NachrichtenRohstoffe & ForexDer Rohstoff-Feed: Öl fällt bei zunehmender Hoffnung auf eine Einigung

Der Rohstoff-Feed: Öl fällt bei zunehmender Hoffnung auf eine Einigung

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Brent schloss mehr als 5% tiefer und fiel unter 80 US-Dollar je Barrel, da die Hoffnung auf eine Einigung den Ölmarkt belastete.
  • Gespräche über eine mögliche Vereinbarung zwischen den USA und Iran haben die Aussicht auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus erhöht, doch beide Seiten liegen bei zentralen Fragen weiter auseinander.
  • Kupfer erreichte an der LME ein Zwei-Monats-Hoch von über 14.000 US-Dollar je Tonne, da die Bestände sanken und das physische Angebot knapp blieb.
  • Zentralbanken kauften im Juni per saldo 51 Tonnen Gold und erhöhten die Käufe im ersten Halbjahr auf 102 Tonnen.
  • Die Ukraine hat rund 34% der Fläche mit Sommergetreide und Hülsenfrüchten geerntet, doch Lagerung und Exportlogistik bleiben laut Behörden eine Herausforderung.
Der Rohstoff-Feed: Öl fällt bei zunehmender Hoffnung auf eine Einigung

Der Rohstoff-Feed: Öl fällt bei zunehmender Hoffnung auf eine Einigung

Oil & Companies News, 05/08/2026

Energie — Brent fällt bei Hoffnungen auf eine Einigung unter $80/bbl

Die Ölpreise setzten gestern ihren Rückgang fort, wobei ICE Brent mehr als 5% niedriger schloss und damit unter $80/bbl fiel. Die Schwäche setzte sich im frühen Handel heute Morgen fort. Der jüngste Druck auf den Markt entsteht vor dem Hintergrund zunehmender Anzeichen, dass die USA und Iran einer möglichen kurzfristigen Einigung näherkommen, die zur Wiederöffnung der Straße von Hormus führen könnte. Es gibt Hinweise darauf, dass eine Vereinbarung schon heute bekannt gegeben werden könnte; Berichte, wonach jede Einigung nur vorübergehend wäre, sprechen jedoch dafür, dass der Markt nicht überreagieren sollte.

Zwischen den USA und Iran bestehen weiterhin deutliche Differenzen bei der Verwaltung der Straße von Hormus und natürlich in der Nuklearfrage. Daher besteht ein klares Risiko, dass jede Vereinbarung schnell wieder zerfällt, wie bereits beim Memorandum of Understanding zu sehen war. Vorerst bleibt der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt, wodurch der globale Ölmarkt enger bleibt und die Versorgungsroute der Region für Händler und Raffinerien gleichermaßen im Fokus steht.

Sollte eine Einigung Bestand haben und sich die Ölströme aus dem Persischen Golf normalisieren, würde sich die Marktaufmerksamkeit rasch auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im vierten Quartal und im Jahr 2027 verlagern. Eine Erholung der Lieferungen aus dem Persischen Golf, höhere OPEC+-Förderung nach den auf dem Papier erhöhten Liefermengen während des Krieges und steigende Lieferungen aus den VAE deuten alle auf eine sehr komfortable Bilanz im Jahr 2027 hin. Ein großer Teil des erwarteten Überschusses im nächsten Jahr dürfte jedoch durch Restocking-Nachfrage absorbiert werden. Je länger es dauert, bis sich die Flüsse aus dem Nahen Osten normalisieren, desto größer und länger wird dieser Lageraufbauprozess ausfallen.

Eine anhaltende Einigung würde auch dem Markt für Mitteldestillate etwas Entlastung bringen, der derzeit extrem knapp ist. Eine Erholung der Rohölströme sollte Raffinerien in Asien dazu veranlassen, ihre Auslastung zu erhöhen; Raffinerien in China verarbeiteten im Juni 18% weniger Rohöl als im Vorjahresmonat. Auch die Lieferungen raffinierter Produkte aus dem Persischen Golf sollten wieder anlaufen, wenn die Raffinerien ihre Produktion erneut hochfahren, auch wenn dies einige Zeit dauern kann. Gleichzeitig ist der Markt für Mitteldestillate durch geringere Diesel-Exporte aus Russland zusätzlich belastet, nachdem die Regierung wegen Sorgen über die inländische Kraftstoffversorgung ein Verbot verhängt hat.

