.3440–1.3480 auslösen. Umgekehrt könnte eine erneute Dollarschwäche dem GBP/USD eine Erholung oberhalb von 1.3600 ermöglichen.
Wichtige Ereignisse für GBP/USD:
- Heute um 15:30 Uhr (GMT+3): US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
- Heute um 23:30 Uhr (GMT+3): Bilanzsumme der Federal Reserve
- Morgen um 16:45 Uhr (GMT+3): Chicago PMI
Ausblick
EUR/USD und GBP/USD sind von ihren jüngsten Höchstständen zurückgewichen, nachdem stärkere US-Konjunkturdaten dem Dollar erlaubt haben, einen Teil seiner jüngsten Verluste wettzumachen. Als zwei der am höchsten gehandelten Währungspaare am Devisenmarkt – dem größten und liquidesten Finanzmarkt der Welt – spiegeln ihre Wechselkurse letztlich den relativen Ausblick auf die Politik der Federal Reserve im Vergleich zu der der Europäischen Zentralbank und der Bank of England wider, weshalb jede Datenveröffentlichung und jede Äußerung von Notenbankvertretern so genau analysiert wird. Ob sich die aktuelle Korrektur fortsetzt, hängt von den anstehenden Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten und dem Euroraum sowie von den Signalen der Vertreter der Federal Reserve ab. Robuste Konjunkturzahlen in Kombination mit einem hawkischen Ton aus Jackson Hole könnten eine weitere Erholung des Dollars stützen, während Anzeichen für eine Schwächung des Arbeitsmarktes oder vorsichtigere Äußerungen der Fed die US-Währung erneut unter Druck setzen könnten.