NachrichtenRohstoffe & ForexEuropäische Märkte im Rückblick: Öl bleibt höher, regionale Renditen steigen

Europäische Märkte im Rückblick: Öl bleibt höher, regionale Renditen steigen

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • WTI-Rohöl stieg um 3,7 % auf 86,50 USD und Brent überstieg 91 USD, nachdem die USA und der Iran am Wochenende Militärschläge ausgetauscht hatten.
  • Ein gemeldeter Minentreffer auf einen Supertanker in der Straße von Hormuz, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt, hielt das Risiko von Lieferausfällen hoch.
  • Die Inflationswerte deutscher Bundesländer fielen im August höher aus als im Juli, im Einklang mit den Erwartungen an einen stärkeren nationalen Wert, der später folgen wird.
  • Die deutsche 10-Jahres-Rendite stieg auf 3,31 %, der höchste Stand seit 2011, während die französische 10-Jahres-Rendite 4,15 % erreichte, der höchste Stand seit 2008.
  • Der Dollar gab leicht nach: EUR/USD plus 0,1 % bei 1,1600 und USD/JPY minus 0,2 % bei 159,67.
Europäische Märkte im Rückblick: Öl bleibt höher, regionale Renditen steigen

Schlagzeilen:

Märkte:

  • WTI-Rohöl plus 3,7 % bei 86,50 USD
  • JPY führt an, USD hinkt am Tag hinterher
  • Gold plus 0,1 % bei 4.457 USD
  • Europäische Indizes gemischt; S&P 500-Futures -0,2 %
  • US-10-Jahres-Renditen unverändert bei 4,724 %
  • Deutsche 10-Jahres-Renditen plus 2 Basispunkte bei 3,31 %, höchster Stand seit 2011

Bei den Schlagzeilen war es eine ruhigere Sitzung, da die Märkte weiterhin den hawkischen Kurswechsel von Fed-Chef Warsh vom vergangenen Freitag verarbeiten. Auch das Monatsende dürfte für gewisse Vorsicht sorgen, da die Kursbewegungen heute bislang eher begrenzt ausfielen – Portfolio-Rebalancing-Flüsse zum Monatsende können gerichtete Bewegungen häufig verstärken oder dämpfen.

Die Ölpreise halten weiterhin höher, nachdem die USA und der Iran am Wochenende Militärschläge ausgetauscht hatten. Die Spannungen bleiben hoch, und die Situation ist ein weiteres Zeichen dafür, dass beide Seiten noch weit von einer Einigung entfernt sind. WTI-Rohöl legt um 3,7 % auf 86,50 USD zu, während die Brent-Rohölnotierung im Tagesverlauf über die Marke von 91 USD gestiegen ist. Die Risikoprämie im Ölpreis wird durch die Straße von Hormuz gestützt, den Nadelöhr, durch das rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt; der gemeldete Minentreffer auf einen Supertanker dort hält das Risiko von Lieferausfällen für die Energiemärkte klar im Blickfeld.

Bei den Daten fielen die Inflationswerte wichtiger deutscher Bundesländer im August höher aus als im Juli. Das entspricht den Erwartungen eines etwas stärkeren nationalen Wertes, der später folgen wird. Es verändert das Bild für die EZB vor September nicht wesentlich, bestätigt aber zumindest den bisherigen Pfad hartnäckiger regionaler Preisdrucke in der größten Volkswirtschaft des Euroraums.

Bei den wichtigsten Währungen ist der Dollar heute etwas schwächer. EUR/USD liegt plus 0,1 % bei 1,1600, wobei große Optionsfälligkeiten eine Rolle spielen. USD/JPY gibt um 0,2 % auf 159,67 nach, USD/CAD um 0,1 % auf 1,3885.

Andererseits ist Gold kaum verändert und notiert nach dem Rückgang vom Freitag weiterhin um 4.457 USD, auch die US-Staatsanleihen zeigen sich recht ruhig. Die US-10-Jahres-Renditen bleiben unverändert bei 4,724 %, doch die europäischen Renditen steigen weiter. Die deutsche 10-Jahres-Rendite legt um fast 2 Basispunkte auf 3,31 % zu – der höchste Stand seit 2011 –, während die französische 10-Jahres-Rendite auf 4,15 % gestiegen ist, der höchste Stand seit 2008. Steigende Kreditkosten auf diesem Niveau wirken sich auf die Zinslast der Staaten und die Finanzierungsbedingungen von Unternehmen im gesamten Euroraum aus – eine Dynamik, die im Auge zu behalten ist, zumal die nationalen Haushalte erneut stärker geprüft werden.

Angesichts dieser Reaktion der europäischen Anleihemärkte wird der Druck auf die EZB weiter zunehmen, da die Händler beginnen, ihre Einschätzung zum Zins- und Inflationsausblick zu signalisieren. Zu den kommenden Terminen zählen der deutsche nationale Inflationswert, der noch heute erwartet wird, sowie die EZB-Zinsentscheidung im September.

Quelle: investingLive