Vorläufige Bloomberg-Daten zeigen, dass die OPEC-Förderung im Juli gegenüber dem Vormonat um 1.16m b/d auf 19.44m b/d gestiegen ist. Der Anstieg wurde vor allem von Irak, Saudi-Arabien und Kuwait getragen. Er folgt auf den kurzen Waffenstillstand zwischen den USA und Iran; die Förderung bleibt jedoch deutlich unter dem Vorkriegsniveau.

Die neuesten US-Lagerbestandsdaten des American Petroleum Institute zeigen, dass die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um 2.7m Barrel gestiegen sind, während der Markt mit einem Rückgang um rund 1.5m Barrel gerechnet hatte. Auch die Rohölbestände in Cushing nahmen zu und stiegen um 2.4m Barrel. Bei den Raffinerieprodukten erhöhten sich die Benzinbestände um 200k Barrel, während die Destillatbestände um 1.2m Barrel zurückgingen. Die wöchentlichen EIA-Daten werden später heute veröffentlicht.

Metalle — Kupfer steigt über $14,000/t

Kupfer kletterte an der LME über $14,000/t und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Monaten, da die angespannte Lage am physischen Markt die Preise weiter stützte. Große Kupfermengen wurden angesichts anhaltender Unsicherheit über mögliche Importzölle in die USA gezogen, was die Verfügbarkeit anderswo verringerte und die Bestände außerhalb der USA zunehmend knapp machte.

Die Knappheit wird in den Börsendaten immer sichtbarer. Die LME-Bestände sind auf Mehrmonatstiefs gefallen, während sich der Markt weiter in eine stärkere Backwardation bewegt hat, was auf eine hohe Nachfrage nach sofort verfügbarer Ware hindeutet. Die knappe Verfügbarkeit wurde zudem durch anhaltende Lieferungen nach China und geringe Pufferbestände im gesamten Markt unterstützt.

Gleichzeitig verbesserte sich die spekulative Positionierung bei Kupfer und Aluminium. Die Netto-Long-Positionen bei Kupfer stiegen um 6,863 Lots auf 54,946 Lots, während die Netto-Longs bei Aluminium um 1,170 Lots auf 60,434 Lots zunahmen. Die Netto-Longs bei Zink fielen um 3,739 Lots auf 35,997 Lots und beendeten damit eine vierwöchige Serie von Zuwächsen.

Wir bleiben bei Kupfer konstruktiv. Niedrige Bestände, anhaltende Angebotsprobleme und starke langfristige Nachfragefaktoren sollten den Markt weiter stützen.

Bei den Edelmetallen fügten Zentralbanken im Juni per saldo 51t Gold zu ihren Reserven hinzu; die Käufe im ersten Halbjahr beliefen sich laut World Gold Council auf 102t. Polen blieb mit 19t Käufen im Juni und 82t seit Jahresbeginn der größte Käufer, während China seine Kaufserie auf 20 Monate ausdehnte und weitere 15t erwarb. Usbekistan und Kasachstan kauften 9t bzw. 7t hinzu.

Russland verkaufte im Juni 9t Gold und erhöhte damit die Verkäufe seit Jahresbeginn auf 44t. Die Türkei reduzierte ihre Reserven um 2t und bleibt in diesem Jahr mit insgesamt 83t Verkäufen der größte Nettoverkäufer.

Landwirtschaft — Ukrainische Getreideernte

Die neuesten Daten des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums zeigen, dass Landwirte in dieser Saison bislang rund 34% der Anbaufläche mit Sommergetreide und Hülsenfrüchten geerntet haben. Dazu gehören 2.7m Hektar Weizen, entsprechend 53% der Anbaufläche, mit einem Ertrag von 12.5mt Weizen, leicht vor dem Tempo des Vorjahres.

Das Ministerium betonte zudem die Notwendigkeit, die Lagerkapazitäten für Getreide auszubauen, um die kommenden Ernten zu sichern und Nachernteverluste zu minimieren. Gleichzeitig bleiben die Exportlogistik und der Transport angesichts russischer Angriffe eine zentrale Herausforderung. Quelle: ING tweet